Angina pectoris

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. Dezember 2014
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Angina pectoris (Herzenge, Brustenge, Herzschmerzen) bezeichnet typische Beschwerden bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße (KHK). Die Angina pectoris wird durch eine Minderdurchblutung des Herzens hervorgerufen. Die brennenden oder dumpfen Schmerzen bzw. das beengende Druckgefühl auf der Brust treten in der Regel plötzlich auf und können mehrere Minuten andauern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Angina pectoris?

Eine eigenständige Krankheit ist die Angina pectoris (Brustenge, Herzenge) nicht, sondern stattdessen ein Symptom für diverse kardiovaskuläre Grunderkrankungen. Bei der Angina pectoris, in der Fachsprache auch als Stenokardie bezeichnet, unterscheidet man zwischen einer stabilen und einer instabilen Form. Bei der stabilen Variante tauchen die Beschwerden nur bei Bewegung und Beanspruchung des Herzmuskels auf.

Die instabile Form dagegen ist ein ständiger Begleiter, die Beschwerden sind auch in Ruhelage noch vorhanden und verschwinden auch nicht, indem die Liegeposition verändert wird, was eine Besserung der stabilen Angina pectoris bewirken kann.

Ursachen

Angina pectoris ist eines der Kardinalssymptome für den Herzinfarkt. Die stabile Form stellt noch kein erhebliches Risiko dar, die instabile dagegen ist ein Grund zum sofortigen Arztbesuch.

Brustenge deutet aber nicht nur auf einen möglichen baldigen Infarkt hin, sondern auch auf nahezu jede andere Erkrankung des Herzmuskels.

In Frage kommen etwa koronare Herzkrankheiten, Herzinsuffizienz oder eine Perikarditis oder Myokarditis. Gelegentlich tritt die Angina pectoris als Anzeichen einer Schilddrüsenstörung auf: In Frage kommen Über- und Unterfunktionen sowie die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis.

Darüber hinaus gibt es auch Erkrankungen des Magens, des Darms und der umliegenden Organe, die Beschwerden ähnlich der Brustenge hervorrufen können und deswegen mit ihr verwechselt werden.

Anginen kommen aber auch bei psychischem Stress vor, wenn der Auslöser stark genug war. Sie fallen dann in den psychosomatischen Bereich. Bekannt sind sie auch als Symptome einer Depression. Bevor dies als Ursache festgelegt werden kann, müssen jedoch alle körperlichen Probleme ausgeschlossen worden sein.

Die Symptome von Angina Pectoris können in Bauchregion, Rücken, Nacken, Schultern oder Hals- und Kieferregion ausstrahlen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Angina pectoris:

Eine Angina pectoris (Herzenge) ist durch unterschiedliche Beschwerden gekennzeichnet. Zu den typischen Symptomen zählen u.a. Brustschmerzen, Atemnot, ein Druck- und Beklemmungsgefühl des Brustkorbes, Schweißausbrüche, Taubheitsgefühle der oberen Extremitäten. Nicht selten leiden die Betroffenen unter dem Gefühl zu ersticken.

Der Verlauf der stabilen Angina pectoris ist in einzelne Stadien gegliedert. Im frühen Stadium werden die Beschwerden gar nicht oder nur kaum z.B. bei starker bzw. dauerhafter Belastung wahgenommen. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Betroffenen so gut wie gar nicht mehr körperlich belastbar und Beschwerden treten sogar ohne Belastung (Ruhe) auf.

Diagnose

Bei einer akuten Form von Angina pectoris erfolgt muss ein Arzt zunächst einen Herzinfarkt ausschließen. Zur genaueren Diagnose wird der Patient einem EKG und einer Blutuntersuchung unterzogen. Kann der Herzinfarkt als mögliche Ursache für die Herzenge ausgeschlossen werden, erfolgt eine systematische Befragung (Anamnese) durch den Arzt, über Art und Dauer der Beschwerden. Neben der Untersuchung von Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerwerten, können auch weitere Diagnoseverfahren wie Herzultraschall oder Kardio-MRT zum Einsatz kommen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Angina pectoris richtet sich stets nach der Ursache. Zunächst wird eine Blutprobe genommen, um sie auf Indikatoren für ein Herzproblem zu untersuchen. Der Herzinfarkt wird mit der sofortigen Gabe von Nitroglycerin behandelt, um ihn abzuwenden.

Liegt hingegen ein anderes Herzproblem vor, muss die Behandlung entsprechend angepasst werden - bei der Peri- und Myokarditis wird beispielsweise mit Antibiotika und Schmerzmitteln über einen längeren Zeitraum hinweg behandelt.

Schilddrüsendefekte werden mit der Gabe von Hormonen oder Jod behandelt, was sich nach der Art der Störung richtet. Die Brustenge wird nach einiger Zeit verschwinden. Auch alle anderen potenziellen Auslöser der Angina pectoris sind durch Medikamente oder kleinere Eingriffe rasch heilbar.

Liegen hingegen psychische Gründe vor, richtet sich die Behandlung an der Psyche aus und das Problem wird medikamentös oder im Gespräch gelöst. Zur kurzfristigen Besserung kann man die Angina pectoris behandeln, indem man den Oberkörper im 45°-Winkel oder noch höhergelagert ausruht.

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Vorbeugung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Angina pectoris beugt man am effektivsten durch körperliche Bewegung und eine ausgewogene und gesunde Ernährung vor.

Fettiges Essen und zu wenig Sport werden heute als Auslöser der meisten Herzerkrankungen gesehen. Darüber hinaus sollte man auch auf den Stress achten, denn dieser kann eine körperlich und psychisch bedingte Angina pectoris auslösen.

Entspannung und Ausgleich zum stressigen Alltag sind daher besonders wichtig. Den Stoffwechselerkrankungen wie den Schilddrüsenproblemen kann man hingegen nicht vorbeugen, da sie meist erblich bedingt sind.

Wer bereits eine solche Störung diagnostiziert bekommen hat, sollte sich gegen die Angina pectoris regelmäßig dem Arzt vorstellen und keinesfalls eigenmächtig die Therapie abbrechen, die ihm verordnet wurde, da sie das erneute Auftreten der Brustenge und weit gefährlicherer Symptome verhindert.

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