Blasenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. September 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Blasenentzündung

Bei der Blasenentzündung (Zystitis) handelt es sich um eine Entzündung der Harnblasenleimhäute bzw. der Blasenwand. Eine Zystitis ist ausgesprochen schmerzhaft und stellt eine schwere Störung des Allgemeinbefindens dar. Die Ursache liegt in einer Schwäche des Immunsystems. Aber auch anatomisch bedingte Blasenentleerungsstörungen können zur Blasenentzündung führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Blasenentzündung (Zystitis)?

Unter einer Blasenentzündung versteht man eine Infektion der Harnblase, meist ausgelöst durch Bakterien der Darmflora (Escherichia coli). Auch Viren oder Pilzinfektionen kommen als Erreger in Betracht. Da der Erreger von außen durch die Harnröhre in die Blase gelangt, spricht man auch von einer aufsteigenden Infektion.

Aus diesem Grund geht eine Blasenentzündung immer mit einer Harnröhreninfektion einher, die maßgeblich zur Schmerzhaftigkeit der Krankheit beiträgt. Eine Komplikation der Blasenentzündung stellt die Nierenbeckenentzündung dar, die entsteht, wenn der Erreger durch die Harnleiter aufsteigt. In der Medizin unterscheidet man zwischen einer akuten und einer chronischen Blasenentzündung.

Ursachen

Meist ist eine Kombination mehrerer Ursachen für das Entstehen einer Blasenentzündung verantwortlich.

In Betracht kommen eine Immunschwäche der Blasenschleimhaut, eine Blasenentleerungsstörung (Blasensenkung, chronische Verstopfung) sowie ein zu hoher Zuckergehalt im Urin (Diabetes).

Auch Unterkühlung und chronisch kalte Füße, eine zu geringe Trinkmenge sowie mechanische Reizungen durch Geschlechtsverkehr oder ärztliche Untersuchungen gehören zu den möglichen Auslösern einer Blasenentzündung.

Obwohl auch Männer eine Blasenentzündung bekommen können, sind Frauen aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre sehr viel häufiger betroffen.

Viele unter wiederkehrender Blasenentzündung leidende Patienten berichten übereinstimmend, dass Stress die Krankheit verschlimmert. Die Vielfalt möglicher Ursachen verlangt eine individuelle Diagnose und Behandlung, wenn die Blasenentzündung nicht chronisch werden soll.

Symptome und Verlauf

Häufig sind Bakterien an der Blasenschleimhaut die Ursache einer Harnblasenentzündung.

Eine beginnende Blasenentzündung macht sich durch ein unbestimmtes Missempfinden in der Blasenregion bemerkbar, meist einhergehend mit leichtem Schüttelfrost. Nach ein bis zwei Tagen kommen ein starker Harndrang sowie brennende Blasenschmerzen hinzu. Der Harndrang besteht unabhängig von der Füllung der Blase, die Abgabe des Urins ist extrem schmerzhaft. Der Urin selbst ist wolkig eingetrübt. Im weiteren Verlauf kann es zu sichtbaren Blutbeimengungen kommen.

Extreme Blasenkrämpfe, wie sie bei einer Blasenentzündung häufig auftreten, können zu unwillkürlichem Harnabgang führen. Hinzukommendes Fieber deutet darauf hin, dass die Erreger der Blasenentzündung ins Nierenbecken aufgestiegen sind (Nierenbeckenentzündung). Eine Nierenbeckenentzündung bedarf unbedingt der ärztlichen Behandlung, um eine Schädigung der Nieren zu vermeiden. Spätestens jetzt handelt es sich nicht mehr um eine »einfache« Blasenentzündung!

Diagnose

Zum Diagnostizieren einer Blasenentzündung wird mit dem Patienten ein ausführliches Gespräch über dessen Krankengeschichte geführt. Im Verlauf des Gesprächs fragt der Arzt nach Symptomen und möglichen Risikofaktoren. Es folgt die körperliche Untersuchung. Weiterhin wird um die Abgabe einer Urinprobe gebeten. Für die Diagnose einer Blasenentzündung ist die Untersuchung des Urins unerlässlich. Untersucht wird auf Bakterien und eventuelle Blutbeimengungen.

Drei Testmethoden sind verfügbar: der Test mit speziellen Teststreifen (Stix), die Untersuchung unter dem Mikroskop und das Anlegen einer Urinkultur. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt von Faktoren wie dem Alter des Patienten, einer eventuellen Schwangerschaft und weiteren Krankheiten ab. Die Untersuchung mit einem Teststreifen ist für die Feststellung einer Blasenentzündung nicht ausreichend. Hier wird lediglich das Vorhandensein von Bakterien in größeren Mengen nachgewiesen. Wichtig für eine „saubere“ Urinprobe ist der sogenannte Mittelstrahlurin. Dafür wird der Urin aus dem laufenden Harnstrahl heraus aufgefangen. Weitergehende Untersuchungen können eine Ultraschalluntersuchung oder eine Blasenspiegelung sein.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Blasenentzündung sollte möglichst frühzeitig beginnen. Patienten, die mit chronischer Blasenentzündung Erfahrung haben, kennen die Warnzeichen schon vor dem Auftreten der ersten Schmerzen. In diesem Stadium kann die Blasenentzündung noch durch eine stark erhöhte Trinkmenge (Nieren-Blasen-Tee) abgewehrt werden.

Ein altes Hausmittel ist die Zugabe einer Messerspitze Backpulver zur Abtötung der Erreger. Ebenfalls hilfreich gegen Blasenentzündung ist Preiselbeersaft, der in der Apotheke erhältlich ist. Unterkörper und Füße sollten warmgehalten werden.

Bei starkem Kältegefühl hilft ein warmes Sitzbad. Wer unter chronischer Verstopfung leidet, sollte spätestens jetzt ein natürliches Abführmittel einnehmen, denn die große Darmfüllung kann zu einer Verlagerung der Blase mit dazugehörigen Entleerungsstörungen führen. Solcher Restharn ist ein idealer Nährboden für die Erreger einer Blasenentzündung.

Kann die Blasenentzündung nicht mehr aufgehalten werden, sollte man sich beim Arzt ein Antibiotikum verschreiben lassen. Mittel wie Ciprofloxacin helfen sehr schnell, die Blasenentzündung verschwindet innerhalb weniger Stunden.

Rezeptfreie Medikamente gegen Blasenentzündung


Vorbeugung

Eine Blasenentzündung kann leicht chronisch werden. Häufig bleiben minimale Reste des Erregers zurück, die sich in die Blasenschleimhaut zurückziehen und auf ihre Gelegenheit warten. Deshalb ist Vorbeugung nach einer überstandenen Blasenentzündung wichtig.

Wer zu Blasenentzündung neigt, sollte sich vor kalten Füßen schützen und auf eine ausreichende Trinkmenge achten. Bauchfreie Tops und Hüfthosen sollten gemieden werden. Vorsicht mit Kaffee und Alkohol: Sie reizen die Blasenschleimhaut. Auch ein konsequenter Stressabbau (Autogenes Training, Meditation) trägt zur Vermeidung einer weiteren Blasenentzündung bei.

Bücher über Blasenentzündung

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Blasenentzündung?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?