Rückenschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Rückenschmerzen

Rückenschmerzen bzw. Rückenleiden sind heutzutage ein wahres Volksleiden und einer der häufigsten Gründe für Krankmeldungen am Arbeitsplatz. Rückenschmerzen können die vielschichtigsten Ursachen haben. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Diagnose bei Rückenschmerzen. Man unterscheidet zwischen akuten und chronischen Rückenbeschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen können in den unterschiedlichsten Bereichen des Rückens auftreten; besonders häufig jedoch sind Schmerzen im Lendenwirbelbereich und auch in der Schulter- und Nackenregion. Die Lendenwirbelsäule ist in etwa 75 Prozent der Fälle betroffen; 25 Prozent der Fälle gehen vom Nackenbereich aus.

Zudem unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Bei den meisten Patienten verschwinden die Schmerzen nach einigen Tagen oder spätestens Wochen wieder - halten diese länger als drei Monate an, bezeichnet man sie als chronisch. Von den 30- bis 60-jährigen Frauen sind 60 bis 80 Prozent von Rückenschmerzen betroffen, während es bei Männern immerhin noch 65 bis 70 Prozent sind.

Ursachen

Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältiger Natur und oft gar nicht lokalisierbar. In vielen Fällen stecken seelische Probleme hinter den Rückenleiden. Natürlich sind aber auch häufig verspannte Muskeln, bedingt durch eine überwiegend sitzende Tätigkeit, der Auslöser für Rückenschmerzen.

Vor allem bei älteren Menschen werden Rückenleiden durch Verschleißerscheinungen ausgelöst; Gründe hierfür sind Arthrose oder Osteoporose.

Ein eingeklemmter Nerv oder bestimmte Verletzungen wie ein Schleudertrauma oder der Bruch eines Wirbelkörpers können ebenso Rückenschmerzen auslösen. Nur in seltenen Fällen steckt eine ernsthafte Erkrankung, etwa ein Bandscheibenvorfall, hinter den Rückenschmerzen.

Ebenfalls können auch Tumore die Ursache für Rückenschmerzen sein - allerdings ist dies eher die Ausnahme. Ein Arzt wird die Ursache schnell herausfinden und für Abhilfe sorgen.

Lokalisation, Dauer und Intensität der Schmerzen können Aufschluss über die mögliche Ursache der Rückenschmerzen geben.

Diagnose und Verlauf

Die spezifische Diagnose von Rückenschmerzen ist aufgrund der vielen möglichen Ursachen nicht ganz einfach. Neben dem Hausarzt kann ein Orthopäde bei der Diagnosefindung Rückenschmerzen ebenso einbezogen werden wie ein Rheumatologe oder ein Internist.

Grundsätzlich wird der behandelnde Arzt den Betroffenen fragen, wie und wann sich die Rückenschmerzen äußern. Treten diese nur einseitig oder nur nach körperlicher Anstrengung auf? Wandern die Schmerzen im Laufe des Tages vom Rücken in andere Körperregionen? Liegen bestimmte Vorerkrankungen vor, die mit den Rückenschmerzen einhergehen?

Ebenso entscheidend ist für die Diagnosefindung die Unterscheidung der Rückenschmerzen in akut und chronisch. Von akuten Rückenschmerzen wird gesprochen, wenn diese nicht länger als zwölf Wochen anhalten.

Im Gegensatz hierzu dauern chronische Rückenschmerzen länger als zwölf Wochen an. Beiden Formen ist gemeinsam, dass die Schmerzintensität variieren und sich auf verschiedene Art und Weise zeigen kann.

Als nächstes erfolgen körperliche Untersuchungen. Durch Abklopfen der Wirbelsäule beispielsweise kann der Arzt die Rückenschmerzen genauer kategorisieren und von anderen Erkrankungen abgrenzen.

Durch Röntgenaufnahmen lassen sich krankhafte Veränderungen der Wirbelsäule und des Knochenapparates erkennen, die Grund für das Auftreten von Rückenschmerzen sein können. Auch Blutauswertungen können bei der Diagnose Rückenschmerzen behilflich sein. Hierdurch lassen sich beispielsweise entzündliche Vorgänge im Körper nachweisen, die Grund für die auftretenden Rückenschmerzen sein können.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Rückenschmerzen richtet sich grundsätzlich nach deren Ursache. Bei leichten Rückenschmerzen sind Wärmeanwendungen häufig sehr hilfreich; auch Massagen können Linderung verschaffen. Fango und Moorschlamm in Verbindung mit Wärme haben sich hier besonders gut bewährt. Es gibt aber auch Heizkissen; diese werden einfach auf die schmerzende Stelle gelegt und schaffen meist schnell Schmerzlinderung.

Ein Saunabesuch kann ebenfalls schnell Abhilfe schaffen, besonders dann, wenn die Rückenschmerzen aufgrund von Verspannungen der Muskulatur entstehen. Wendet man sich an einen Arzt, wird dieser vermutlich schmerzstillende Medikamente verschreiben.

In einigen Fällen von Rückenschmerzen kann auch die Akupunktur Linderung bringen; diese sollte allerdings ebenso wie die Massage nur von geschultem Fachpersonal ausgeführt werden.

Grundsätzlich gilt bei den meisten Arten von Rückenschmerzen: aktive Bewegung ist besser als Bettruhe, denn Bewegung tut dem gesamten Körper und vor allem auch dem Rücken gut. Ein angemessenes Rückentraining kann entsprechende Muskelbereiche ihres Rückens stärken und so Rückenleiden vorbeugen.

Nur in den seltensten Fällen, etwa einem schweren Bandscheibenvorfall, ist heutzutage noch eine Operation als Behandlungsmethode bei Rückenschmerzen notwendig.



Vorbeugung

Um Rückenschmerzen vorzubeugen, ist es wichtig, dass man in Bewegung bleibt. Vor allem Personen, die hauptsächlich am Schreibtisch arbeiten, sollten zum Ausgleich Sport treiben, denn ein muskulöser Rücken schmerzt seltener als eine untrainierte Rückseite.

Im Arbeitsleben und vor allem am Schreibtisch sollte man regelmäßige Lockerungs- und Entspannungsübungen nicht vergessen - öfter mal die Sitzposition zu wechseln, ist mindestens genauso wichtig wie regelmäßiges Aufstehen.

Der Besuch einer Rückenschule kann ebenso sinnvoll sein - diese kann auch vorbeugend gegen Rückenschmerzen helfen. In der Rückenschule lernt man, wie man sich im Alltag richtig bewegt. Das Heben schwerer Lasten sollte weitestgehend vermieden werden und selbst bei einfachen Bewegungen, wie dem Bücken, kann man einiges falsch machen.

Auch der regelmäßige Besuch der Sauna kann helfen, Rückenschmerzen vorzubeugen, denn die Wärme der Sauna hilft, verspannte Muskeln zu lockern und zu entspannen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

moma kommentierte am 10.05.2015 um 22:01 Uhr

Vor ca. 6 Wochen stürzte ich auf die rechte Hüfte. Seitdem habe ich Schmerzen im BWS/LWS-Bereich. Besonders schlimm in der Ruhephase und beim Aufstehen. Ich muss mich dann erst wieder „einlaufen“, zuerst kann ich mich nicht einmal ganz aufrichten. Vor 2 Jahren hatte ich einen doppelten Wirbelbruch, der erst ein Jahr später mit Zement verfüllt wurde. Ich habe Brustkrebs und befinde mich seit 6 Jahren in der Aromatase-Therapie. Mein Gyn-/Onkologe empfahl mir erst einmal abzuwarten. Aber jetzt kann ich die Schmerzen kaum noch ertragen.