Schwellung am Hals

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. April 2017
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Eine Schwellung am Hals ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, welches bei unterschiedlichen gesundheitlichen Störungen auftreten kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schwellung am Hals?

Eine Schwellung am Hals zeichnet sich profan durch eine Verdickung des Halses aus. Die Schwellung kann von den Lymphknoten, der Schilddrüse, den Speicheldrüsen oder anderen Organen ausgehen. Manchmal entsteht sie spontan und manchmal entwickelt sie sich über einen langen Prozess.

Die Erscheinungsform der Schwellung gibt häufig bereits Hinweise auf ihre Ursache. Die zugrunde liegenden Erkrankungen können sowohl harmlos als auch lebensbedrohend sein. Das Erscheinungsbild der Schwellungen ist sehr unterschiedlich. So kann eine Schwellung am Hals hart oder weich, schmerzlos oder schmerzhaft beziehungsweise festsitzend oder verschiebbar sein.

Ursachen

Die unterschiedlichsten Erkrankungen entwickeln eine Schwellung am Hals. Bekannt ist beispielsweise die Ausbildung eines Kropfes bei einer Schilddrüsenfehlfunktion. Die Schilddrüse ist verantwortlich für die Bildung der jodhaltigen Schilddrüsenhormone, die den Energiestoffwechsel des Organismus steuern. Liegt z. B. ein Jodmangel vor oder sind große Teile der Schilddrüse funktionsunfähig, kommt es zum Wachstum der hormonbildenden Bereiche, um den Körper ausreichend mit Hormonen zu versorgen. Es entwickelt sich ein Kropf, auch Struma genannt.

Auch bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wie bei Morbus Hashimoto oder Morbus Basedow, kann sich ein Kropf ausbilden. Das Gleiche gilt bei gutartigen und bösartigen Tumoren. Eine weitere Ursache für eine Schwellung am Hals ist die Vergrößerung der Lymphknoten bei Infektionserkrankungen im Hals-/Nasen-/Ohrenbereich. Ein bekanntes Beispiel ist die Tonsillitis (Mandelentzündung).

Aber auch jede andere virale oder bakterielle Infektion im Bereich des Halses lässt infolge verstärkter Immunreaktionen gelegentlich die Lymphknoten anschwellen. Allerdings kann hinter einer Lymphknotenvergrößerung auch ein bösartiges Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) stecken. Auch Entzündungen der Speicheldrüsen, namentlich der Ohrspeicheldrüse, führen zu Schwellungen am Hals. Die bekannteste Ohrspeicheldrüsenentzündung ist der sogenannte Ziegenpeter (Mumps), eine häufige Kinderkrankheit, die mit einer schmerzhaften Schwellung am Ohr einhergeht.

Zusätzlich zu den Schwellungen der Speicheldrüsen vergrößern sich hier auch die Lymphknoten. Auch Abszesse im Bereich des Halses und des Gesichtes sind oftmals von Schwellungen begleitet, die zuweilen wie bei einer Mundbodenphlegmone enorme Ausmaße erreichen können und einen sehr ernsten und lebensbedrohenden Zustand darstellen.

Eine weitere Ursache für eine Halsschwellung kann ein Blutstau in der Halsvene durch eine Thrombose sein. Sollte die Halsvene anschwellen, stellt das einen Notfall dar, der sofortiger medizinischer Behandlung bedarf. Nicht zuletzt führen auch Zysten und Fisteln oftmals zu einer Schwellung am Hals.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Eine Schwellung am Hals kann als Symptom bei einer Erkältungserkrankung auftreten. Kommt es zu weiteren Beschwerden wie Fieber, Halsschmerzen, Übelkeit oder Magen-Darm-Problemen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es besteht die Möglichkeit, dass durch den viralen oder bakteriellen Befall die Lymphknoten oder die Mandeln anschwellen. Da die Keime sich ausbreiten, kommt es ohne eine ärztliche Behandlung zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes.

Tritt die Schwellung am Hals in Höhe der Schilddrüse auf, sollte ein Arzt konsultiert werden. Hormonelle Erkrankungen und Fehlfunktionen der Schilddrüse sind möglich. Ist die Schwellung am Hals verbunden mit Zahn- oder Kieferproblemen, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Es können Entzündungen oder Infektionen vorliegen, die untersucht und behandelt werden müssen.

Leidet der Betroffene unter Schluckbeschwerden oder hat Probleme bei der Atmung, ist ein Arzt aufzusuchen. Es können Erkrankungen der Gefäße im Hals und Rachen vorliegen, die diagnostiziert werden müssen. Darüber hinaus kann eine Tumorerkrankung im Hals oder Kehlkopf vorhanden sein, die sich ohne medizinische Maßnahmen ausbreitet. Bei weiteren Veränderungen der Haut, wie beispielsweise Rötungen und offenen Wunden, sowie Strukturänderungen der vorhandenen Schwellung, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es zu Schmerzen, einem Druck- oder Engegefühl im Hals, ist ein Arztbesuch notwendig.

Diagnose und Verlauf

Zur Bestimmung der Ursache der Schwellung am Hals wird der Arzt zunächst dessen Erscheinungsform untersuchen. So muss abgeklärt werden, ob sich die Schwellung spontan oder langsam entwickelt hat, ob sie schmerzlos oder schmerzhaft, festsitzend oder frei beweglich beziehungsweise hart oder weich ist. Harte und schmerzlose Schwellungen könnten auf einen Tumor hinweisen. Schmerzhafte Schwellungen sind meist Ausdruck einer Infektion.

Des Weiteren folgt eine Anamnese der Krankengeschichte. Wenn sich bereits Hinweise auf eine bestimmte Ursache ergeben haben, muss diese durch verschiedene bildgebende Verfahren abgeklärt werden. Manchmal sind jedoch die Symptome besonders bei schnell entstehenden Schwellungen so eindeutig, dass die Diagnose bereits dadurch gestellt werden kann. Ausgehend von den ersten Untersuchungen bei einer Schwellung am Hals sind weitere differenzialdiagnostische Maßnahmen zur Bestimmung der konkreten Grunderkrankung erforderlich.

Behandlung und Therapie

Die Therapie einer Schwellung am Hals richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Bei Schilddrüsen bedingten Erkrankungen muss zunächst ermittelt werden, ob eine Schilddrüsenüberfunktion oder Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt. Bei einer Unterfunktion ist es beispielsweise oftmals notwendig, das Schilddrüsenhormon zu applizieren, um die normalen Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Bei einer Überfunktion ist häufig eine Operation erforderlich. Das Gleiche gilt bei einem Tumor.

Entzündliche Erkrankungen der Speicheldrüsen oder der Lymphdrüsen heilen meist von alleine aus. Gegebenenfalls ist während der akuten Phase der Infektion eine medikamentöse Behandlung mit fiebersenkenden, schmerzlindernden und entzündungshemmenden Mitteln indiziert.

Abszesse müssen operativ entfernt werden, weil sie zu lebensbedrohlichen Zuständen führen können. Auch Zysten oder Fisteln werden operiert. Eine Thrombose der Halsvene wird medikamentös behandelt. Lymphdrüsenkrebs muss operativ oder durch Bestrahlung und Chemotherapie therapiert werden.



Vorbeugung

Da ein Großteil der Schwellungen am Hals durch Jodmangel bedingte Unterfunktion der Schilddrüse hervorgerufen wird, dient eine ausreichende Versorgung mit Jod zur Vorbeugung vor dieser Erkrankung. Akute Infektionen des Halses kann man zwar nicht ausschließen, aber durch eine ausreichende Stärkung des Immunsystems weitgehend einschränken.

Das kann durch eine gesunde Lebensweise, körperliche Aktivität, Reduzierung von negativem Stress und Verzicht auf Rauchen und Alkohol erreicht werden. Eine hartnäckige und länger bestehende Schwellung am Hals sollte unbedingt vom Arzt untersucht werden, um mögliche ernste Erkrankungen auszuschließen.

Bücher über Schwellung am Hals

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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