Muskelverhärtung Schulter

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Juli 2017
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Schmerzhafte Muskelverhärtungen treten häufig in der Schulter auf. Sie können sowohl einen akuten als auch einen chronischen Verlauf nehmen. Nicht selten strahlen die ausgeprägten Schmerzen in andere Körperbereiche wie den Nacken oder die Arme aus. Es gibt jedoch hilfreiche Behandlungsmethoden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Muskelverhärtung in der Schulter?

Bei einer Muskelverhärtung handelt es sich um eine muskuläre Verspannung aufgrund einer dauerhaften Anspannung. Meist sind Überlastungen durch Sport, arbeitsbedingte Fehlhaltungen oder psychosomatische Auslöser wie Stress für die verhärteten Muskeln verantwortlich. Besonders häufig zeigen sich Muskelverhärtungen im Rücken, im Nacken sowie an der Schulter, sodass sie in der Schulterregion keine Seltenheit darstellen. Ärzte sprechen in solchen Fällen von einer Myogelose. Dabei liegt eine Verhärtung der Muskelfasern vor, die sich durch die Form eines Knotens bemerkbar macht. Sie lässt sich auch mit den Fingern ertasten. Außerdem kommt es zu Durchblutungsbeeinträchtigungen der betroffenen Muskeln. In manchen Fällen droht sogar eine dauerhafte Entzündung.

Als typisches Merkmal einer Muskelverhärtung im Schulterbereich gelten Schmerzen in der rechten oder linken Schulter. Der Schmerz zeigt sich entweder stechend oder krampfartig. Meist erstrecken sich die Beschwerden vom Schulterblatt über den Nacken bis hin zum oberen Rückenbereich. Bei vielen Patienten leidet auch deren Bewegungsfreiheit unter den verhärteten Muskeln. Weil in der Schulterregion zahlreiche Muskeln verlaufen, werden meist auch Nacken und Rücken in Mitleidenschaft gezogen. In manchen Fällen treten zudem Taubheitsgefühle auf, was auf die eingeschränkte Durchblutung zurückzuführen ist.

Ursachen

Die Entstehung einer Muskelverhärtung in der Schulter erfolgt durch das Zusammendrücken der Kapillaren, die sich in den Muskeln befinden, durch die dauerhaft angespannten Muskelfasern. Dieser Vorgang hat eine Beeinträchtigung der Durchblutung zur Folge, die ihrerseits eine Entzündung auslösen kann. Die Muskulatur versucht weiteren Verletzungen entgegenzuwirken, indem sie sich automatisch anspannt. Dadurch setzt ein selbstverstärkender Effekt aus Anspannung, Durchblutungsverminderung und Entzündungsreaktion ein.

Die Ursachen für eine Muskelverhärtung in der Schulter sind unterschiedlich. Die meisten Beeinträchtigungen dieser Art werden jedoch durch Überlastung oder Muskelzerrungen ausgelöst. Viele Betroffene nehmen beim Arbeiten am Computer oder beim Sitzen am Schreibtisch eine Fehlhaltung ein, die wiederum Verspannungen der Muskeln in den Schultern hervorruft. So wird dabei oft der Nacken versteift, die Schultern in die vordere Richtung geschoben und der Kopf unnatürlich gehalten. Im weiteren Verlauf führt dies zu einer Myogelose.

Ein weiterer häufiger Grund für Muskelverhärtungen im Schulterbereich sind übermäßige sportliche Aktivitäten. Besonders betroffen davon sind Personen, die noch über wenig Erfahrung verfügen oder neue Trainingsmethoden testen. Mitunter führt auch ein stark ausgeprägter Muskelkater zu einer Muskelverhärtung. So nehmen die Betroffenen dabei häufig eine falsche Position ein. Nicht selten ist eine falsche Körperhaltung beim Liegen die Ursache für Muskelverhärtungen in der Schulter. Diese führt zu einer permanenten Beanspruchung der Schulter, zur Verdrehung des Rückens oder sogar zur Einklemmung eines Nervs. Die betroffenen Personen wachen dann am nächsten Morgen mit einem verspannten Schulterblatt und Schmerzen auf.

Begünstigend auf eine Myogelose wirken sich außerdem psychische Probleme aus. Dazu gehören vor allem Depressionen und Angstzustände. Oftmals hängen Muskelverhärtungen in der Schulterregion auch mit zu wenig Bewegung zusammen. So hat ständiges Sitzen und Liegen Veränderungen des Stoffwechsels in den Schultermuskeln zur Folge, die wiederum eine Muskelverhärtung nach sich ziehen. Mitunter sind bestimmte Erkrankungen für die verhärteten Schultermuskeln verantwortlich. Dazu zählen in erster Linie Störungen des Stoffwechsels, Schlafstörungen, Durchblutungsprobleme, Haltungsschäden sowie eine Myositis (Entzündung der Skelettmuskulatur).

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei Muskelverhärtungen in der Schulter können ohne einen Arztbesuch einige Maßnahmen ergriffen werden, die eine Linderung der Beschwerden bewirken. Eine ausreichende Bewegung, die Vermeidung einer einseitigen Belastung oder gezieltes Muskeltraining für die Schultern sind sehr hilfreich. Damit können bestehende Verhärtungen gelockert und zukünftige vermieden werden. Darüber hinaus helfen Massagen oder sportliche Aktivitäten, wie z.B. Schwimmen. Ein Arztbesuch ist daher in den meisten Fällen nicht notwendig.

Sind die Muskelverhärtungen in der Schulter auf schlechte Schlafverhältnisse zurückzuführen, können ebenfalls ohne einen Arzt Veränderungen eingeleitet werden. Halten die Muskelverhärtungen trotz der ergriffenen Maßnahmen über mehrere Wochen oder Monate an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Führen die Muskelprobleme zu Schmerzen in der Schulter, im Nacken oder im Kopf, ist ein Arztbesuch notwendig. Es drohen Beeinträchtigungen des allgemeinen Leistungsniveaus, ein vermindertes Wohlbefinden und Aufmerksamkeitsdefizite.

Die Muskelverhärtungen in der Schulter können zu einer Fehlhaltung des oberen Rückens führen. Veränderungen des Skelettsystems und Rückenschmerzen stellen sich ein. Bei einer Schiefhaltung des Kopfes drohen Verspannungen, Nervenschäden oder Beschädigungen der Gefäße. Aus diesen Gründen ist rechtzeitig ein Arzt aufzusuchen, sobald sich weitere Symptome zeigen. In einigen Fällen führen die Muskelverhärtungen zu Zahn- und Kieferschmerzen. Da sich diese weiter ausbreiten, ist ein Arztbesuch bei den ersten Anzeichen von Zahnproblemen ratsam.

Diagnose und Verlauf

Dauert die Muskelverhärtung in der Schulter über einen längeren Zeitraum an, ist es ratsam, die Hilfe eines Arztes zu suchen. Zu den besten Ansprechpartnern gehören neben allgemeinen Medizinern Orthopäden, die auf Beschwerden dieser Art spezialisiert sind. Zu Beginn der Untersuchung befasst sich der Arzt mit der Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten. Dabei möchte er über die Arbeitsbelastungen, sportlichen Aktivitäten sowie die psychische Verfassung des Patienten Bescheid wissen. Im Anschluss an die Befragung führt der Orthopäde eine körperliche Untersuchung durch, in deren Rahmen er die Schulter abtastet. Dabei lässt sich die Verhärtung in Form eines kleinen Knotens ermitteln, der sich leicht verschieben lässt und sensibel auf Druck reagiert.

Bei manchen Patienten können auch weitergehende Untersuchungen erforderlich sein. Dazu zählen eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung), eine Computertomographie (CT) oder eine Kernspintomographie (MRT), durch deren Einsatz sich bösartige Erkrankungen ausschließen lassen. Um einer eventuellen Stoffwechselerkrankung auf die Spur zu kommen, wird eine Blutuntersuchung vorgenommen. Wie lange eine Muskelverhärtung in der Schulter andauert, lässt sich nicht genau vorhersagen. Je schneller eine medizinische Behandlung beginnt, desto günstiger ist der Verlauf der Beschwerden.

Komplikationen

Eine Muskelverhärtung an der Schulter kann sich ausbreiten in die umliegenden Regionen. Der Nacken, der Rücken und der Hals sind häufig ebenfalls betroffen. Zusätzlich zu der Verhärtung treten meist Schmerzen auf. Durch die Verhärtung können Problematiken der Durchblutung auftreten. Diese führen zu einer verstärkten Herzaktivität und erhöhen das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Eine gestörte Durchblutung hat Auswirkungen auf alle Bereiche des Organismus. Die Versorgung der Organe, aber auch der Nerven oder anderer Muskeln ist nicht mehr ausreichend gewährleistet. Damit kann es zu Ausfällen einzelner Systeme kommen, die lebensbedrohlich sind.

Eine Verhärtung der Muskulatur in der Schulter führt zu einer Einschränkung der Bewegung sowie einer Belastung des Oberkörpers. Drehbewegungen und das Tragen von Gegenständen sind erschwert oder stark eingeschränkt. Das hat immense Auswirkungen auf die Bewältigung des alltäglichen Lebens. Emotionale Probleme oder eine seelische Belastung können auftreten. Neben Stimmungsschwankungen kann es bei einer anhaltenden Situation zu einer psychischen Störung kommen. Eine Muskelverhärtung der Schulter kann zu Kopfschmerzen führen. In schweren Fällen kommt es zu dem Ausbruch einer Migräne. Der soziale Umgang wird eingeschränkt und das Bedürfnis nach Rückzug steigt an. Bei einer Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten können verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Die Schleimhäute werden angegriffen und lösen Magenschmerzen aus.

Behandlung und Therapie

Um eine Muskelverhärtung in der Schulter langfristig zu bessern, müssen die Auslöser der Beschwerden behoben werden. Ist zum Beispiel Stress die Ursache der Verhärtung, empfehlen sich bewährte Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelentspannung. Diese entspannt die Muskeln aktiv und vermindert den Stress. Zur Bekämpfung der verhärteten Muskeln stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung. So helfen gegen die Schmerzen entzündungshemmende Medikamente und Salben. Dabei sollte zunächst Salbe aufgetragen werden.

Erst, wenn diese nicht zur Besserung der Beschwerden führt, empfiehlt sich die Einnahme eines Schmerzmittels. Auf diese Weise lässt sich das Entspannen der Muskeln fördern. Ebenfalls als hilfreich eingestuft werden Wärmeanwendungen wie zum Beispiel heiße Bäder, das Auflegen von Fangopackungen oder heiße Rollen. Sie regen die Durchblutung der Schulter wieder an und lockern die verhärteten Körperbereiche. Als sinnvoll gelten außerdem die Anwendung von Massagen und Reizstrom.

In ausgeprägten Fällen kann auch eine ärztliche Behandlung erforderlich sein. Dabei injiziert der Orthopäde oft Medikamente zur Muskelentspannung, die eine rasche Besserung bewirken. Darüber hinaus kennt er krankengymnastische Übungen, mit denen sich die Verspannungen Schritt für Schritt auflösen lassen.



Aussicht und Prognose

Eine Muskelverhärtung in der Schulter, die durch eine einseitige Belastung des Körpers verursacht wurde, verschwindet im Normalfall innerhalb kurzer Zeit wieder, wenn regelmäßig ausgleichende Bewegungen durchgeführt werden. Eine dauerhafte Linderung wird erreicht, sobald die Bewegungsabläufe optimiert und den Bedürfnissen des Körpers kontinuierlich angepasst werden. Eine Überanstrengung und Überlastung der Muskeln in der oberen Körperregion ist eine vorübergehende Erscheinung mit einer guten Prognoseaussicht. Mit ausreichender Wärmezufuhr, Ruhe und Schonung tritt eine Rückbildung der Beschwerden innerhalb weniger Tage ein. Anschließend kommt es zu einer Beschwerdefreiheit.

Schäden der Muskeln, Nerven oder Blutgefäße müssen medizinisch versorgt werden, damit eine dauerhafte Linderung eintreten kann. Im Normalfall bestehen gute Prognoseaussichten, da mit einer individuellen medizinischen Versorgung die Grunderkrankungen geheilt werden können. Bei einer Unterversorgung des Organismus durch Vitamine, Nähr- oder Botenstoffe tritt eine Linderung der Symptome sowie eine Heilung ein, sobald ein Ausgleich des Mangels stattfindet. Die Wiederkehr der Beschwerden wird durch eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte vermieden. Psychosomatische Ursachen können reduziert und geheilt werden, wenn eine Krankheitseinsicht und eine entsprechende Therapie stattfindet. In vielen Fällen dauert der Heilungsprozess über mehrere Monate oder Jahre, bis eine erfolgreiche Behandlung eingeleitet werden kann, da häufig in der Anfangszeit keine richtige Diagnosestellung möglich ist.

Vorbeugung

Wer Sport treibt, kann Muskelverhärtungen in der Schulter vorbeugen, indem er sich ausreichend aufwärmt. Nach dem Sport gelten Dehnübungen als empfehlenswert. Wird lange am Computer gearbeitet, sind regelmäßige Pausen überaus wichtig, in denen eine Bewegung des Körpers stattfindet.

Bücher über Muskelverhärtung

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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