Zahnfleischbluten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Mai 2017
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Zahnfleischbluten kann auf eine mangelnde Mundhygiene hindeuten. Viele Menschen bemerken hin und wieder Blutspuren auf der Zahnbürste oder Zahnseide. Die Gründe sind meist entzündliche Prozesse des Zahnhalteapparats. Bei einigen Betroffenen tritt das Zahnfleischbluten jedoch weitaus häufiger (täglich) auf. Dies kann auch ein Hinweis auf eine Grunderkrankung, außerhalb der Mundregion, sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zahnfleischbluten?

Diverse Blutungen am Zahnfleisch, die fachlich richtig als Zahnfleischbluten bezeichnet werden, treten nach mechanischen, oberflächlichen Verletzungen des Zahnfleisches auf. In diesem Zusammenhang können einige Nahrungsmittel, die recht hart und spröde sind, zu Verletzungen des Zahnfleisches führen.

Kleine Gefäße im Zahnfleisch werden beim Zahnfleischbluten verletzt, sodass es zu relativ kurzen und schnell vorüber gehenden Blutungen kommt. Die verletzen Blutgefäße befinden sich im Plattenepithel, welches aus mehreren Schichten besteht und durch Verletzungen zu Zahnfleischblutungen führen können.

Darüber hinaus können die Blutungen durch andere Ursachen begründet werden, die nicht in Verletzungen des Zahnhalteapparates liegen. Das Zahnfleischbluten tritt in der Regel am Übergang der Zähne in das Zahnfleisch auf.

Ursachen

Das Zahnfleischbluten hat ganz unterschiedliche Ursachen und Auslöser. Diese müssen nicht immer in Verletzungen des Zahnfleisches beim Kauvorgang begründet sein. Auch spezielle entzündliche Vorgänge tragen dazu bei, dass die Betroffenen unter Zahnfleischbluten leiden.

Ein enger ursächlicher Zusammenhang besteht zwischen Zahnfleischbluten und entzündlichen Prozessen des Zahnfleisches sowie Entzündungen des Zahnhalteapparates. In diesem Bezug wird beim Zahnfleischbluten von einer bestehenden Gingivitis oder einer Parodontitis gesprochen.

Darüber hinaus können neben dem Kauprozess ebenfalls nicht optimal angepasste Zahnspangen oder Zahnprothesen und das Knirschen mit den Zähnen gleichsam zu Zahnfleischbluten beitragen.

Blutkrankheiten der roten Blutkörperchen, Veränderungen des Hormonhaushaltes, Mangel an Vitamin C, eine Leukämie, Diabetes mellitus sowie eine Versorgungsstörung mit Kalzium begünstigen Zahnfleischbluten. Einige Medikamente, die insbesondere bei einer Thrombosegefährdung als Blutverdünner verabreicht werden, können gleichsam ein Zahnfleischbluten auslösen.

Zahnfleischbluten ist häufig das Ergebnis einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis).

Wann zum Arzt?

Ob beim Zahnfleischbluten ein Arzt aufgesucht werden muss, kann nicht universell vorhergesagt werden. In der Regel tritt das Zahnfleischbluten vor allem beim Putzen der Zähne auf. Falls es den Patienten nicht weiter stört und nicht zu Schmerzen oder unangenehmen Gefühlen führt, muss das Zahnfleischbluten nicht zwingend von einem Arzt behandelt werden. Eine Behandlung zu Hause ist mit einer speziellen Zahnpasta oder Zahnspülung möglich und kann das Zahnfleischbluten sowohl behandeln als auch vorbeugen.

Tritt das Zahnfleischbluten allerdings beim Essen oder Trinken auf, so sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden. Hier kann es zu Entzündungen oder Infektionen durch Essensreste kommen. Außerdem führt Zahnfleischbluten beim Essen in der Regel zu Schmerzen, die behandelt werden sollten.

Ein Arzt sollte auf jeden Fall auch dann aufgesucht werden, wenn das Zahnfleischbluten im gewöhnlichen Zustand auftritt, ohne dass der Patient sich die Zähne putzt oder Nahrung zu sich nimmt. In diesem Fall muss das Zahnfleischbluten nicht direkt durch Ursachen aus dem Mundraum auftreten, sondern kann auch durch Blutdruckschwankungen entstehen. Allerdings sollte trotzdem zuerst ein Zahnarzt aufgesucht werden, um eine erste Einschätzung der Ursachen zu erhalten.

Symptome und Verlauf

Wenn es sich um einmalige Verletzungen des Zahnfleisches durch mechanische Einwirkungen handelt, ist das Zahnfleischbluten nur vorübergehend. Bestehen jedoch andere Ursachen, treten die Zahnfleischblutungen erst seltener, im späteren, unbehandelten Verlauf viel häufiger, intensiver und regelmäßig auf.

Das Zahnfleischbluten wird oftmals begleitet von mehr oder weniger starken schmerzhaften Beschwerden sowie eindeutigen Entzündungszeichen des Zahnfleisches. Wenn Zahnfleischbluten durch eine Überdosierung von Blutverdünnern zum Vorschein kommt, hält das Zahnfleischbluten länger an. Das Aufsuchen eines Zahnarztes ist unbedingt zu raten.

Diagnose

Bei Zahnfleischbluten ist der Zahnarzt Ansprechpartner. Im ersten Patientengespräch erfragt der Arzt, ob bestimmte Krankheiten wie Diabetes, Herzkrankheiten, Blutungsstörungen oder Osteoporose vorliegen und welche Medikamente die Patienten aktuell einnehmen. Zudem interessiert ihn, seit wann das Zahnfleisch blutet und ob es schmerzt. Bei weiblichen Patienten wird nach einer bestehenden Schwangerschaft und nach der letzten Regel gefragt.

Während der Untersuchung der Mundhöhle verschafft sich der Arzt einen Überblick über den Gesundheitszustand der Zähne und des Zahnfleisches. Der Zahnarzt sieht sofort, ob eine Schwellung des Zahnfleisches vorliegt, es gerötet ist oder gar blutet. Mithilfe einer Sonde lässt sich messen, ob ein Rückgang des Zahnfleisches zu verzeichnen ist und der Sulkus, das ist der Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch, vertieft ist. Treten bei der Untersuchung im Mundraum Blutungen auf, ist das ein Zeichen für das Vorliegen einer Entzündung.

Bei chronischen oder aggressiven Formen von Zahnfleischbluten fertigt der Zahnarzt zusätzlich Röntgenaufnahmen des Kiefers an, die eine Rückbildung des Kieferknochens erkennen lassen. In bestimmten Fällen kann es außerdem notwendig sein, dass ein Abstrich im Sulkus erfolgen muss, um die Erreger genau zu identifizieren.

Besteht das Zahnfleischbluten aufgrund allgemeiner Erkrankungen, kann es sein, dass der Zahnarzt den Betroffenen an weitere Fachärzte überweist, die dann weitere Untersuchungen veranlassen.

Komplikationen

Zahnfleischbluten deutet in der Regel auf eine Entzündung hin, sodass damit auch unterschiedliche Komplikationen auftreten können. Liegt eine solche Entzündung vor, so kann es unter Umständen zur Bildung von Eiter kommen. Reste vom Essen bringen Bakterien mit und sind in solchen Fällen der Auslöser für eine solche Komplikation. Außerdem können bei einer solchen Entzündung beim Essen oder auch im Ruhezustand auftreten. Eine Behandlung mit entzündungshemmenden Wirkstoffen ist in so einem Fall unerlässlich. Zahnfleischbluten kann außerdem auch durch eine äußere Gewalteinwirkung entstehen. Auch in so einem Fall besteht die Gefahr einer schweren Entzündung. Wird die Mundhygiene vernachlässigt, so wird die Wahrscheinlichkeit einer Entzündung um ein Vielfaches erhöht. Ein Zahnarzt sollte in so einem Fall definitiv aufgesucht werden, da ansonsten weitere Komplikationen drohen. Im schlimmsten Fall kann es zu einer gefährlichen Blutvergiftung kommen, falls Bakterien oder Eiterflüssigkeit in das Blut gelangen. Nur mit entsprechenden Medikamenten können besagte Komplikationen frühzeitig behandelt werden, sodass eine vollständige Genesung gewährleistet werden kann.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung beim Zahnfleischbluten erfolgt selbstständig und weitgehend durch den Zahnarzt. Dieser ist in der Lage, die Ursachen für das Zahnfleischbluten eindeutig zu erfassen und eine Therapie vorzunehmen.

Wenn die Patienten das Zahnfleischbluten als einmalig und selten bezeichnen, kann eine Gingivitis zugrunde liegen.

Durch den Einsatz von medizinischen Mundspülungen in Form der Clorhexidinlösung oder auf Basis von Naturheilmitteln wie Kamille-, Myrrhe- und Salbeiauszügen kann die Zahnfleischblutung behandelt werden. Diese Produkte wirken entzündungshemmend und antibakteriell.

Beim Zahnfleischbluten durch eine Parodontitis erfolgt eine gezielte zahnmedizinische Therapie im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung und andere Maßnahmen. Während dieser Eingriffe werden sowohl hartnäckiger Zahnbelag als auch Zahnstein beseitigt.

Außerdem wird beim Auftreten von Zahnfleischbluten bei der zahnmedizinischen Therapie eine Ausräumung der Zahnfleischtaschen in Erwägung gezogen. Beim Vorliegen bereits diagnostizierter Grund- oder Begleitkrankheiten kommt eine krankheitsbezogene Therapie zur Anwendung. Diese muss in der Regel in Absprache mit den anderen behandelnden Fachärzten erfolgen.



Vorbeugung

Zu den wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen gegen Zahnfleischbluten, die bereits bei der individuellen Zahnpflege umgesetzt werden können, gehören das schonende und dennoch intensive Reinigen der Zähne und eine vorsorgliche Mundhygiene.

Bei der Zahnreinigung kommt es insbesondere auch darauf an, die Zahnzwischenräume schonend zu säubern.

Außerdem können antibakteriell wirkende Mundspülungen helfen, entzündliche Vorgänge am Zahnfleisch zu vermeiden.

Dies trägt zu einer ausgezeichneten Prophylaxe gegen Zahnfleischbluten bei. Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung und -behandlung sind ebenfalls hilfreich, um Zahnfleischbluten zu vermeiden.

Bücher über Zahnfleischbluten

Quellen

  • Gängler P. et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme Verlag. 3. Auflage 2010
  • Reitemeier B.: Einführung in die Zahnmedizin. Thieme Verlag. 1. Auflage 2006
  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2009
  • Hellwege, K.D.: Die Praxis der zahnmedizinischen Prophylaxe, Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2003
  • Kramer E. Prophylaxefibel, Grundlagen der Zahngesundheit; Deutscher Zahnärzte Verlag (2009)

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