Harnleiterstein

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. September 2017
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Harnleitersteine sind feste Ablagerungen im Harnleiter, welche kolikartige Schmerzen verursachen können. Kleine Steine gehen häufig spontan ab. Bei größeren Harnleitersteinen erfolgt meist eine Zertrümmerung mittels Ultraschallwellen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Harnleitersteine?

Ein Harnleiterstein ist eine feste Masse, die sich im Harnleiter ablagert. Häufig wird ein Harnleiterstein auch Ureterstein genannt. Es wird bei Harnleitersteinen von „Steinen“ gesprochen, weil die Ablagerungen an die Form eines Steins erinnern. Harnleitersteine können mit nur leichten Schmerzen, aber auch mit kaum ertragbaren Koliken einhergehen.

Die Intensität der Schmerzen hängt von der Anzahl sowie der Größe der Harnleitersteine ab. Zwischen Männern und Frauen besteht kein Unterschied, was die Häufigkeit des Auftretens von Harnleitersteinen angeht.

Ursachen

Grundsätzlich gilt, dass die Wahrscheinlichkeit einen Harnleiterstein zu bekommen, mit dem Alter zunimmt. Es gibt verschiedene Ursachen für Steine im Harnleiter. Nicht selten werden Harnleitersteine dadurch ausgelöst, dass Betroffene wenig trinken, wodurch der Urin zu stark konzentriert ist. Auch ungesunde Ernährung sowie starkes Übergewicht erhöhen das Risiko eines Harnleitersteins.

Außerdem gibt es einige Stoffwechselerkrankungen, welche häufig mit Steinen im Harnleiter einhergehen. Dazu gehört unter anderem eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen. Darüber hinaus wird die Bildung von Harnleitersteinen begünstigt, wenn Harnwegsentzündungen vorliegen. Liegt eine mechanische Behinderung in den ableitenden Harnwegen vor, kann dies ebenso die Ursache für einen Harnleiterstein sein.

Weiters können seltene genetische Erkrankungen wie eine Cystinurie für Harnleitersteine verantwortlich sein. Verschiedene Medikamente, die über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden müssen, erhöhen die Wahrscheinlichkeit an Harnleitersteinen zu erkranken. In einigen Fällen bleiben die genauen Ursachen für das Vorliegen eines Harnleitersteins unbekannt.

Wann zum Arzt?

Um einen Abgang des Steines herbeizuführen, wird oftmals auf eine Behandlung per Ultraschall zurückgegriffen. Seltener bedarf es der Einführung von Apparaturen in den Harnleiter, um eine Zertrümmerung des Harnleitersteines herbeizuführen. Patienten mit Verdacht auf Harnleiterstein sollten daher in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Parallel zur medizinischen Behandlung bestehen jedoch auch Möglichkeiten, selbstständig zumindest zur Linderung der Symptome beizutragen. So empfiehlt sich eine gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme von täglich zwischen 2 und 4 Litern.

Eine Lockerung des Harnleitersteins kann zudem durch ausreichend Bewegung wie beispielsweise Treppensteigen und zusätzliche Krankengymnastik begünstigt werden. Aufgüssen aus Löwenzahn wird nachgesagt, den Abgang von Harnleitersteinen positiv zu beeinflussen. Bei akuten Harnleitersteinen ist es ratsam, kalziumreiche Lebensmittel wie Milch, Milchprodukte, Sonnenblumenkerne und Grünkohl zu meiden. Die Aufnahme von kochsalz- und zuckerhaltigen Nahrungsmitteln ist zu reduzieren. Allgemein wird in diesem Zusammenhang zu einer fett- sowie fleischarmen Ernährung geraten. Ein Arzt kann weitere hilfreiche Tipps geben.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Harnleitersteine:

Die typischen Symptome bei einem Harnleiterstein sind Brennen beim Urinieren, krampfartige Schmerzen sowie Übelkeit und allgemeines Unwohlsein. Nicht selten leiden Betroffene jedoch nur unter leichten Schmerzen oder spüren überhaupt nichts. Der Verlauf dieser Erkrankung hängt von der Position, Anzahl und Größe der Harnleitersteine ab.

Handelt es sich um kleine Steine, die kaum Symptome machen, gehen diese durch vermehrte Flüssigkeitsaufnahme meist von selbst ab und der Verlauf ist als absolut positiv einzuschätzen. Gehen die Steine nicht von selbst ab, kann es zu Komplikationen kommen. So kann ein Harnleiterstein eine Entzündung der ableitenden Harnwege verursachen.

Weiters besteht die Gefahr, dass der Urin nicht richtig abfließen kann und sich zurück in die Niere staut. In diesem Fall besteht die Gefahr einer schweren Schädigung der Nieren.

Diagnose

Bei der Diagnosestellung eines Harnleitersteins erhebt der behandelnde Arzt zuerst eine ausführliche Anamnese. Dabei fragt er nach den Symptomen sowie der Krankengeschichte des Patienten. Der Arzt fragt unter anderem nach Blut im Urin sowie Problemen mit Harnsteinen in der Vergangenheit. Deutet die Anamnese auf Harnleitersteine hin, kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz.

Mittels einer Ultraschalluntersuchung können Harnleitersteine diagnostiziert werden, deren Durchmesser über 2mm liegt. Bei kleineren Uretersteinen wird zur Diagnose ein Urogramm angefertigt, also eine Ausscheidungsurographie mit Kontrastmittel. Manchmal steht am Anfang der Diagnose auch eine Urinuntersuchung, bei der Blut im Harn oder Harnsteinkristalle gefunden wurden. Neben den bildgebenden Verfahren und des Urintests kann auch eine Blutuntersuchung zur Diagnose eines Harnleitersteins beitragen.

Komplikationen

In vielen Fällen muss ein Harnleiterstein nicht direkt durch einen Arzt behandelt werden. Er verschwindet in den meisten Fällen wieder von alleine, sodass es zu keinen besonderen Komplikationen kommt. Die Betroffenen leiden dabei an sehr starken Schmerzen beim Wasserlassen. Diese Schmerzen sind stechend und brennend und wirken sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten aus. In vielen Fällen breiten sich diese Schmerzen auch in die Nieren und die Flanken aus und führen auch dort zu starken und vor allem unangenehmen Beschwerden. Ebenso kann es dadurch zu einer Übelkeit oder zu Erbrechen kommen. Weiterhin können auch die Harnwege aufgrund des Harnleitersteins entzündet sein.

Im schlimmsten Falle führt der Harnleiterstein zu einem vollständigen Nierenschaden und damit zu einer Niereninsuffizienz. Dabei ist der Betroffene dann auf eine Dialyse oder auf eine Spenderniere angewiesen, um weiterhin überleben zu können. In den meisten Fällen kann ein Harnleiterstein durch eine hohe Zufuhr an Flüssigkeit relativ gut behandelt werden. Auch Stoßwellen können eingesetzt werden, um den Harnleiterstein zu entfernen. Komplikationen treten dabei nicht auf. Im schlimmsten Falle muss der Harnleiterstein durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Die Lebenserwartung des Betroffenen wird bei einer erfolgreichen Behandlung nicht negativ beeinflusst.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung eines Harnleitersteins hängt unter anderem von dessen Größe ab. Steine, welche kleiner als 5mm sind, bedürfen in der Hälfte der Fälle keinerlei Therapie, da sie spontan abgehen. Bei Harnleitersteinen, die größer als 6mm sind, gehen jedoch nur ca. 5 Prozent spontan ab; eine Behandlung ist also auf jeden Fall angezeigt. Auch die Position des Steins hat einen Einfluss darauf, wie wahrscheinlich dieser von selbst abgeht.

Bei kleineren Steinen besteht grundsätzlich die Möglichkeit abzuwarten, ob sich der Harnleiterstein nicht von selbst löst. Geschieht dies nicht innerhalb der ersten Wochen nach den ersten Symptomen, ist die Wahrscheinlichkeit eines spontanen Abgangs gering. Bei kleineren Steinen wird zuerst meist nur symptomatisch behandelt. Der Arzt verschreibt ein Schmerzmittel und verordnet ausreichend Bewegung sowie die Aufnahme von viel Flüssigkeit.

Leidet der Patient unter Koliken, können zusätzlich krampflösende Medikamente eingesetzt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit spezielle Arzneimittel einzunehmen, welche den Abgang des Uretersteins erleichtern. Bei besonders großen Steinen ist es möglich, dass die Medikamente keine Wirkung zeigen. In diesen Fällen müssen die Harnleitersteine zertrümmert werden. Es gibt verschiedene Verfahren, die dafür infrage kommen. So kann unter anderem durch den Einsatz von Ultraschallwellen ein großer Stein in viele kleine Steine zertrümmert werden. Die kleinen Harnleitersteine gehen dann spontan ab.



Vorbeugung

Mit zunehmendem Alter nimmt das Verlangen zu trinken häufig ab. Um Harnleitersteine zu verhindern, ist es jedoch äußerst wichtig, dass ausreichend Flüssigkeit aufgenommen wird. Daher sollten vor allem ältere Menschen darauf achten, genügend zu trinken. Für einen Erwachsenen ist es empfehlenswert, mindestens 2 Liter Wasser pro Tag aufzunehmen.

Außerdem sollte die Ernährung nicht zu salzreich sein, da dem Körper sonst zu viel Flüssigkeit entzogen wird. Eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht ist eine zuverlässige Maßnahme, um Harnleitersteine vorzubeugen.

Bücher über Harnwegsbeschwerden

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Hof H, Dörries R. Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie. Thieme Verlag. 4. Auflage(2009)
  • Hofmann, R., (Hrsg.): Endoskopische Urologie. Springer, Berlin 2009
  • Schmelz, H.-U. et al.: Facharztwissen Urologie, Springer Verlag, 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Verlag, 2007

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