Herzrhythmusstörungen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Als Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) bezeichnet man die ungeordnete Abfolge von Herzschlägen. Viele Menschen nehmen diese unregelmäßigen Herzschläge als Herzrasen, Herzstolperer oder Herzklopfen wahr. Dieser ungewohnte Herztakt kommt bei gesunden Menschen vor, kann aber auch Folge einer krankhaften Störung am Herzen sein.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Herzrhythmusstörungen?

Grundsätzlich handelt es sich bei Herzrhythmusstörungen nicht um ein Krankheitsbild, sondern vielmehr um einen Symptomkomplex mit vielen verschiedenen möglichen Ausprägungen.

Herzrhythmusstörungen lassen sich in langsame (weniger als 60 Herzschläge/ min.) und schnelle (mehr als 100 Herzschläge/ min.) Herzschlagfolgen unterscheiden.

Gefährlich wird eine Herzrhythmusstörung, wenn der Herzschlag bedrohlich langsam wird, sodass nicht mehr genug Blut gepumpt werden kann um den restlichen Körper, insbesondere das Gehirn, mit Sauerstoff zu versorgen.

Auffällig wird das, wenn der Betroffene aus heiterem Himmel in Ohnmacht fällt und meist sofort wieder zu sich kommt. Solche Formen der Herzrhytmusstörung sind in jedem Fall abklärungsbedürftig, für die meisten Ursachen stehen der Medizin gute Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Ursachen

Grundsätzlich kommen für Herzrhythmusstörungen eine Vielzahl von Ursachen in Frage. Zunächst abzuklären - weil am gefährlichsten - ist eine Pathologie des Herzmuskels, beispielsweise ein Herzinfarkt oder eine Herzmuskelentzündung.

Des Weiteren kommen auch sogenannte hämodynamische Ursachen in Frage, also Störungen der Pumpfunktion des Herzens. Beispiele wären angeborene Herzfehler oder eine Druckbelastung des Herzens durch Bluthochdruck oder verkalkte Herzklappen.

Darüber hinaus gibt es eine unüberschaubare und oftmals auch im Einzelfall nicht näher differenzierbare Anzahl an Ursachen jenseits des Herzens: Psychologische Faktoren können eine große Rolle spielen, oftmals steckt auch schlecht verarbeiteter psychischer Stress hinter dem langfristigen Auftauchen von spürbaren Herzrhythmusstörungen.

Elektrolytstörungen des Kaliumhaushaltes oder Calciumhaushaltes kommen ebenso in Frage wie Intoxikationen mit Alkohol, Koffein oder anderen Drogen. Eine Schilddrüsenüberfunktion sollte ärztlicherseits abgeklärt werden, insbesondere wenn vermehrtes Schwitzen, ständiges Unter-Strom-Stehen, Gewichtsverlust und Hervortreten der Augäpfel als weitere Symptome zu den Herzrhythmusstörungen hinzutreten.

Die dauerhafte Einnahme von Medikamenten (insbesondere sogenannte Antiarrhythmika, also Herzmedikamente, oder Antidepressiva) kann immer auch für Herzrhythmusstörungen sorgen und sollte gegebenenfalls von einem Kardiologen überprüft werden. Auch Hyperreagibilitäten im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems kommen als Ursache von Herzrhythmusstörungen in Frage.

Symptome und Verlauf

Typische Herzrhythmusstörungen und Begleitsymptome:

Typische Symptome von Herzrhythmusstörungen sind Herzrasen, bei dem der Puls teilweise sehr schnell, regelmäßig sowie unregelmäßig sein kann. Zugleich kann ein Herzstolpern durch ein Stolpern sowie dumpfes Pochen vernommen werden.

Ein weiteres Symptom kann Schwindel oder generelle Leistungsschwäche sein, da man durch die Herzrhythmusstörungen weniger belastbar ist. Leistungsschwäche: Betroffene sind weniger belastbar, weil das Herz nicht mehr richtig arbeitet.

Auch Angst kann eine Begleiterscheinung von Herzrhythmusstörungen sein, da die leidenden Menschen Herzrhythmusstörungen als bedrohlich wahrnehmen. Sogar Bewusstlosigkeit kann bei einem zu schnellen Herzschlag auftreten, was einem Kreislaufstillstand gleichkommt und ohne fremde Hilfe lebensgefährlich ist.

Brustschmerzen sowie Luftnot können in diesem Zusammenhang ein Zeichen für ein Angina pectoris Anfall sein. Sehstörungen treten auf, wenn das Herz in Folge eines Blutdruckabfalls nicht mehr effektiv schlägt.

Diagnose

In der Mehrzahl der Fälle sind Herzrhythmusstörungen zwar harmlos, allerdings kann nur eine Abklärung durch einen Arzt ernste Erkrankungen ausschließen, und so zur Beruhigung des Patienten beitragen.

In einem Gespräch macht sich der Arzt zunächst ein genaues Bild von den Symptomen und vorherigen Erkrankungen des Patienten. Im Anschluss folgt die Puls- und Blutdruckmessung sowie das sorgfältige Abhören mittels Stethoskop. Die Elektrokardiografie (Langzeit- und Belastungs-EKG) ist eine gängige Methode die Aktivität des Herzens zu analysieren.

Minimalinvasive Katheterablation bei Herzrhythmusstörungen - Die Verödungen von Gewebe an der Herzinnenseite sollen die fehlerhafte Impulsübertragung (Vorhofflimmern) verhindern.

Behandlung und Therapie

Grundsätzlich ist die Therapie abhängig von Ausmaß und Ursache der Herzrhythmusstörungen.

Ist Stress als Ausschlussdiagnose der Grund für langfristig immer wieder auftretende Anfälle von Herzstolpern oder Herzrasen, sollten Möglichkeiten gefunden werden, Stresshormone abzubauen. Hierbei kann Ausdauersport in Maßen sehr hilfreich sein.

Findet sich eine ernsthafte Ursache für die Rhythmusstörungen, muss diese natürlich behandelt werden. Diverse Medikamente, sogenannte Antiarrhythmika, stehen zur Verfügung, um das Herz je nach individuellem Problem zu bremsen, zu beschleunigen, oder wirksam Extraschläge zu verhindern.

Gegebenenfalls ist auch eine elektrische Ablation einzelner Pathologien im Herzmuskel möglich - hier wird mittels eines kleinen Katheters über die Leistenarterie eine Elektrode unter Röntgenkontrolle bis in die Herzhöhle vorgeschoben, mit welcher dann das überaktive Zentrum der Rhythmusstörungen verödet werden kann. Auf diesem Wege ist also in bestimmten Fällen auch eine definitive Heilung möglich.

In solchen Fällen, wo das Herz dauerhaft zu langsam schlägt oder lebensgefährliche Pausen entstehen, stellt oftmals ein Herzschrittmacher die endgültige Lösung des Problems dar.



Vorbeugung

Das Risiko von Herzrhythmusstörungen lässt sich durch verschiedene Maßnahmen zwar nicht völlig ausschließen, aber immerhin reduzieren.

Nicht krankhaft bedingte Herzrhythmusstörungen können durch ein stressfreies Leben mit viel Bewegung und Sport an der frischen Luft, ausgewogener Ernährung, Entspannungsübungen sowie einer generell gesunden Lebensweise vorgebeugt werden.

Grundsätzlich schadet es nicht, jegliche Form und Symptome von Rhythmusstörungen von einem Kardiologen abklären zu lassen, um einfach sicherzugehen, dass keine ernsthafte Grunderkrankung dahintersteckt.

Ein einfaches EKG kann hier oft schon ausreichen, um eine symptomatische oder kausale Behandlung einzuleiten.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Jürgen kommentierte am 15.10.2015 um 23:24 Uhr

Ich habe schon viele Jahre lang Probleme. Plötzliche Aussetzer, das Gefühl eine Schlinge wird mir um den Hals gelegt, ein Gefühl wie ein aufgeblasener Kopf, danach Herzrasen und heftiges Unwohlsein. Leider hatte ich kein EKG während dieser Anfälle. Sofortige Blutkontrollen führten zur Einweisung auf die Intensivstation. Die Blutwerte waren nach zwei bis drei Tagen wieder in Ordnung. Zuletzt bei einem solchen Vorfall nahm ich eine sofortige Selbstmessung vor. Blutdruck 85/57 und Puls 160. Für eine Antwort wäre ich dankbar.

lady bio kommentierte am 21.01.2016 um 10:19 Uhr

Dieses Infoportal hat mir sehr viel Spaß gemacht!