Herzinfarkt

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Januar 2015
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Ein Herzinfarkt, auch als Herzanfall oder Herzschlag bildet sich dann, wenn die Blutversorgung des Herzens, durch einen Verschluss (Gefäßpfropf) in den Herzkranzgefäße, unterbrochen wird. Das Herz kann nicht mehr ausreichend mit sauerstoff- und nähstoffhaltigem Blut versorgt werden. Die Folge: es kommt zu einem teilweisen Absterben von Herzmuskelgewebe. Typisch für einen Infarkt sind unerträglich starke Brustschmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Herzinfarkt?

Der Herzinfarkt wird in der Fachsprache auch als Myokardinfarkt (Myokard=Herzmuskel, Infarkt=Absterben) bezeichnet. Das Herz ist ein Muskel, der durch sein ständiges Pumpen den Körper mit Blut versorgt. Der Herzmuskel selbst benötigt für seine Arbeit auch Blut, mit dem er über die Herzkranzgefäße versorgt wird.

Bei einem Herzinfarkt sind die verstopften Gefäße nicht mehr in der Lage, dem Herzen die ausreichende Blutmenge und damit die erforderliche Sauerstoffmenge zur Verfügung zu stellen - es kommt zu einer irreversiblen (nichtumkehrbar) Zerstörung von Herzuskelgewebe, im schlimmsten Fall zu einem plötzlichen Herztod.

Jährlich erleiden eine Vielzahl von Patienten einen Herzinfarkt. Der Herzinfarkt wird zu den so genannten Zivilisationskrankheiten gezählt, da Risikofaktoren, wie Übergewicht, Rauchen, hoher Blutdruck, das Entstehen eines Infarkts begünstigen können. Hinzu kommen, neben einer Vielzahl von anderen Erkrankungen angeborene oder erworbene Herzfehler und Erkrankungen der Lunge.

Ursachen

Herzinfarkt als Folge von Arteriosklerose: Die schrittweise Ablagerung von Fett, Thromben, Bindegewebe und Kalk (Plaques) kann zum völligen Verschluss der Herzkranzgefäße (Infarkt) führen.

Ein Herzinfarkt bildet sich meist durch die koronare Herzkrankheit, selten kann ein Herzinfarkt auch durch eine Gefäßentzündung oder eine Embolie bewirkt werden.

Vor dem Herzinfarkt bilden sich in den Arterien Ablagerungen, die zu einer Querschnittsverengung und damit zu einer schlechteren Durchblutung führen.

Beim Herzinfarkt können sich an den Ablagerungen Blutgerinnsel bilden, wenn bei ihnen Risse entstanden sind. Die Ablagerungen verengen das Gefäß weiter und verschließen es schließlich vollständig, sodass es zum Herzinfarkt kommt.

Das Risiko für einen Herzinfarkt durch eine Arterienverkalkung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Als begünstigend für einen Herzinfarkt gelten eine ungesunde Lebensführung mit fettreicher Ernährung, Übergewicht und mangelnder Bewegung.

Auch ein hoher Blutdruck, Diabetes, und Rauchen erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt. Ein weiterer Risikofaktor ist das Alter, denn die Verkalkung, die zu einem Herzinfarkt führt, nimmt mit dem Alter zu. Außerdem ist das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, bei Männern höher als bei Frauen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome bei Herzinfarkt:

Bei den ersten Symptomen eines Herzinfarktes sollte so schnell wie möglich der Notarzt gerufen werden. Typische Symptome sind Brustschmerzen, die plötzlich auftretenden und dabei starke, drückende oder teilweise sogar brennende Schmerzen im Bereich der vorderen linken Brust verursachen.

Die Schmerzen strahlen dabei in den linken Arm aus und können sogar im Bereich des Rückens, des Kiefers sowie des Oberbauches auftreten. In diesem Zusammenhang ist ein Gefühl der Beklemmung, der Angst sowie der Enge zu verzeichnen.

Starker Schwindel und schwere Atemnot sowie Bewusstlosigkeit sind weitere Symptome eines Herzinfarktes. Etwa jeder zweite bis dritte Herzinfarkt tritt plötzlich auf, ohne zuvor Schmerzen zu verursachen. Ebenso kann es sogenannte stumme Infarkte geben, die schmerzlos verlaufen.

Insbesondere bei Frauen treten andere Symptome als bei Männern auf. Dort sind weniger Brustschmerzen als vielmehr Müdigkeit, Kurzatmigkeit sowie Schlafstörungen zu registrieren.

Die größte Gefahr für das Leben des Patienten sind das gefürchtete Kammerflimmern und so genannte Extrasystolen. Diese Herzrhythmusstörungen können, noch bevor der Patient überhaupt in Behandlung gelangt, zum plötzlichen Herztod führen.

Diagnose

Die Diagnose eines Herzinfarkt ergibt sich aus der Krankengeschichte des Patienten sowie aus den bestehenden typischen Symptomen. Weiteren Aufschluss gibt ein EKG (Elektrokardiogramm), bei welchem die elektrischen Aktivitäten des Herzmuskels aufgezeichnet werden. Hierbei lässt sich anhand der Kurven erkennen, ob ein Herzinfarkt stattgefunden hat, ob er schon länger zurück liegt oder frisch ist. Allerdings kommt es vor, dass trotz eines Infarktes während der ersten Stunden noch ein normales EKG angezeigt wird. Daher ist es nötig, die Diagnose mit weiteren Maßnahmen abzusichern.

Mit einer Blutuntersuchung kann man sogenannte Herzinfarkt-Marker feststellen. Durch den Herzinfarkt stirbt Herzmuskelgewebe ab, was zu einer Freisetzung von speziellen Eiweißen führt. Diese lassen sich im Blut nachweisen und gelten als Anzeichen für einen stattgefundenen Herzinfarkt.

Auch die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) wird bei Verdacht auf Herzinfarkt eingesetzt. Mit ihr kann man gestörte Bewegungen der Herzwände während der Kontraktion (Zusammenziehen) des Herzens sichtbar machen. Sind hier Störungen erkennbar, so deutet das auf eine Gewebsschädigung durch einen Herzinfarkt hin.

Behandlung und Therapie

Ein Herzinfarkt muss möglichst schnell behandelt werden. Die Behandlung erfolgt in der Regel im Krankenhaus auf der Intensivstation. Der Herzinfarkt wird hier durch die Beseitigung der Verstopfung in den Blutgefäßen behandelt.

Bei der Behandlung ist ein schnelles Vorgehen wichtig, da der Gefäßverschluss durch den Infarkt zu einer irreversiblen Schädigung des Muskelgewebes des Herzens führen kann. Zur Beseitigung des Gefäßverschlusses werden verschiedene Verfahren genutzt.

Bei der Thrombolysetherapie lösen Medikamente das Blutgerinnsel, das für den Herzinfarkt verantwortlich ist, auf. Diese Therapie kann schon vom Notarzt, der zum Patienten mit Herzinfarkt gerufen wird, eingeleitet werden.

Jeder Patient, der in der Klinik mit Verdacht auf Herzinfarkt ankommt, wird als Notfallpatient aufgenommen. Sofortmaßnahmen wie das Verabreichen von Nitroglycerin werden möglicherweise umgehend eingeleitet.

Die dringendsten Untersuchungen wie das EKG und eine Blutabnahme werden ebenfalls sofort durchgeführt. Je nach Art und Schwere des Herzinfarkts wird eventuell sofort operiert.

Bei der Akut-PTCA wird das verstopfte Gefäß mit einem Katheter geweitet und das Gerinnsel dadurch mechanisch beseitigt. Nach der Akut-PTCA wird meist ein Stent gesetzt. Bei einem schweren Herzinfarkt kann auch eine Umgehung der Engstelle mithilfe einer Bypass-Operation erforderlich werden.

Neben diesen Therapien, die angewendet werden nachdem der Herzinfarkt eingetreten ist, werden für den sich abzeichnenden Herzinfarkt schwächere Verfahren genutzt. Hierzu gehören die Gabe blutverdünnender und blutdrucksenkender Medikamente oder die Erhöhung der Sauerstoffzufuhr, bevor sich der Herzinfarkt vollständig gebildet hat.

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Vorbeugung

Dem Herzinfarkt kann vorgebeugt werden, indem die Risikofaktoren für die Arterienverkalkung, die ursächlich für die Entstehung des Herzinfarktes sind, minimiert werden. Zur Vorbeugung ist daher eine gesunde Lebensführung wesentlich. Insbesondere eine gesunde Ernährung, die Vermeidung von Übergewicht, ausreichende Bewegung und der Verzicht auf den Genuss von Nikotin beugen dem Herzinfarkt vor. Daneben ist eine Behandlung begünstigender Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck hilfreich. Außerdem sollte der Herzinfarktgefährdete nach Möglichkeit Stress vermeiden, um dem Herzinfarkt vorzubeugen.

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