Bronchoskopie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. August 2016
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Bei der Bronchoskopie handelt es sich um ein Untersuchungs- und Behandlungsverfahren, das mit einem Endoskop durchgeführt wird. Die Methode trägt auch die Bezeichnung Lungenspiegelung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bronchoskopie?

Mit einer Bronchoskopie sind sowohl medizinische Untersuchungen als auch Therapien möglich. Das Verfahren trägt zudem die Bezeichnung Lungenspiegelung und erfolgt mithilfe eines Endoskops, das über Mund oder Nase in den Körper gelangt. Über die Luftröhre (Trachea) erreicht das Bronchoskop die Bronchien in der Lunge und ermöglicht eine gründliche Analyse.

Die erste Untersuchung und Behandlung mithilfe eines optischen Gerätes gelang im Jahr 1897 dem deutschen Laryngologen Gustav Kilian (1860-1921), der als Begründer der Bronchoskopie gilt. 1966 wurde von dem japanischen Mediziner Shigeto Ikeda (1925-2001) ein flexibles Bronchoskop entwickelt.

Anwendung und Funktion

Zur Anwendung kommt die Bronchoskopie zum Untersuchen und Behandeln von Bronchien- und Lungenerkrankungen. Dabei leiden die betroffenen Personen unter Beschwerden an den Atemwegen wie dauerhaftem Husten oder blutigem Auswurf. Diese Symptome können durch Atemwegserkrankungen wie Bakterien- oder Pilzinfektionen, eine Lungenentzündung (Pneumonie), einen Lungenabszess, der zur Ansammlung von Eiter in den Lungen führt, oder einen Lungentumor verursacht werden.

Besonders bei Lungenkrebs stellt die Bronchoskopie eines der bedeutendsten Untersuchungsverfahren dar. So lässt sich dabei eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen und anschließend feingeweblich untersuchen. Die Entnahme der Gewebeprobe erfolgt mit einer kleinen Zange, die am Bronchoskop angebracht ist. Des Weiteren eignet sich die Bronchoskopie zur Entnahme von Gewebe vergrößerter Lymphknoten. Diese befinden sich im Mediastinum der Brusthöhle.

Vorgenommen wird eine Bronchoskopie aber auch, um Behandlungen durchzuführen. Dabei lässt sich bei Asthma bronchiale Sekret wie ein Schleimpfropfen absaugen. Ebenso ist die Lungenspiegelung zum Stillen von Blutungen sowie zum Entfernen von Fremdkörpern aus den Atemwegen geeignet.

Wird ein Patient beatmet, hilft die Bronchoskopie dabei, den Beatmungsschlauch korrekt zu positionieren. Ebenso ist das Einsetzen von Stents möglich, um die Atemwege offen zu halten.

Methoden und Verfahren

Bei der Bronchoskopie gilt es, zwischen der starren sowie der flexiblen Bronchoskopie zu unterscheiden. Die starre Bronchoskopie, die unter Narkose erfolgt, gestattet umfangreichere Eingriffe. Sie kommt in erster Linie bei Kindern oder andauernden Lungenblutungen zum Einsatz. Außerdem eignet sich das Verfahren zum Entfernen von Fremdkörpern, dem Einsetzen von Stents in der Luftröhre sowie zur Diagnose von Lungenkrebs.

Weitgehend ersetzt wurde die starre Bronchoskopie jedoch mittlerweile von der flexiblen Bronchoskopie. So ist in den meisten Fällen mit den flexibleren Instrumenten eine schonendere und effektivere Untersuchung bzw. Behandlung der Patienten möglich. Außerdem bedarf es keiner Narkose.

Da der Durchmesser der flexiblen Bronchoskope mit 2 bis 3 Millimetern gering ausfällt, kommen sie auch bei Kindern zur Anwendung. Ihr entscheidender Vorteil besteht in ihrer geringeren Verletzungsgefahr, wobei sie sich tiefer als starre Bronchoskope einführen lassen. Dabei kann die flexible Bronchoskopie Gewebeproben entnehmen, nach Lungentumoren suchen, Fremdkörper diagnostizieren, Atemwegseinengungen abklären, Beatmungsschläuche korrigieren oder einen Schleimpfropf absaugen.

Im Vorfeld einer Bronchoskopie fertigt der behandelnde Arzt Röntgenaufnahmen des Brustkorbs sowie ein EKG an, um bestimmte Vorerkrankungen auszuschließen. Dazu gehören ein akuter Herzinfarkt, eine schwere Herzmuskelschwäche, Störungen der Blutgerinnung oder starke Lungenfunktionsstörungen. Außerdem bestimmt er den Blutgerinnungsstatus.

Was muss der Patient beachten?

Am Tag der Bronchoskopie ist es wichtig, dass der Patient mindestens vier Stunden vor Untersuchungsbeginn keine Nahrung und Getränke mehr zu sich nimmt. Auch auf das Rauchen muss er verzichten. Erst zwei Stunden nach der Bronchoskopie darf der Patient wieder Nahrung zu sich nehmen, damit er sich wegen der Betäubung des Rachens nicht verschluckt.

Darüber hinaus müssen Medikamente mit blutverdünnender Wirkung rechtzeitig abgesetzt werden. Im Anschluss an die Bronchoskopie sollte der Patient zeitweise auf das Autofahren verzichten, weil er in der Regel eine Kurznarkose oder ein Beruhigungsmittel erhält.

Ablauf und Durchführung

Normalerweise nimmt eine Bronchoskopie lediglich 15 bis 20 Minuten in Anspruch. Damit die Lungenspiegelung einen leichteren Verlauf nimmt, verabreicht der Arzt dem Patienten zumeist ein Schlafmittel oder eine örtliche Betäubung in Form eines Sprays, um den Würgereiz, der durch das Einführen des Bronchoskops entsteht, zu unterdrücken. Danach positioniert sich der Patient während der Untersuchung auf dem Rücken.

Zu Beginn der Untersuchung führt der Arzt das Bronchoskop über die Nase oder den Mund in die Luftröhre des Patienten ein. Ist das Endoskop in der Lunge angelangt, erfolgt die Untersuchung der Atemwegsschleimhäute. Die Untersuchung kann bis zur vierten Abzweigung der Bronchien reichen. Schmerzen empfindet der Patient dabei nicht. Bestimmte Abschnitte können auch durchgespült werden. Die Spülflüssigkeit lässt sich anschließend absaugen.

Falls erforderlich, entnimmt der Arzt aus der Lunge auch kleinere Gewebeproben. Des Weiteren können Zellen oder Bakterien gewonnen werden, deren Untersuchung dann in einem Labor stattfindet.

An das Bronchoskop sind eine Kamera plus Lichtquelle, Kanäle, die zum Einlassen von weiteren medizinischen Instrumenten dienen, sowie Zugänge zum Absaugen und Spülen angeschlossen. Sofern es nötig ist, lassen sich mit dem Endoskop auch therapeutische Maßnahmen durchführen.

Während der Bronchoskopie stehen Herz- und Atemfunktionen des Patienten unter ständiger Überwachung. Nicht selten findet im Anschluss an die Lungenspiegelung eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs statt, um der Gefahr eines Lungenkollapses entgegenzuwirken. Außerdem muss sich der Patient noch 24 Stunden lang ruhig verhalten. Ist die Untersuchung der entnommenen Proben abgeschlossen, informiert der Arzt den Patienten, unter welcher Erkrankung er leidet und behandelt ihn entsprechend.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Bronchoskopie, wenn eine entsprechende Untersuchung oder Behandlung mit einem Bronchoskop erfolgen muss. Dies kann zum Beispiel zum Ausschließen einer Krebserkrankung dienen.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Beim Durchführen einer Bronchoskopie sind auch gewisse Risiken möglich. So besteht durch die mechanische Einwirkung des Endoskops die Gefahr von Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden oder Nasenbluten. Bei manchen Patienten zeigt sich gelegentlich vorübergehendes Fieber. Schwere Nebenwirkungen werden bei einer Bronchoskopie jedoch nur äußerst selten verzeichnet.

Entnimmt der Arzt im Rahmen der Bronchoskopie Gewebeproben, sind leichte Blutungen möglich. Diese können mitunter so stark ausgeprägt sein, dass ihre Stillung mit einem Endoskop erforderlich ist.

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