Blasenschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. Juni 2015
Gesundpedia.deSymptome Blasenschmerzen

Kommt es zu Schmerzen in der Region über dem Schambein sowie zu stechenden, brennenden Blasenschmerzen in Verbindung mit ständigem Harndrang, liegt in vielen Fällen eine Blasenentzündung, eine Entzündung der unteren Harnwege, vor.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Blasenschmerzen?

Blasenschmerzen gehen meist von der Harnblase aus, die auf dem Boden des kleinen Beckens im Bereich des Schambeins liegt. Dabei handelt es sich um ein hohles, muskuläres Organ, welches Teil der ableitenden Harnwege ist. Die Harnblase hat die Funktion, Urin zu sammeln, zu speichern und wieder abzugeben.

Jeweils ein Harnleiter stellt die Verbindung der Blase zu den beiden Nieren her. Die Nieren entfernen Abfallprodukte aus dem Blut und bilden dafür den Urin. Der Urin wandert durch die Harnleiter zur Blase, die sich über die Harnröhre entleert. Nieren, Harnblase, Harnröhre und Harnleiter bilden den Harntrakt, Nieren und Harnleiter machen die oberen und Blase und Harnröhre die unteren Harnwege aus.

Ursachen

Blasenschmerzen haben verschiedene Ursachen. Meist sind sie durch Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen oder Würmern entstanden. Von der Entzündung betroffen sind die gesamte Wand der Harnblase sowie deren Schleimhaut.

Weil Männer über eine längere Harnröhre verfügen, wird die bakterielle Infektion erschwert. Sie sind eher von Prostataerkrankungen betroffen, die sich schmerzhaft abzeichnen.

Weitere Ursachen für Blasenschmerzen können Tumore, Fremdkörper in der Blase, eine Reizblase und gynäkologische Erkrankungen sein. Gynäkologische Erkrankungen sind oft Endometriosen, Gebärmutterentzündungen oder auch Scheidenentzündungen. Oft treten die Blasenschmerzen in Einheit mit Harndrang, Harnverhalt oder erschwerter Harnentleerung auf.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Falls Blasenschmerzen in Verbindung mit einer Blasenentzündung nicht rechtzeitig diagnostiziert werden, kann sich die Infektion bis zu den Nieren ausbreiten. Weitere Symptome können dann Blut im Urin, Fieber und Rückenschmerzen sowie Schmerzen in den Flanken sein, die meist auftreten, wenn die Entzündungen auf Nieren oder Prostata übergegriffen haben.

Treten Harnverhalt oder erschwerte Harnentleerung auf, können auch Blasensteine oder eine Vergrößerung der Prostata des Mannes für die Blasenschmerzen verantwortlich sein. Die Prostataerkrankungen treten vermehrt nach dem 50. Lebensjahr auf. Dabei engt die krankhaft vergrößerte Vorsteherdrüse die Harnröhre des Mannes ein. Weil die Harnblase deshalb oft nicht vollständig entleert wird, können sich im Restharn der Blase und in der Harnröhre Krankheitserreger sammeln. Sie lösen die Beschwerden aus.

Weit verbreitet ist die gutartig vergrößerte Prostata bei Männern jenseits der 50. Dem kann medikamentös oder operativ begegnet werden. Bösartigen Verläufen begegnet man mit der fachärztlichen Untersuchung. Besonders wichtig ist auch hier die individuelle Vorsorgeuntersuchung beim Urologen.

Behandlung und Therapie

Ein Arzt kann in der Behandlung Medikamente gegen Blasenschmerzen verschreiben, die Blasenentzündungen effektiv therapieren. Gegen die Blasenschmerzen helfen in diesen Fällen krampflösende Medikamente, sogenannte Spasmolytika. Bakteriell initiierten Blasenentzündungen begegnet man mit dem Einsatz von Antibiotika. Begleitend sind große Trinkmengen und Wärme bei der Heilung der Blasenentzündung zu empfehlen.

Steine erzeugen ebenfalls Blasenschmerzen. Ihnen wird mit Medikamenten begegnet, die das Ausscheiden unterstützen und den Schmerzen entgegen wirken. Mit Hilfe von Stoßwellen können Blasensteine von außen zertrümmert werden. Befinden die Steinablagerungen, Verkalkungen und Kristalle, in der Niere, werden diese oft ohne jegliche Symptome ausgeschieden.

Große Steine können heftige Schmerzen verursachen, wenn sie den Harnleiter passieren und über die Harnröhre den Körper verlassen. Veränderungen in der Ernährung können das Risiko, an Nierensteinen zu erkranken, verringern. Eine ärztliche Behandlung von Risikopatienten zur Vorbeugung und Therapie von Nierensteinen ist zu empfehlen.

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Vorbeugung

Einer Zystitis und den Risiken von Blasenschmerzen sowie chronischer Entzündungen kann man selbst auch effektiv entgegenwirken: Zur Vorbeugung sollte man täglich 1,5 Liter Wasser sowie 1 Liter andere Flüssigkeit trinken. Dieses Durchspülen minimiert die Gefahr, dass sich Bakterien in der Harnröhre festsetzen.

Dabei sind Zitrusgetränke kontraproduktiv. Ihr Genuss führt zur Herabsetzung des ph-Wertes der Blasenschleimhaut, was sie wiederum anfälliger für krankmachende Bakterien macht. Cranberry- oder Preiselbeersaft dagegen enthält Bioflavonoide, die die Blasenschleimhaut stärken.

Sorgfältige Toilettenhygiene beugt sogenannten Schmierinfektionen vor und bei Kälte wärmende Kleidung, die geeignet ist, Blasenentzündungen vorzubeugen. Sitzbäder lindern und entspannen Blasenschmerzen und pflanzliche Präparate desinfizieren die Harnwege. Sie unterstützen die ärztliche Behandlung, die sie begleiten, nie aber ersetzen können.

Wichtig sind zudem warme Füße und der wärmende Schutz von Unterleib und Nierenregion, da ständige Unterkühlung oft zu Blasen- und Nierenbeschwerden führen kann. Dann können wiederholte sowie nicht vollständig kurierte Infektionen zur chronischen Blasenentzündung werden.

So stellen sich die Zusammenhänge bei Erkrankungen der Harnwege dar. Blasenschmerzen gehören stets in ärztliche Behandlung. Hier sind die optimale Diagnose, Therapie und Beratung sicher gegeben. Hygiene, Bewegung, ausreichende Trinkmengen sowie eine ausgewogene und gesunde Ernährung sind wichtige Faktoren zur Minimierung des Krankheitsrisikos.

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