Nierenbeckenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. März 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Nierenbeckenentzündung

Bei einer Nierenbeckenentzündung liegt eine Infektion des Nierenbeckens und manchmal auch des Nierengewebes vor. Die Erkrankung kann einen akuten oder chronischen Verlauf nehmen. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Ohne rechtzeitige Behandlung kann eine Nierenbeckenentzündung bis hin zum Nierenversagen führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nierenbeckenentzündung?

Eine akute Nierenbeckenentzündung entwickelt sich häufig aus einer Blasenentzündung. Über einen oder auch beide Harnleiter wandern Erreger von der Blase hinauf in das Nierenbecken. Meist handelt es sich dabei um Bakterien. Von der Infektion ist das Bindegewebe der Nieren betroffen.

Eine akute Nierenbeckenentzündung verursacht in der Regel ein schweres Krankheitsgefühl. Wird die Erkrankung nicht behandelt kann es zu einer Abszess- oder Narbenbildung in den Nieren kommen und aus der akuten Nierenbeckenentzündung kann sich eine chronische Nierenbeckenentzündung entwickeln.

Dabei kann sich die Infektion auf weitere Organe ausweiten und es kommt zu schweren Nierenschädigungen. Im schlimmsten Fall kann ein vollständiges Nierenversagen durch eine chronische Nierenbeckenentzündung entstehen.

Ursachen

Eine Nierenbeckenentzündung entsteht in den meisten Fällen durch sogenannte Harnabflussstörungen. Im Nierenbecken sammelt sich der in der Niere gebildete Urin. Wenn dieser durch die Harnleiter nicht richtig abfließen kann, können Infektionen bis hinauf ins Nierenbecken aufsteigen, sodass es sich dieses entzündet.

Harnabflussstörungen entstehen häufig durch Blasenentzündungen oder auch Harnsteine. In seltenen Fällen können die Erreger auch durch die Blutbahn in das Gewebe des Nierenbeckens eindringen. Meist sind Bakterien für die Entzündung verantwortlich.

Der häufigste Erreger ist Escherichia coli, ein Darm-Bakterium. Aber auch Staphylokokken, Enterokkoken und andere Erreger, sowie in einigen Fällen zusätzlich auch noch Pilze können eine Nierenbeckenentzündung auslösen.

Symptome und Verlauf

Häufig ist eine aufsteigende Harnleiterinfektion der Grund für dieNierenbeckenentzündung.

Eine akute Nierenbeckenentzündung ruft plötzlich ein schweres Krankheitsgefühl hervor. Die Betroffenen haben hohes Fieber und Schüttelfrost. Sie klagen über Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit. Die Pulsfrequenz ist erhöht und in der seitlichen Bauregion können Schmerzen auftreten. Außerdem kann es zu häufigem Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen kommen.

In manchen Fällen kann eine akute Nierenbeckenentzündung auch untypische Symptome hervorrufen und schleppend beginnen. Die Betroffen verspüren Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und leichte Übelkeit. Bei einer akuten Nierenbeckenentzündung ist die Nierenfunktion nicht beeinträchtigt.

Bei richtiger Behandlung nimmt eine akute Nierenbeckenentzündung einen unkomplizierten Verlauf. Eine chronische Nierenbeckenentzündung verläuft stattdessen für einen langen Zeitraum ohne Symptome. Jedoch wird bei einer chronischen Nierenbeckenentzündung nach einer gewissen Zeit die Nierenfunktion beeinträchtigt. Dabei kann es bis zum Nierenversagen kommen.

Treten dennoch Beschwerden auf, treten diese schubweise auf und sind untypisch. So können Abgeschlagenheit, Rückenschmerzen, Gewichtsabnahme oder Magen-Darm-Probleme auf eine chronische Nierenbeckenentzündung hinweisen. Meist ist eine ständige ärztlich Kontrolle im Verlauf der Krankheit notwendig, da eine chronische Nierenbeckenentzündung häufig nicht vollständig ausheilt.

Diagnose

Der Arzt befragt den Patienten im Gespräch nach seinen Beschwerden sowie nach möglichen Vorerkrankungen. Während der sich anschließenden körperlichen Untersuchung prüft er, inwieweit die Nieren auf Drücken und Klopfen reagieren. Liegt eine Nierenbeckenentzündung vor, verursacht das Beklopfen der Seiten beim Patienten Schmerzen.

Der körperlichen Untersuchung schließen sich Untersuchungen von Blut und Urin an. Ist die Anzahl weißer Blutkörperchen erhöht, besteht eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit oder liegen hohe CRP-Werte im Blut vor, sind das weitere Hinweise auf eine Nierenbeckenentzündung.

Besonders wichtig für die Diagnose ist der Urinbefund. Mithilfe eines Teststreifens lässt sich ermitteln, ob im Urin eine erhöhte Anzahl von Bakterien vorhanden und auch hier die Zahl der Leukozyten erhöht ist. Die Urinuntersuchung im Labor und eine Kultur geben dem Arzt Informationen über den Krankheitserreger.

Zudem lassen sich mithilfe einer Ultraschalluntersuchung die Nieren bildlich darstellen. Auch mögliche Anzeichen auf eine Stauung von Harn in den Harnwegen sind auf diese Weise feststellbar. Liegt eine chronische Nierenbeckenentzündung vor, ist die Niere verformt, was bei der Ultraschalluntersuchung sichtbar ist. Die verformte Niere hat Narben und keine regelmäßige Oberfläche.

Zur Feststellung von weiteren Begleiterscheinungen der Nierenbeckenentzündung können Röntgenuntersuchungen der Harnwege, eine Computertomografie und eine Blasenspiegelung sinnvoll sein. Wobei diese Untersuchungen erst nach Abklingen der Entzündung erfolgen.

Um die Ausbreitung des Tumors genauer festzustellen, nutzen die Mediziner bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomografie und MRT.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer akuten Nierenbeckenentzündung erfolgt in der Regel durch die Gabe von Antibiotika. Meist wird zunächst ein Breitbandantibiotikum verabreicht, da unter Umständen verschiedene Erreger die Entzündung verursachen können. Der Arzt wird zusätzlich eine Urinkultur anlegen, um so den genauen Erreger zu bestimmen.

Im Anschluss an die Gabe eines Breitbandantibiotikums kann so ein entsprechendes Medikament verabreicht werden. Während der Behandlung sollte Bettruhe eingehalten werden und nach Möglichkeit viel Flüssigkeit zu sich genommen werden.

Nach Abschluss der medikamentösen Behandlung wird normalerweise zu Kontrollzwecken eine weitere Urinkultur angelegt. Bei einer chronischen Nierenbeckenentzündung wird jeder infektiöse Schub mit Antibiotika behandelt. Oftmals ist dazu auch ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik notwendig.

In seltenen Fällen ist ein operativer Eingriff notwendig, bei dem die befallene Niere teilweise oder ganz entfernt werden muss. Da die Nierenfunktion eingeschränkt ist, muss eine chronische Nierenbeckenentzündung umfassend behandelt werden.

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Vorbeugung

Um einer Nierenbeckenentzündung vorzubeugen, sollte auf eine regelmäßige und reichliche Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Bei Menschen, die im Jahr mehrfach an Harnwegsinfekten leiden, ist es ratsam eine Langzeitprophylaxe mit Antibiotika durchzuführen. Besteht bereits eine akute Nierenbeckenentzündung ist es wichtig, dass diese vollständig ausheilt, da sonst die Gefahr besteht, dass die akute Entzündung in eine chronische Nierenbeckenentzündung übergeht.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Claudia kommentierte am 29.04.2016 um 22:40 Uhr

Ich hatte als Kind ständig Nierenbeckenentzündungen und ich denke eine Schrumpfniere. Bis man herausfand, dass mein Harnleiter irgendwie einen Knick hatte und dadurch der Urin immer zurückfloss. Dann wurde ich operiert und seitdem geht es mir gut. Ich bin jetzt 38 Jahre und bei der Operation war ich 14 oder 15 Jahre alt. Ich habe seitdem nie wieder was gehabt an den Nieren.