Gebärmutterentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Juli 2016
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Bei der Gebärmutterentzündung handelt es sich um eine Folgeerscheinung einer Scheidenentzündung, sie ist also meist durch Bakterien verursacht. Abhängig von Ort und Ausbreitung des Entzündungsherdes in der Gebärmutter unterscheidet man die Zervizitis (Gebärmutterhals), Endometritis (Gebärmutterschleimhaut) oder die Myometritis (Gebärmuttermuskulatur).

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gebärmutterentzündung?

Die Gebärmutterentzündung ist eine seltene Form der Entzündung und fasst mehrere Möglichkeiten zusammen.

Betroffen sein kann der Muskel, also die Gebärmutter selbst (Myometritis), aber auch der Gebärmutterhals (Zervizitis) oder die Schleimhaut innerhalb der Gebärmutter (Endometritis).

Es kann auch zu einer Kombination dieser Formen kommen. Begünstigt wird die Entstehung dieser seltenen Infektionskrankheit durch eine Veränderung der Scheidenflora sowie durch eine vorangegangene Entzündung der Scheide.

Ursachen

Die Hauptursache der Gebärmutterentzündung geht fast immer eine Entzündung der Scheide voraus. Damit sich die Entzündung bis in die Gebärmutter hinauf entwickelt, müssen jedoch weitere Faktoren ins Spiel kommen, damit die Bakterien am Muttermund vorbeikommen. Während der Regelblutung kann das beispielsweise besonders schnell passieren.

Auch chirurgische Eingriffe im Scheidenbereich während einer Entzündung oder auch nur das Einsetzen der Hormonspirale können ausreichen, um die Bakterien am Muttermund vorbei in die Gebärmutter zu schleusen, wo es zur Gebärmutterentzündung kommt.

Ebenso ein hohes Alter und ein damit verringerter Östrogenspiegel sowie der daraus resultierende Abbau der natürlichen Gebärmutterschleimhaut, gutartige und damit ungefährliche Tumore am und um den Muttermund sowie das humane Papillomvirus können die Entstehung einer Gebärmutterentzündung unterstützen und sie überhaupt erst möglich machen.

Letzterer Grund kann auch zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs führen, sodass diese Möglichkeit im Rahmen der Behandlung der Gebärmutterentzündung ebenfalls abgeklärt werden sollte.

Symptome und Verlauf

Weibliches Geschlechtsorgan. Juckreiz, Schmerzen und Ausfluss sind typische Symptome einer Gebärmutterentzündung.

Mögliche Symptome einer Gebärmutterentzündung:

Zervizitis

  • weißlich-blutiger Ausfluss
  • Schmerzen und Juckreiz der Scheide
  • unangenehmer Geruch

Endometritis

Abhängig vom Ort der Gebärmutterentzündung können unterschiedliche Symptome auftrten. Ist nur der Gebärmutterhals betroffen, kommt es zu weißlich-blutigem Ausfluss, der stärker als der übliche Weißfluss aus der gesunden Scheide ist und übelriechend sein kann. Außerdem kann es zu einem Jucken und Brennen im Scheidenbereich kommen.

Sitzt die Gebärmutterentzündung tiefer, also in der Muskulatur oder der Schleimhaut, sind die Symptome unspezifischer: Schmerzen im Unterbauch und Druckschmerz rund um die Gebärmutter treten auf. Die Regelblutung wird stärker und es können Regelschmerzen auftreten; Zugleich dauert die Regel länger und es kann zu Zwischen- und Schmierblutungen kommen, da sich die Schleimhaut durch die Gebärmutterentzündung verändert hat und anders auf die Einwirkung der Hormone reagiert. Hinzu kommen in manchen Fällen Fieber und ein starkes allgemeines Krankheitsgefühl.

Diagnose

Der erste Bestandteil der Diagnose einer Gebärmutterentzündung besteht in der Befragung der Betroffenen. Der Arzt will dabei herausfinden, ob Faktoren wie ein kürzlich durchgeführter Eingriff die Scheidenentzündung verschleppt haben könnten - oft war eine Entzündung der Scheide vorhanden, blieb jedoch lange Zeit unbemerkt.

Dann wird bei Verdacht auf Gebärmutterentzündung ein Abstrich genommen. Angeraten kann auch die Untersuchung mit dem Kopposkop sein: Dies ist ein spezielles Gerät, das der Entnahme einer Schleimhautprobe bei Verdacht auf Gebärmutterentzündung dient. Stellt sich heraus, dass Keime vorhanden sind, wird unter Umständen zum Ausschluss von Krebs auch eine Biopsie entnommen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Gebärmutterentzündung besteht aus einer Kombination aus Bettruhe und der Therapie mit Antibiotika. Je nach Einzelfall wird eine begleitende Therapie zur Behandlung der Beschwerden oder der individuellen Ursache eingeleitet. Schmerzmittel werden etwa häufig bei einer Gebärmutterentzündung verschrieben, da die Entzündung unangenehme Schmerzen hervorruft und Fieber nach sich zieht.

Außerdem kann es sein, dass unmittelbar nach der Geburt ein Teil der Plazenta zurückgeblieben ist, der die Gebärmutterentzündung entweder auslöst oder begünstigt.

Dann wird die Gebärmutter ausgeschabt, was in einem kleinen operativen Eingriff geschieht, und je nach Heilungsverlauf mit Kontraktionsmitteln auf die ursprüngliche Größe zurückgebracht wird.

Verhütungsmittel wie die Spirale, die die Gebärmutterentzündung ebenfalls ausgelöst haben können, werden umgehend entfernt, meist sogar noch während der Diagnosenstellung. Außerdem wird geprüft, ob die Gebärmutterentzündung Eierstöcke und Eileiter befallen hat, da dann die Therapie mit Antibiotika ausgeweitet werden muss.

Unmittelbar nach der Zeit der Bettruhe ist Schonung wichtig, da sich der Körper nach der schlimmsten Phase der Gebärmutterentzündung erholen und die Frau wieder zu Kräften kommen muss. Das kann einige Zeit dauern, in denen etwa auf Sport und alltäglichen Stress verzichtet werden sollte.



Vorbeugung

Einer Gebärmutterentzündung kann man vorbeugen, indem man die Gesundheit der Scheide erhält. Geschlechtsverkehr sollte nur mit Kondom geschehen; auch in einer festen Partnerschaft, wenn man den Verdacht der Untreue hegt. Entzündet sie sich doch einmal, darf das nicht ignoriert werden, sondern sollte umgehend von einem fachkundigen Gynäkologen behandelt werden. Dann ist die Verschleppung und die Entstehung einer Gebärmutterentzündung sehr unwahrscheinlich und man kann sich wieder sicher wähnen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Jana.daydreamer kommentierte am 26.08.2016 um 23:15 Uhr

Ich habe mir vor ca. 4 Wochen die Spirale Jaydess von meinem Frauenarzt legen lassen. Ich bin gerade erst 18 und wollte ab nun auf die Pille verzichten. Diese nahm ich schon seit meinem 12. Lebensjahr wegen schwerer Akne. Am selben Tag des Einsetzens, sogar schon 15 Minuten danach, verspürte ich starke Unterleibschmerzen. Ich dachte das wäre normal, doch nachts wurde es immer schlimmer. Das Problem war, dass mir die Spirale an einem Freitag gelegt wurde und ich am Wochenende nicht zu meinem Frauenarzt gehen konnte. Bis zum Dienstag der darauf folgenden Woche wartete ich und behandelte die Schmerzen mit Ibuprofen 400 und gefühlt 24/7 mit einer Wärmflasche. Der Arzt fand am Dienstag heraus, dass während des Einlegens der Spirale Darmbakterien in meine Gebärmutter gelangt sind. Die Diagnose lautete also Gebärmutterentzündung. Ich bekam ein leichtes Antibiotikum, Vaginaltabletten und Ibuprofen 600 verschrieben. Kurz vor Ende (6 Tage) der Einnahme des Antibiotikas hörten die Schmerzen auf. In der darauf folgenden Woche bekam ich wieder Schmerzen (ich konnte kaum sitzen und keine enge Hose tragen) und ich ging wieder zum Arzt. Diesmal nahm er nur einen kurzen Abstrich und untersuchte meinen Urin. Kein Anzeichen für irgendwas. Keine Blasenentzündung und keine Gebärmutterentzündung. Er riet mir alles im Auge zu behalten. 2 Tage nach dem Arztbesuch fingen Schmierblutungen an. Diese stimmten mit meinem Zyklus überein und ich machte mir keine Sorgen. Nur die Schmerzen wurden immer stärker. Gestern (25.08.) ging ich wieder zu meinem Frauenarzt, weil meine Blutung und die Schmerzen jetzt 7 Tage andauerten und das sollte bei einer Spirale ja nicht der Fall sein. Er nahm einen Abstrich. Komischerweise blutete ich gestern kaum. Er guckte sich den Abstrich unter dem Mikroskop an und sagte mir das doch Bakterien zu sehen sind, die sich anscheinend vermehrt haben. Er schickte eine Probe ins Labor. Auf das Ergebnis muss ich nun 8 bis 10 Tage warten. Zusätzlich hat er sich per Ultraschall meine Gebärmutter und die Eierstöcke angesehen. Der eine war ziemlich angeschwollen und beide Seiten schmerzen sehr stark. Er hat mir nun ein neues Antibiotika verschrieben (wieder für 6 Tage). Eine Kombipackung aus Vaginalzäpfchen und Filmtabletten. Heute ist die Blutung wieder stärker und ich weiß nicht mehr weiter. Seit 2 Tagen habe ich starke Kreislaufstörungen und seit 2 Wochen schlafe ich kaum noch. Mir ist übel und ich habe kaum Appetit. Seit ich die Entzündung habe, hat sich mein Körper verändert. Obwohl ich keinen Appetit habe, ich dennoch was in mich rein zwänge damit ich nicht umfalle, nehme ich stark zu. Ich habe Nachtschweiß und Tagsüber überfettet meine Haut. Sie ist immer schmierig. Dauernd habe ich Hitzeschübe, aber kein Fieber. Meine Haut ist schlechter, aber das war ja abzusehen. Das schlimmste ist, dass ich gerade eine Ausbildung angefangen habe und nicht dauernd fehlen möchte, aber ich bin so ausgelaugt, dass ich nicht weiß woher ich die Kraft noch nehmen soll. Mein Körper ist erschöpft und ich habe Angst, dass das alles Folgen mit sich zieht. Ich hoffe ich bekomme vielleicht einen Rat oder einen Erfahrungsbericht.