Virusinfektion

Letzte Aktualisierung am 14. Oktober 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Virusinfektion bezeichnet das Eindringen von Viren in einen Wirt. Sie vermehren sich in ihm und lösen mitunter Viruserkrankungen aus. Einige Viren lösen diverse Erkrankungen beim Menschen aus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Virusinfektion?

Virusinfektion

Eine Virusinfektion steht für den Zusammenhang, dass ein Virus aktiv oder passiv in eine Wirtszelle eingedrungen ist. Hier beginnt sie damit, die Zelle dazu zu veranlassen, Kopien ihrer selbst herzustellen. Der Niedergang der Zelle sorgt dann dafür, dass die Viren sich weiter verbreiten. Dabei sind Viren teils hochspezialisiert und befallen etwa nur bestimmte Zelltypen, bestimmte Arten von Lebewesen und so weiter.

Wird von einer Virusinfektion beim Menschen gesprochen, werden entsprechend auch nur die Viren betrachtet, die den Menschen als Wirt nutzen. Dabei gibt es allerdings viele Erreger, die auch andere Lebewesen befallen. Viren sind keine selbstständig zum Überleben befähigte Einheiten (sie werden nicht als Lebewesen betrachtet, da ihnen hierfür die Eigenschaften fehlen) und sind daher auf ihren Wirt angewiesen. Entsprechend töten die meisten Viren ihren Wirt nicht.

Die Krankheiten, die durch eine Virusinfektion auftreten können, sind vielmehr auf die niedergehenden Zellen und die Antworten des Immunsystems zurückzuführen. Hierbei kommt es fast immer zu Entzündungsreaktionen (durch die Bekämpfung der infizierten Zellen seitens des Immunsystems), die wiederum hauptursächlich für die Symptome sind.

Insgesamt sind Virusinfektionen als harmloser zu erachten als sonstige Infektionen. Viren bilden keine Toxine und können zum Beispiel keine Sepsis verursachen. Die meisten Menschen sind mit diversen Viren infiziert, die mitunter persistieren - also keinerlei Aktivität zeigen. Ausnahmen bilden Viren, die nicht den Menschen als Hauptwirt haben. Sie verursachen Krankheiten mit mitunter hohen Sterberaten. Darunter fallen zum Beispiel die Tollwut-Viren oder der Ebola-Erreger. Paradoxerweise handelt es sich auch beim Humanen Immundefizienz-Virus um ein nicht an den Menschen als Hauptwirt angepassten Virus.

Ursachen

Um die Ursachen einer Virusinfektion zu verstehen, muss ein Virus als solches betrachtet werden. Es handelt in der Regel um ein mehr oder minder ausgeprägte Proteinvesikel, in welchem sich eine Kopie des viralen Erbguts befindet. Mehrere Proteine an der Außenseite können für einen Zugang in verschiedene Wirtszellen sorgen. So kann ein Virus in eine Zelle gelangen.

Viren sind deutlich kleiner als zum Beispiel Bakterien oder Körperchen der Immunabwehr. Sie dringen also in Zellen ein und können dort ihre RNS oder DNS einbringen. Diese veranlasst die Wirtszelle dazu, Kopien des Virus zu produzieren. Da das Virus keinen eigenen Stoffwechsel hat, ist dies die einzige Möglichkeit der Vermehrung. Die neuen Viren verlassen die Zelle, weil diese abstirbt und vermehren sich weiter in ihrem Wirt. Dabei bevorzugen bestimmte Viren in der Regel bestimmte Zelltypen.

Die Übertragung der Viren erfolgt dabei auf verschiedensten Wegen. Häufig sind etwa Tröpfcheninfektionen, Kontaktinfektionen und Schmierinfektionen. Auch zu nennen sind Virusinfektionen über das Blut und andere Körperflüssigkeiten sowie durch stechende Insekten, Tierbisse und während des Geburtsvorganges. Die häufigsten Infektionen treten durch Tröpfcheninfektionen und direkten Kontakten mit den Viren auf.

Die Virusinfektion selbst führt zu keinerlei Krankheitssymptomen und in vielen Fällen kommt es lediglich zu generalisierten Infektionssymptomen. Diese sind zudem oftmals lokal begrenzt, betreffen also zum Beispiel nur die Nase, nur den Darm, nur die Augen und so weiter.

Eine Virusinfektion wird sich hingegen nicht ereignen, wenn die Viren keinerlei Möglichkeit haben, in eine Zelle einzudringen. Auch führt eine Virusinfektion in vielen Fällen nur dazu, dass ein Mensch zum Träger des Virus wird.

Warzen konnen durch Viren (Papillomviren) verursacht werden.

Formen und Typen

Viren sind ausgesprochen vielseitig. Es ist nicht genau bekannt, wie viele Viren den Menschen mit einer Virusinfektion belegen können. Fest steht aber, dass bestimmte Viren in bestimmten Gegenden der Welt häufiger sind als andere. Zudem sind die Durchseuchungsraten der Bevölkerungen höchst unterschiedlich.

Zu den Viren, die fast jeder Mensch in sich trägt, gehören etwa die Herpes-simplex-Viren, Varizella-Zoster-Viren, Eppstein-Barr-Viren und Cytomegalieviren. Weiterhin gibt es diverse Viren, die ihren Wirt über lange Zeit nicht schädigen und entsprechend persistieren. Darunter befindet sich zum Beispiel HIV. Außerdem führt eine Virusinfektion oftmals nur bei Menschen mit einem schlechten Immunsystem (durch Krankheit oder Stress) zu Symptomen. Herpes-Viren sind hier wieder zu nennen.

Krankheiten, die besonders häufig durch eine Virusinfektion ausgelöst werden, sind beispielsweise die Grippe, die Erkältung oder Durchfall. Zudem existieren zahlreiche Krankheiten, die teils nur lokal erworben werden können und diverse Krankheitsbilder, die unmittelbar mit einem bestimmten Virus in Zusammenhang stehen.

Prominente Vertreter sind die Formen der Hepatitis, Enzephalitis, das Pfeiffersche Drüsenfieber, Warzen, Dengue-Fieber und viele weitere. Außerdem gibt es noch die sogenannten Kinderkrankheiten. Bei ihnen ist es so, dass sie im Kindesalter weniger schädlich sind, als wenn ein Erwachsener an ihnen leidet. Darunter zählen zum Beispiel die Windpocken, die Röteln, Mumps und Scharlach.

Typische Krankheiten

Typische Krankheiten, die durch Viren hervorgerufen werden:

Symptome und Verlauf

Die Symptome einer Virusinfektion reichen von völliger Symptomlosigkeit bis hin zu einem schnellen und qualvollen Tod. So führen etwa diverse Herpes-Viren bei den wenigsten Menschen überhaupt zu Beschwerden, während Ebola schnell einen schlimmen Verlauf annimmt.

Unter den generalisierten Symptomen, die aufgrund einer Virusinfektion auftreten können, befinden sich zum Beispiel allgemeines Unwohlsein, Fieber, Schnupfen, Schmerzen, Fehlempfindungen der Nerven, Durchfall, Magenschmerzen, Hautblutungen, Husten und Müdigkeit. Niemals kommt es bei Virusinfektionen zur Eiterbildung oder zu Vergiftungserscheinungen. Fast alle Symptome lassen sich auf niedergegangene Körperzellen und die Aktivitäten des Immunsystems zurückführen.

Bestimmte Virusarten führen zu bestimmten Krankheiten mit sehr eindeutigen Symptomatiken. Darunter fallen zum Beispiel die Windpocken mit den typischen Hautveränderungen, die Kinderlähmung, das Zikavirus, Ebola, verschiedene Formen der Hepatitis und so weiter. Zudem sorgt HIV für den bekannten Untergang des Immunsystems. Einige andere Viren stehen zudem mit der Bildung von Tumoren im Zusammenhang, so zum Beispiel ein paar Arten der Humanen Papillom-Viren und Eppstein-Baar-Viren.

Zur Diagnose des exakten Erregers ist deswegen das Symptombild heranzuziehen. Zudem müssen sonstige Infektionen klar von einer Virusinfektion getrennt werden.

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Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Virusinfektion erfolgt in den meisten Fällen symptomatisch, da Viren kaum gezielt bekämpft werden können. Antibiotika wirken sich nicht aus und auch andere Mittel sind, schon aufgrund dessen, dass die Viren nicht biologisch aktiv und sehr klein sind, wenig hilfreich.

Jedoch gibt es Virustatika, die vor allem die Vermehrung von Viren behindern oder verhindern sollen. Sie wirken meist derart, dass sie bestimmte Stoffwechselprozesse, die nötig sind, damit das Virus in die Zelle eindringen oder sich vermehren (lassen) kann, behindern.

Die meisten Virusinfektionen klingen allerdings durch die Immunaktivität des Menschen wieder von allein ab. Hilfreich ist es, wenn Erkrankten sich schonen, viel Wasser trinken und auf eine Zufuhr von Vitamin C und Zink zu achten. Je nach Symptom können Erkrankte auch selbst aktiv werden. Ein Luftbefeuchter mildert einen trockenen Hals und Husten, Tabletten und das Gurgeln mit Flüssigkeiten können gegen Halsschmerzen helfen. Insgesamt ist die Bandbreite an symptomatisch wirkenden Arzneien und Hausmittel sehr groß.

Gegen bestimmte Virusinfektionen gibt es auch bestimmte Wirkstoffkombinationen. So ist eine HIV-Therapie etwa eine Kombinationstherapie aus verschiedenen antiretroviralen Medikamenten. Bei Virusinfektionen, die als nicht harmlos gelten, werden Virustatika in der Regel schneller verschrieben - beispielsweise bei der Gürtelrose oder Formen der Hepatitis.

Vorbeugung

Virusinfektionen vorzubeugen besteht aus mehreren Maßnahmen. So ist etwa der Kontakt mit Infizierten dahingehend zu meiden, dass die Infektionswege gemieden werden sollten. Dies gilt insbesondere für Krankheiten, die per Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden.

Virusinfektionen, die sich vor allem über Körperflüssigkeiten ausbreiten, können durch Maßnahmen aus dem Bereich des Safer Sex vorgebeugt werden. Auch das generelle Meiden von Körperflüssigkeiten kann sinnvoll sein. Vor Stichen und Bissen von Insekten schützen eine ausreichend schützende Kleidung und diverse Sprays.

Weiterhin gibt es gegen diverse Viren Impfungen. So kann etwa gegen Polio, Hepatitis B, diverse Tropenkrankheiten, Masern und Röteln geimpft werden. Zusätzlich stehen oftmals auch saisonal Impfungen gegen bestimmte Grippeviren zur Verfügung. Einer Virusinfektion kann jedoch niemals komplett vorgebeugt werden.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013


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