Nasenbluten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Nasenbluten

Beim Nasenbluten handelt es sich nicht per se um eine Krankheit, sondern möglicherweise um ein Symptom einer von vielen möglichen Erkrankungen. In den meisten Fällen ist das Nasenbluten aber als harmlose kleine Verletzung der Nasenschleimhaut einzuordnen und sollte normalerweise nach wenigen Minuten aufhören. Tritt es öfter auf oder bleibt es über längere Zeit bestehen, so sollte es unbedingt bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nasenbluten?

Der Grund für das Nasenbluten liegt meist in der Nase selbst. Oft führen kleine geplatzte Blutäderchen in der Nase (z.B. durch zu starkes Schnäuzen) zu einer blutenden Nase. Selten sind andere Grunderkrankungen für das Nasenbluten verantworlich. Auch der regelmäßige Gebrauch von Nasensprays kann die Nasenschleimhaut reizen und schädigen. Häufig tritt Nasenbluten als Begleitsymptom einer Erkältung, Schnupfen oder Grippe auf.

Tritt das Nasenbluten ungewöhnlich lange auf (20 Minuten und länger), hat das Blut eine wässrige Könsistenz oder riecht extrem, dann sollte Sie unbedingt einen Arzt konsultieren (HNO-Arzt).

Ursachen

Hauptquelle eines Nasenblutens sind die Blutgefäße in der Schleimhaut der Nasenscheidewand (Locus Kiesselbachi). Ein Bluten hieraus tritt vor allem bei Bluthochdruckkrisen, chronischen Entzündungen der Nasenschleimhaut, akuten Erkältungen bei Kindern oder bei Gefäßmissbildungen im Bereich der Nase auf.

Ebenso kann Nasenbluten ein Symptom von Grippe, Masern oder Typhus sein. Seltene ist Nasenbluten ein Vorzeichen von Arteriosklerose, Schwangerschaft oder Vitamin C Mangel.

Auch mechanische Ursachen für Nasenbluten sind häufig, so kann es beispielsweise nach dem Nasebohren, kräftigem Schnäuzen beim Schnupfen oder Verletzungen (Schlag, Sturz) durchaus einmal zu kleineren Blutungen kommen. Grund ist hier, dass die Nase als Organ der Luftanwärmung und -befeuchtung einfach außergewöhnlich stark durchblutet wird.

Sollte es des Öfteren zu Nasenbluten kommen, könnte auch eine Blutgerinnungsstörung ursächlich sein. Solche Krankheiten sind oftmals erblich bedingt, sodass sich aus der Familienanamnese Hinweise ergeben könnten. Wenn beispielsweise ein Elternteil unter häufigen Blutungskomplikationen leidet oder litt, ist eine Hämostasestörung durchaus wahrscheinlich.

Zu guter Letzt sind vor allem bei älteren Menschen auch ärztliche Therapiemaßnahmen als Ursache für Nasenbluten zu erwägen. So führt beispielsweise die bei Tausenden von Herzpatienten durchgeführte Antikoagulation (Blutverdünnung) mit Marcumar oder anderen Medikamenten zu einer erhöhten Blutungsneigung, die sich als Allererstes oftmals im Bereich der Nase manifestiert.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Nasenbluten ist in den allermeisten Fällen völlig unbedenklich. Äußerst selten können verschiedene Grunderkrankungen (Blutgerinnungsstörung, Gefäßerkrankungen) zu häufigem und starken Blutverlust führen. Tritt das Nasenbluten regelmäßig, sehr stark oder langanhaltend auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Der Facharzt (HNO-Arzt) wird neben der Patientenbefragung (Krankengeschichte), versuchen den Blutungsursprung mithilfe eines speziellen Endoskops bzw. Nasenspiegels (Rhinoskop) zu lokalisieren. Ist die Ursache unklar müssen weitere Fachrichtungen und Diagnosetechniken hinzugezogen werden. Eine Blutuntersuchung, verschiedene bildgebende Untersuchungsmetoden (Röntgen, Ultraschall, Comutertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) können bei der weiteren Ursachenfindung helfen.

Behandlung und Therapie

Einige Erstmaßnahmen bei harmlosem Nasenbluten können von jedem Betroffenen selbst durchgeführt werden: So wird empfohlen, den Oberkörper aufrecht zu halten.

In den Köpfen vieler Menschen sitzt immer noch die Maßnahme fest, den Kopf in den Nacken zu nehmen, um das Blut bloß im Kopf drin zu behalten. Dies sollte man jedoch nicht tun - es sorgt nur dafür, dass Blut über die Nase nach hinten in den Rachen läuft und dort verschluckt wird - Erbrechen kann die Folge sein.

Besser ist es also, das Blut vorne herauslaufen zu lassen und gleichzeitig den Nacken zu kühlen (z.B. mit einem kalt-nassen Handtuch). Dies sorgt dafür, dass die Blutung schneller von selber aufhört.

Gelingt dies nicht, hat ein HNO-Arzt viele weitere Möglichkeiten, ein Nasenbluten zu beenden: Verschiedene Nasentamponaden oder Ballonkatheter, die von vorne oder über den Mund von hinten in die Nasenhöhle eingeführt werden können, tun meist ihren Zweck.

Starkes Nasenbluten kann durch Verödung oder Ätzung mit Silbernitrat therapiert werden. Auch medikamentös gibt es Möglichkeiten, beispielsweise mit schleimhautabschwillenden Mitteln wie stark verdünntem Adrenalin.

Des Weiteren besteht chirurgisch die Möglichkeit, blutende Gefäße an diversen Stellen des Gesichtsschädels zu unterbinden (Gefäßunterbindung). Hierbei handelt es sich allerdings um eine absolute Notfallmaßnahme, wenn andere Versuche gescheitert sind.

Bei größeren Blutverlusten kann es unter Umständen nötig sein, den Kreislauf zu stabilisieren. Wer derart viel Blut über die Nase verliert, gehört aber in jedem Fall in ärztliche Betreuung. Des Weiteren sollte hier die Möglichkeit einer zugrundeliegenden Blutgerinnungsstörung zumindest ausgeschlossen werden. Eine Ursachensuche sollte also im Anschluss an die Akuttherapie erfolgen.



Vorbeugung

Nasenbluten ist oftmals harmlos und endet nach kurzer Zeit, eine Prophylaxe im engeren Sinne besteht daher nicht. Lediglich kann empfohlen werden, Manipulationen in oder an der Nase zu unterlassen und möglicherweise einzunehmende Blutvedünner keinesfalls überzudosieren.

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