Panikattacken

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. September 2016
Gesundpedia.deSymptome Panikattacken

Bei Panikattacken oder Panikstörungen handelt es sich in der Regel um plötzlich einsetzende und zeitlich begrenzte Anfälle panischer Angst). Eine Panikattacke tritt meist ohne erkennbaren Anlass auf und äußert sich durch körperliche und psychische Reaktionen. Leitsymptom sind häufig akute, lebensbedrohliche Angstgedanken.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Panikattacken (Panikstörungen)?

Viele Menschen wurden schon einmal von einer Panikattacke bzw. Panikstörung heimgesucht. Oft kommen die Beschwerden unvermittelt und dauern meist nur einige Minuten. Typisch für eine Panikattacke ist die Angst vor dem plötzlichen Kontrollverlust ("ich werde verrückt...") oder sogar vor dem Sterben. In diesem Fall verspüren Betroffene oft das Gefühl plötzlich in Ohnmacht zu fallen ("einfach umzukippen") oder einen Herzinfarkt zu erleiden.

Während einer Panikstörung nutzt der Mensch körpereigene Alarmmechanismen, die nur bei Gefahr aktiviert werden. Durch eine erhöhte Adrenalin-Auschüttung wird die Panik noch weiter verstärkt.

Ursachen

Panikattacken können vielfältige Ursachen haben. Oftmals ist eine persönliche Konfliktsituation, die den Betroffenen ausweglos erscheint, eine Ursache für Panikattacken. Todesfälle oder schwere Krankheiten, aber auch soziale Zurückweisung wie bei einer unerwarteten Trennung, können solche Konfliktsituationen sein.

Nun wird nicht jeder Mensch, der derartigen Situationen ausgesetzt ist, von Panikattacken heimgesucht. Betroffene verfügen über eine niedrige Reizschwelle und eine hohe Angstbereitschaft. Ihre Reaktion auf Konflikte fällt daher oftmals verstärkt und manchmal unangemessen aus, da sie einer subjektiven Verstärkung unterliegt.

Neben solchen Merkmalen, die im Charakter und der Persönlichkeit des Betroffenen begründet sind, können aber auch körperliche Ursachen für Panikattacken verantwortlich sein. So sind bei einigen Menschen Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion, Erkrankungen der Leber oder Defizite im Mineralstoffhaushalt ursächlich für das Auftreten von Panikattacken.

Auch das Absetzen von Medikamenten, das zu einer plötzlichen Änderung der Gefühlslage oder des körperlichen Befindens führt, kann Panikattacken bedingen. Daneben sind Panikattacken oftmals auch eine Begleiterscheinung anderer psychischer Erkrankungen wie etwa Depressionen.

Symptome und Verlauf

Das subjektive Empfinden der Betroffenen kann bei solchen Panikattacken bis zur letalen Bedrohung reichen und sich dabei auch in körperlichen Symptomen manifestieren. Typische Symptome sind u.a.:

Besonders bedrohlich sind auch die mit Panikattacken verbundenen Gefühle wie Ohnmacht oder die Furcht vor einem Kontrollverlust. Aus diesem Grunde werden die Betroffenen oftmals auch von einer Angst vor Panikattacken (der Angst vor der Angst) erfüllt.

Dies bringt sie dazu, Situationen und Lokalitäten aus dem Weg zu gehen, die sie mit dem Auftreten von Panikattacken verbinden. Panikattacken gehen nach einiger Zeit vorüber, in der Regel liegt ihre Dauer unter einer Stunde.

Diagnose

Zu Beginn der Diagnose einer Panikstörung liegt die körperliche Untersuchung. Durch sie werden physische Ursachen wie zum Beispiel Herzerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion oder Asthma ausgeschlossen, die ähnliche Symptome wie eine Panikstörung hervorrufen können. Welche Untersuchungen vorgenommen werden, wird dabei im Einzelfall entschieden, dazu zählen EKG, Blutuntersuchungen oder neurologische Untersuchungen.

Bleiben diese Untersuchungen ohne Befund, wird ein Psychologe versuchen, die Ursache für die wiederkehrenden Panikattacken herauszufinden. Diese Analyse dient auch dazu, andere psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Phobien zu erkennen. Liegen derartige Erkrankungen vor, ist die Panikstörung in vielen Fällen eine Begleiterscheinung, entsprechend wird die Behandlung sich auf die Haupterkrankung konzentrieren.

Die Diagnose erfolgt in Gesprächen und mit Hilfe von Fragebögen, die vom Arzt abgefragt oder vom Patienten selbst ausgefüllt werden. Häufig ist eine bestimmte Situation, in der der Betroffene großem Stress ausgesetzt war, der erste Auslöser einer Panikstörung. Die Analyse des Auslösers, der Häufigkeit und der Begleitumstände der Panikattacken hilft dabei, die richtige Therapie auszuwählen.

Behandlung und Therapie

Panikattacken werden meist mithilfe der Methoden der Verhaltenstherapie behandelt. Hierbei stellt die Konfrontationstherapie eine häufig eingesetzte verhaltenstherapeutische Maßnahme zur Behandlung von Panikattacken dar.

Bei der Konfrontationstherapie wird der Patient beabsichtigt in eine Situation versetzt, die bei ihm mit dem Auftreten einer Panik verknüpft ist. Unter Kontrolle wird ihnen hierbei verwehrt, dem angstauslösenden Moment zu entfliehen, sodass sie die Angst aushalten müssen. Hierbei können die Betroffenen sukzessive erlernen, dass ihre Befürchtungen unbegründet sind.

Die Folgen, die sie in ihrer Angst erwarten, treten ganz offensichtlich nicht ein. Dieser konfrontative Prozess läuft mit Unterstützung eines Psychologen oder Therapeuten ab. Die im Rahmen der Konfrontation erlebten Gefühle werden mit dessen Hilfe detailliert analysiert und aufgearbeitet.

Die mit Panikattacken verbunden körperlichen Symptome werden im Rahmen der Behandlung ebenfalls berücksichtigt, indem der Betroffene durch Konzentrations- und Entspannungstechniken lernt, diese eigenständig zu kontrollieren.

Durch die Konfrontationstherapie steigt die Reizschwelle und das Selbstbewusstsein des Betroffenen erhöht sich. Hierdurch wird er mit der Zeit in die Lage versetzt, auf Konfliktsituationen nicht mit Panikattacken zu reagieren.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen Panikattacken im Sinne einer echten medizinischen Prophylaxe gibt es nicht. In Anlehnung an die Behandlung von Panikattacken kann der Betroffene lernen, mit den Angstzuständen umzugehen.

Wesentlich ist hierbei die intellektuelle Verarbeitung und das Verständnis, dass die Angst objektiv betrachtet unbegründet ist.

Um dies zu erkennen ist es hilfreich die Situationen, die Panikattacken auslösen, nicht zu vermeiden, sondern sich ihnen zu stellen.

Der Erfolg lässt sich durch das Erlernen von Atemtechniken und bewusster Körperentspannung verstärken, sodass die Panikattacken erträglich werden oder ganz verschwinden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

susanne krieg kommentierte am 19.11.2016 um 18:50 Uhr

Hallo hab mal ne Frage: Sind psychische Störungen heilbar?

Stefan kommentierte am 22.11.2016 um 00:24 Uhr

@susanne krieg: Das ist abhängig von der Art der psychischen Störung. Panikattacken lassen sich durch Verhaltenstherapien sehr gut behandeln. Allerdings lässt sich das Wesen eines Menschen (z.b. ein ängstlicher Typ) dadurch nicht grundlegend verändern.