Kratzen im Hals

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Kratzen im Hals

Jeder kennt es, vor allem in der kälteren Jahreszeit - das Kratzen im Hals bis hin zu starken Halsschmerzen verfolgt jung und alt. Sobald eine Erkältung im Anmarsch ist, verkaufen Apotheken Unmengen von schmerzstillenden Lutschtabletten und ähnlichen Präparaten, die den Schmerz zu lindern versprechen. Doch wo kommt das Kratzen im Hals her? Was ist die Ursache dafür und wie kann man es heilen oder wenigstens lindern? Und kann es gefährlich sein oder sogar Hinweis auf schwere Erkrankungen?

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kratzen im Hals?

Wer von einem Kratzen im Hals spricht, meint ein schmerzhaftes, kratziges Gefühl in der Rachen- und Gaumengegend, dem meist eine bakterielle oder seltener virale Entzündung (z.B. Mandelentzündung bzw. Angina tonsillaris oder eine Überanstrengung des Stimmapparates (z. B. nach langem, lautem "Gröhlen" oder falschem Singen) zugrunde liegt.

Meist fällt zudem das Sprechen schwer, das Schlucken schmerzt und führt teils zu verminderter Nahrungsaufnahme. Der Schweregrad dieser Symptome kann von einem leichten Unwohlsein bis hin zu stärksten Schmerzen und sogar Luftnot reichen.

Ursachen

Zu den Ursachen eines Kratzen im Halses zählen entzündliche Vorgänge im Körper, wie bereits beschrieben zum Beispiel bakterielle oder seltener virale Infekte oder eine Überlastungsreaktion des Gaumens, des Rachens, des Kehlkopfes, der Stimmbänder und des gesamten Stimmapparates, was auch infolge von massivem Husten in Zusammenhang mit einer Erkältung auftreten kann. Krankhafte Ursachen können demnach zum Beispiel eine Angina tonsillaris (Mandelentzündung), eine Kehlkopfentzündung, eine Stimmbandentzündung oder eine Rachenentzündung sein.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose von Kratzen im Hals erfolgt in der Regel optisch, der Arzt wird gegebenenfalls mit Hilfsmitteln den Rachenraum begutachten. Ob die Infektion bakterieller oder viraler Natur ist, kann ein CRP-Schnelltest beantworten. Auch grünliche oder weißliche Beläge können hier Hinweise auf die Ursache liefern.

Der Untersuchung beim Arzt geht das Schmerzempfinden des Patienten voraus, der das schmerzhafte Kratzen im Hals bemerkt und spätestens in Verbindung mit einem reduzierten Allgemeinbefinden (Gliederschmerzen, Fieber) einen Arzt aufsuchen wird. Kratzen im Hals tritt seltener alleine auf. Meist ist dies eine Begleiterscheinung eines Infektes, wie zum Beispiel einer Grippe oder eines grippalen Infektes.

Häufiges Husten reizt den Hals, was die Besiedelung und Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Es kommt zu kleinsten Verletzungen - durch das Husten - was die Besiedelung mit Keimen auslöst.

Je nach Art und Dauer der Erkrankung können solche Symptome etwa zehn Tage bis zwei Wochen anhalten. Ein dauerhaftes Kratzen im Hals kann auf chronische Krankheiten hindeuten, zum Beispiel "Sängerknötchen", Krebserkrankungen, Nervenleiden oder Begleitsymptome eines Schlaganfalls. In den allermeisten Fällen ist ein Kratzen im Hals allerdings völlig harmlos und verschwindet schnell wieder, kurz nach Ausklingen einer Erkältung zum Beispiel.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Kratzen im Hals richtet sich immer nach der Grunderkrankung. Ein grippaler Infekt bzw. eine Grippe oder eben eine bakterielle Ursache müssen entsprechend behandelt werden. Während eine virale Ursache kaum mit medikamentöser Hilfe auskuriert wird, kann bei bakteriellen Entzündungen ein Antibiotikum gegeben werden, was die Symptome meist sehr schnell lindert.

Wer das Kratzen im Hals durch Überlastung, also durch Gröhlen oder lautes Singen, verursacht hat, dem hilft es, so simpel dies auch klingen mag, einfach möglichst zu schweigen. Generell ist es ratsam, bei einem Kratzen im Hals nicht oder kaum zu sprechen. Muss der Erkrankte dennoch etwas mitteilen, sollte er es entweder aufschreiben oder leise sprechen. Flüstern sollte vermieden werden, es verschlechtert die Symptomatik, da die "zischende" Ausatemluft zu einer vermehrten Reizung des Halses führt, was bei leisem Sprechen nicht so sehr der Fall ist.

In aller Regel sollten schmerzlindernde Medikamente, zum Beispiel Lutschtabletten oder Sprays angewendet werden, die zwar die Ursache nicht beseitigen, aber die Nahrungsaufnahme erleichtern und das reduzierte Allgemeinbefinden steigern. Trotzdem sollte sich der Patient immer schonen, um den Heilungsprozess nicht unnötig in die Länge zu ziehen.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Kratzen im Hals empfiehlt es sich allgemein, das Immunsystem zu stärken, vitaminreiche Kost zu sich zu nehmen, Stress zu vermeiden und in angemessener Lautstärke zu sprechen. Vielredner, wie zum Beispiel Lehrer, Pfarrer oder auch Sänger, sollten zudem einen Stimmbildner kontaktieren, wenn sie öfter Probleme mit einem Kratzen im Hals haben.

Dieser kann helfen, den Stimmapparat korrekt zu nutzen, sodass es nicht zu einer Überlastung kommt. Weiter kann man allerdings kaum etwas unternehmen. Ist der Schmerz im Hals erst einmal da, heißt es aushalten und auskurieren.

Doch wie bereits erwähnt, handelt es sich meist um eine harmlose Ursache und das Kratzen im Hals ist schnell wieder verflogen. Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, einen Arzt zu kontaktieren und möglichst nicht selbst allzu lange zu raten, was man denn nun unternehmen und einnehmen könnte.

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