Blutgerinnsel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. April 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Blutgerinnsel

Das Blutgerinnsel (medizinisch Thrombus) verschließt ein Blutgefäß, sodass der Patient unter Schmerzen sowie einer Schwellung leidet. Je nachdem, wo der Thrombus die Verstopfung (die Thrombose) herbeigeführt hat, treten unterschiedliche Symptome auf. Hauptsächlich entstehen Thrombosen in den Becken- sowie Beinvenen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Blutgerinnsel?

Blutgerinnsel - Die schrittweise Ablagerung von Fett, Thromben, Bindegewebe und Kalk (Plaques) kann zum völligen Verschluss der Blutgefäße führen.

Neben den Bein- und Beckenvenen sind auch immer wieder die Herzhöhlen von der Bildung eines Blutgerinnsels betroffen. Auch die Arterien, welche vom Herzen wegführen, können mit einem Thrombus verstopft werden.

Liegt eine derartige Verstopfung vor, spricht der Mediziner aber nicht von einem Thrombus; hier ist die Rede von einem Herzinfarkt. Jahr für Jahr erleidet rund eine von 1.000 Personen eine Thrombose. Statistisch gesehen sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Neben dem Geschlecht spielen auch das Alter sowie die ethnische Zugehörigkeit eine tragende Rolle. Auch bestimmte Risikofaktoren können die Bildung eines Blutgerinnsels begünstigen.

Neben der gewöhnlichen Thrombose gibt es auch die sogenannte Reisethrombose. Diese entsteht vor allem nach Langstreckenflügen. Auch wenn das Risiko bei einem gesunden Mensch gerade einmal bei 0,05 Prozent liegt (das sind etwa fünf Betroffene pro 10.000 Personen), erhöht sich das Risiko automatisch, wenn der Flug länger als sechs Stunden andauert.

Ursachen

Vorwiegend entsteht ein Blutgerinnsel auf Grund einer Gefäßwandschädigung, einer erhöhten Gerinnungsneigung, da die Blutzusammensetzung verändert wurde oder einen verlangsamten Blutfluss. Bereits 1856 wurden diese Ursachen bzw. Faktoren von Dr. Rudolf Virchow beschrieben; aus diesem Grund werden die drei Hauptgründe für ein Blutgerinnsel auch Virchow-Trias genannt.

Tritt eine venöse Thrombose auf, liegen die Ursachen in der erhöhten Gerinnungsneigung bzw. sind auf einem verlangsamten Blutfluss zurückzuführen. Die arterielle Thrombose entsteht auf Grund der Gefäßwandschädigung. Oftmals ist eine Arteriosklerose für eine derartige Schädigung verantwortlich.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Blutgerinnsels:

Die Symptome sind zu Beginn relativ untypisch. Der Patient klagt über belastungsabhängige Schmerzen, die spontan auftreten und sich nach dem Hochlagern des betroffenen Körperteils (etwa des Beins) bessern. Des Weiteren berichten Betroffene über ein Spannungsgefühl bzw. wird der Schmerz oftmals mit einem Muskelkater gleichgesetzt. Weitere Symptome sind Druckschmerzen an der Fußsohle, Wadenschmerzen bei einer Bewegung bzw. Beugung des Fußes oder auch bei ausgeübtem Druck.

Das betroffene Bein fühlt sich zudem auch wärmer an. Die Symptome können, müssen aber nicht immer auftreten. Je nach Mensch fallen die Anzeichen unterschiedlich aus. Tritt in Folge des Blutgerinnsels eine Lungenembolie auf, sind vorwiegend Symptome zu erkennen, welche die Atmung erschweren bzw. der Patient auch unter Angst, Unruhe sowie Schwindel leidet. Bildet sich das Blutgerinnsel im Arm, klagt der Patient über starke Schmerzen; oftmals zeichnen sich sogar Venen an der Armoberfläche ab.

Die größte Gefahr ist die Entstehung einer Embolie. Das Blutgerinnsel löst sich, wird im Blut aufgenommen und kann entweder in die Lunge oder eine Herzvene gelangen. Weitere lebensgefährliche Komplikationen treten auf, wenn bereits Bakterien vorhanden sind, welche eine Blutvergiftung verursachen. Bei einer rechtzeitigen Behandlung treten nur selten Komplikationen auf; die Prognose eines Blutgerinnsels ist positiv.

Bei einem Schlaganfall wird das Gehirn aufgrund eines Blutgerinnsels nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt.

Diagnose

Der Mediziner kann mit bildgebenden Verfahren - etwa einem Ultraschall - die Diagnose stellen. Da die Therapie sich dahingehend richtet, wie lange das Blutgerinnsel bereits besteht, ist es wichtig, dass dieses relativ schnell diagnostiziert wird. Ebenfalls ist es möglich, dass die D-Dimere im Blut bestimmt wird, damit der Mediziner ein etwaiges Blutgerinnsel ausschließen kann. Als Standardverfahren werden jedoch Ultraschalluntersuchungen angewandt; vor allem kommt es hier zur Kompressionssonographie bzw. Dopplersonographie. Neben dem Ultraschall kann auch eine Röntgenuntersuchung in Verbindung mit einem Kontrastmittel einen Aufschluss darüber geben, ob ein Blutgerinnsel vorliegt.

Behandlung und Therapie

Die Therapie zielt in erster Linie darauf ab, dass der Mediziner versucht, dass er das Blutgerinnsel löst und somit den Blutfluss wieder ordnungsgemäß herstellen kann. Die Behandlung wird Thrombolyse genannt und richtet sich danach, wie alt das Blutgerinnsel bereits ist. Der Patient erhält Heparin, welches dafür sorgt, dass der Blutfluss wieder hergestellt wird. Da Heparin die Blutgerinnung hemmt, kann somit das Gerinnsel aufgelöst werden.

Ebenfalls sollte der Patient die Beine hochlagern bzw. einen Kompressionsverband anlegen. In seltenen Fällen werden auch chirurgische Maßnahmen gesetzt. Der Mediziner entfernt das Blutgerinnsel operativ, wobei es hier die offene Thrombektomie, den Ballonkathete sowie Kompressionsthrombektomie gibt. Bei der offenen Thrombektomie wird das Blutgerinnsel entfernt; jedoch ist diese Methode nur möglich, wenn ein sehr kurzer Abschnitt von dem Gerinnsel betroffen ist. Bei dem Ballonkatheter wird ein Katheter eingeführt, welcher mit einem aufblasbaren Ballon verbunden ist.

Der Mediziner dirigiert den Katheter an dem Gerinnsel vorbei, bläst den Ballon auf kann somit das Gerinnsel zur Öffnungsstelle vorschieben, sodass eine mühelose Entfernung möglich ist. Bei der Kompressionsthrombektomie wird ein Druck auf die Vene ausgeübt und versucht, dass das Blutgerinnsel "herausgepresst" wird. Des Weiteren sind Nachsorgeuntersuchungen wichtig, damit der Arzt kontrollieren kann, ob die Behandlung zielführend ist bzw. die operative Methode zum Erfolg geführt hat.

Rezeptfreie Medikamente gegen Thrombose


Vorbeugung

Ein Blutgerinnsel kann sehr wohl durch regelmäßige Bewegung sowie auch mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr vorgebeugt werden. Ebenfalls ist es wichtig, dass nach Operationen jeglicher Art Stützstrümpfe getragen werden. Auch langes Stehen bzw. Sitzen, Nikotin, starkes Übergewicht sowie Alkohol begünstigen ein Blutgerinnsel.

Auch die Anti-Baby-Pille kann in diesem Zusammenhang das Risiko eines Blutgerinnsels deutlich erhöhen, vor allem wenn weitere Risikofaktoren (Übergewicht, Rauchen) vorliegen. Vor Langstreckenflügen empfiehlt es sich etwa blutverdünnende Medikamente einzunehmen.

Bücher über Thrombose (Blutgerinnsel)

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Blutgerinnsel?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?