Akute Kehlkopfentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
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Die akute Kehlkopfentzündung entsteht häufig als Zweitinfektion zu einer Erkältung oder Grippe. Um einen Übergang in die chronische Verlaufsform zu vermeiden, sollte die akute Kehlkopfentzündung sorgfältig therapiert und vollständig ausgeheilt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine akute Kehlkopfentzündung?

Die akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis) ist von der chronischen Verlaufsform durch einen deutlichen Beginn und teilweise heftige Symptome abzugrenzen. Es handelt sich um eine plötzlich eintretende Entzündung der Schleimhaut des Kehlkopfs (Larynx).

Das Krankheitsbild ist besonders häufig im Bereich der Glottis (Stimmlippenapparat) angesiedelt, es gibt aber auch die supra- und subglottische Variante, bei der die Entzündung vor allem über beziehungsweise unter der Glottis angesiedelt ist. Von einer Laryngotracheitis spricht man, wenn auch der obere Abteil der Luftröhre (Trachea) betroffen ist. Die Entzündung äußert sich mit Stimmstörungen von der Heiserkeit bis zum vollständigen Verlust der Stimme, mitunter auch mit Fieber, Halsschmerzen und Husten.

Ursachen

In den meisten Fällen entsteht eine akute Kehlkopfentzündung auf Boden eines bereits bestehenden Infekts der oberen Atemwege. Hierzu gehören vor allem die grippalen Infekte und Erkältungen. Somit kann die Laryngitis eine virale (zum Beispiel durch Rhino- oder Influenzaviren) oder bakterielle (zum Beispiel durch Pneumokokken oder Streptokokken) Ursache haben.

Husten und Schnupfen bewirken dabei besonders eine Wanderung der Krankheitserreger in die Kehlkopfregion, um dort eine Sekundärinfektion auszulösen. Eine weitere Ursache von akuten Kehlkopfentzündungen kann eine massive Überanstrengung der Stimme sein. Besonders gefährdet sind hierfür Menschen, die ihre Stimme berufsbedingt oft einsetzen und mitunter auch etwas lauter sein müssen, wie zum Beispiel Lehrer oder Schauspieler.

Ein weiterer Faktor, der eine akute Laryngitis begünstigen kann, ist das Raumklima. Negativ wirken sich in diesem Zusammenhang besonders der längere Aufenthalt in trockener Luft oder einer staubigen beziehungsweise verrauchten Umgebung aus. Auch der Reflux von Magensäure ist ein Risikofaktor.

Entzündung der Kehlkopfschleimhaut (Kehlkopfentzündung).

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer akuten Kehlkopfentzündung:

Leitsymptom der akuten Laryngitis ist eine Veränderung der normalen Stimme, die von klassischer Heiserkeit bis zum temporären Komplettverlust der Stimme (Aphonie) führen kann. Ist die Stimme noch vorhanden, klingt sie typischerweise recht rau (Dysphonie). Oft – vor allem bei bestehenden Atemwegsinfekten – wird dieses Symptom auch von den Betroffenen nicht richtig gedeutet und als Folge der Halsschmerzen beziehungsweise des Hustens durch die Ersterkrankung gewertet.

Häufig berichten die Patienten über ein Gefühl der Trockenheit im Hals und spüren ein Kratzen oder Kribbeln, was ebenfalls mit der Rachenbeteiligung eines Atemwegsinfekts verwechselt werden kann – dies nicht zuletzt deshalb, weil auch die akute Kehlkopfentzündung Halsschmerzen und Schluckbeschwerden hervorrufen kann. Je nach Ausprägung der Erkrankung und vor allen Dingen bei Mitbeteiligung der Trachea kann sich auch ein hartnäckiger trockener Husten zum Symptomkomplex der Laryngitis gesellen.

Auch Fieber, unter Umständen bis zu 40 Grad, kann eine Laryngitis begleiten. Die Erkennung und frühzeitige Behandlung der akuten Kehlkopfentzündung ist wichtig, um eine chronische Laryngitis zu vermeiden, da diese als Risikofaktor für ein Karzinom gilt.

Diagnose

Die Diagnose der akuten Kehlkopfentzündung ist durch den Facharzt einfach zu stellen: Zum einen stellt sich bereits aufgrund der Anamnese und einer deutlich wahrnehmbaren Stimmveränderung des Patienten der Verdacht auf einen entzündlichen Prozess. Zum anderen ist die Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) durch den HNO-Arzt eine sichere Methode, die akute Kehlkopfentzündung festzustellen und andere mögliche Ursachen für die bestehenden Beschwerden auszuschließen.

In den meisten Fällen reicht die indirekte Kehlkopfspiegelung, mit der der Arzt ein Instrument vorsichtig in Richtung Rachenhinterwand schiebt und den Kehlkopf von oben begutachtet. In komplizierteren Fällen ist auch die direkte Laryngoskopie möglich, bei der das Endoskop während einer kurzen Narkose direkt zum Kehlkopf oder sogar in dessen Inneres geführt wird.

Behandlung und Therapie

Bei der mit plötzlicher Heiserkeit in Erscheinung tretenden akuten Kehlkopfentzündung ist eine Schonung der Stimme das A und O. Aufgrund der Stimmlippenbelastung ist hier nicht nur das Schreien zu vermeiden, sondern – was viele der Betroffenen nicht wissen – ganz besonders auch das Flüstern. Die auslösenden Krankheitsursachen – soweit bekannt – sollten gemieden werden. Dazu gehört in erster Linie auch das Rauchen.

Hat sich die Laryngitis auf Basis eines Atemweginfekts entwickelt, sollte dieser – unter Umständen auch mit Antibiotika – therapiert werden. Refluxpatienten bekommen in vielen Fällen einen Protonenpumpenhemmer verschrieben. Husten kann mit entsprechenden Medikamenten oder Hausmitteln gelindert werden, gegen die Trockenheit im Kehlkopfbereich helfen Dampfinhalationen, zum Beispiel mit Salbei. Auch warme Halsumschläge unterstützen den Heilungsprozess. Bei angeschwollenen Stimmlippen werden vom Arzt auch kortisonhaltige Medikamente verordnet.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung der akuten Kehlkopfentzündung ist gleich mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen möglich. Zum einen ist es wichtig, eventuelle Risikofaktoren im Vorfeld schon zu eliminieren. Konkret kann man das Rauchen aufgeben, für eine gut befeuchtete Raumluft sorgen und massive stimmliche Anstrengungen vermeiden. Menschen, die ihre Stimme beruflich nutzen oder bereits eine funktionelle Stimmstörung haben, können mit einem Logopäden ein effektives Stimmtraining erlernen. Gerade bei länger andauernden Infekten der Atemwege sollten diese gezielt therapiert werden, um ein Übergreifen auf die Kehlkopfregion zu vermeiden.

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