Bluthusten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Bluthusten

Unter einer Hämoptyse oder Hämoptoe versteht man den klassischen Bluthusten. Hier hustet der Patient Blut aus, welches oftmals auch unter einer Beimengung von Schleim sein kann. Vorwiegend sind unterschiedliche Erkrankungen der |Lunge oder der Atemwege für den Bluthusten verantwortlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bluthusten?

Der Bluthusten selbst ist keine eigenständige Krankheit. Vielmehr handelt es sich um ein Symptom, welches von einer Vielzahl von Erkrankungen ausgelöst werden kann. Hier spricht der Mediziner von dem Sputum - dem schleimigen Auswurf. Der Auswurf, der neben Schleim auch Blut beinhalten kann, stammt entweder aus der Lunge oder den Atemwegen des Patienten. Im Regelfall handelt es sich um venöses Blut; oftmals kann auch arterielles Blut ausgehustet werden.

Bei arteriellem Blut ist der Auswurf relativ schaumig. Bei einem Bluthusten ist es wichtig, dass der Betroffene ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt. Der Bluthusten bzw. die Hämoptoe ist von etwaigen Krankheiten wie Blutungen aus dem Magen, Nasenbluten oder auch Blutungen der Speiseröhre zu unterscheiden; viele Patienten verwechseln diese Erkrankungen, da die Symptome (Blutungen im Mund) ähnlich sind.

Bei Bluthusten kann eine Hämatemesis zu Grunde liegen. Hierbei wird Blut aus dem Magen bzw. der Speiseröhre erbrochen.

Ursachen

Es gibt unterschiedliche Ursachen, weshalb ein Bluthusten entsteht. Oftmals tritt der klassische Bluthusten im Rahmen einer Tuberkulose-Erkrankung auf. Auch eine Lungenembolie kann für einen Bluthusten verantwortlich sein. Hier entsteht eine Verstopfung der Blutgefäße, welche in der Lunge vorhanden sind. Oftmals entsteht eine derartige Verstopfung auf Grund einer Beinen- oder Becken-Thrombose. Somit verbinden sich die Blutplättchen, sodass ein Blutgerinnsel entsteht. Wenn sich ein dementsprechendes Gerinnsel löst, tritt der sogenannten Bluthusten auf.

Weitere Ursachen sind Lungenkrebs, eine Infektionskrankheit der Lunge oder auch ein Lungenriss. Bei diesen Krankheiten werden etwaige Blutgefäße in der Lunge beschädigt. Auch eine Lungenstauung oder Abszesse können einen Bluthusten verursachen. Bei einer Bronchiektasie ist ebenfalls ein Auswurf von Blut möglich. Bei dieser Erkrankung weiten sich die Bronchien aus; die kleinen Taschen, welche dadurch entstehen, füllen sich sodann mit Eiter.

Danach entsteht eine Infektion, das betroffene Gewebe stirbt ab und der Blutauswurf entsteht. Es gibt auch vererbbare Ursachen und Formen. Das Osler-Syndrom zählt zu den häufigsten vererbbaren Krankheiten, welches für den Bluthusten verantwortlich sein kann. Beim Osler-Syndrom bilden sich sogenannte Knoten auf der Innenseite der Lunge. Auch beim Ceelen-Gellerstedt-Syndrom ist ein Bluthusten möglich. Auch dieses Syndrom zählt zu den vererbbaren Krankheiten.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Der Mediziner stellt die Diagnose auf Grund der Ursache. Das bedeutet, dass er zuerst die Gründe für den Bluthusten sucht. Zuerst befragt der Arzt den Patienten, seit wann dieser blutige Auswurf besteht. Ebenfalls wird der Patient befragt, ob der Bluthusten immer oder nur nach bestimmten Umständen auftritt. Des Weiteren ist es wichtig, dass etwaige Begleitbeschwerden oder auch Vorerkrankungen berücksichtigt werden. Schlussendlich überprüft der Arzt den Blutdruck sowie die Herztöne des Patienten.

Danach erfolgt eine genaue Untersuchung des Auswurfs. Diese Untersuchung ermöglicht es, dass der Mediziner abklärt, ob es sich um arterielles oder venöses Blut handelt. Leidet der Patient unter einer echten Hämoptoe, ist das Blut hellrot gefärbt. Bei einer dunklen bzw. schwarzen Farbe liegt der Verdacht nahe, dass es sich um Magenblutungen handelt. Vor allem muss der Arzt auch die Lunge abhören. So kann er etwaige Blutungen, welche direkt in der Lunge auftreten, lokalisieren. Da es nicht möglich ist, dass der Arzt erkennt, ob es sich um Blutungen aus den Atemwegen oder dem Gastrointestinaltrakt handelt, ist es wichtig, beide Möglichkeiten zu überprüfen.

Der Mediziner erstellt des Weiteren ein Blutbild, damit er etwaige Infektionen oder Tumormarker erkennen kann. Ebenfalls kann der Mediziner ein Röntgenbild anfertigen lassen. Auch mit Hilfe einer sogenannten Bronchoskopie ist es möglich, dass er die Blutung lokalisiert und etwaige Ursachen herausfindet. Auf den Röntgenbildern erkennt der Mediziner, ob es sich um einen Abszess, eine Lungenentzündung oder Tuberkulose handelt. Eine weitere Möglichkeit ist die Untersuchung mittels einer Computertomographie. Hier wird der Brustkorb untersucht, welcher einen Aufschluss darüber gibt, ob bereits ein Krankheitsprozess in den Bronchien stattgefunden hat. Ebenfalls kann eine Bronchoskopie den Ursprung der Blutung darstellen. Auf Grund der Tatsache, dass der Bluthusten je nach Ursache unterschiedliche Auswirkungen haben kann, ist eine Vorhersage des Krankheitsverlaufs nicht möglich.

Behandlung und Therapie

Stellt der Mediziner die Ursache des Bluthustens fest, beginnt er mit der Therapie. Hier richtet sich die Therapie und Behandlung jedoch nach der Grunderkrankung und nicht nach dem Symptom des Bluthustens. In erster Linie verordnet der Mediziner - bei Infektionen oder Entzündungen – Antibiotika.

Bei Lungenkrebs verweist der Arzt auf eine Strahlen- oder Chemotherapie. Tritt der Bluthusten auf Grund einer Erbkrankheit auf, sind die Therapiemöglichkeiten begrenzt. Bei einem Gellerstedt-Syndrom gibt es keine direkte Behandlung und Heilung; viele Patienten sterben bereits rund 12 Jahre nach dem erstmaligen Auftreten des blutigen Auswurfs.



Vorbeugung

Der Bluthusten kann, auf Grund der Tatsache, dass er im Endeffekt ein Symptom ist, nicht vorgebeugt werden.

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