Eingeklemmter Nerv

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juni 2015
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Ein eingeklemmter Nerv ist eine zumeist sehr schmerzhafte Erkrankung, die die verschiedensten Ursachen haben kann. Die Bezeichnung des eingeklemmten Nerves ist eher eine umgangssprachliche Benennung verschiedener Problematiken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein eingeklemmter Nerv?

Für die Erkrankungen eines eingeklemmten Nerves ist charakteristisch, dass die Schmerzen stark stechend sind. Zu dem ist es möglich, dass der Betroffene Schwindel verspürt sowie weiche Knie bekommt. Die betroffenen Bereiche sind häufig der Übergang von der Schulter zum Nacken und der gesamte Rücken.

Entgegen der Bezeichnung handelt es sich bei einem eingeklemmten Nerv zumeist um eine Reizung des Nerven oder daneben befindlicher Muskelbereiche. Auch ein entzündeter Nerv wird als eingeklemmter Nerv bezeichnet.

Ursache

Die Betroffenen mit einem eingeklemmten Nerv halten zumeist eine falsche Bewegung ursächlich für die Erkrankung, denn die Schmerzen treten häufig plötzlich bei einer Bewegung mit ungesunder Körperhaltung auf. Tatsächlich sind jedoch jahrelange Fehlhaltung in den meisten Fällen für einen eingeklemmten Nerv ursächlich.

Durch belastende Rückenhaltungen, wie sie etwa bei Fliesenlegern, Malern oder an PC-Arbeitsplätzen vorkommen können, kommt es zu einer unbemerkten Vorschädigung. Diese macht sich dann plötzlich und unerwartet bei dem falschen Heben schwerer Gegenstände oder ruckartigen sportlichen Betätigungen durch einen eingeklemmten Nerv bemerkbar.

Eine mögliche weitere Ursache für einen eingeklemmten Nerv können jedoch auch Verletzungen, wie Schleudertrauma, Frakturen oder Zerrungen sein. Aber auch Verspannungen, die auch durch eine Fehlstellung der Wirbelsäule bedingt durch eine falsche Matratze oder ein falsches Kissen verursacht werden können, sind eine mögliche Ursache für einen eingeklemmten Nerv.

Symptome und Verlauf

Die Symptome für einen eingeklemmten Nerv sind sehr charakteristisch und eindeutig. Es kommt zu einem plötzlichen und stark stechenden Schmerz, der auch als brennend empfunden werden kann. Des Weiteren kommt es zu einer Bewegungseinschränkung und in manchen Fällen auch zu Taubheitsgefühlen, die häufig die Arme oder Beine betreffen. Bedingt durch die starken Schmerzen ist ein weiteres wichtiges Symptom das starke Schwitzen des Betroffenen. Auch ist es möglich, dass es zu Schwindelanfällen oder dem Gefühl weicher Knie kommt.

Die Rückenmuskulatur ist häufig großflächig verspannt und es kann zu Brustschmerzen oder Kopfschmerzen kommen. Durch einen Arzt ist es auch in vielen Fällen möglich eine Reflexabschwächung festzustellen. Wird der eingeklemmte Nerv nicht behandelt, wobei bereits Hausmittel hilfreich sein können, kommt es zu einer dauerhaften Fehlhaltung die eine weitere Verschlechterung der Beschwerden zur Folge haben kann.

Diagnose

Die Diagnose bei einem eingeklemmten Nerv erfolgt zunächst als Verdachtsdiagnose anhand der sehr deutlichen und plötzlichen Schmerzen. Durch die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit kann festgestellt werden, ob es bereits zu einer eingeschränkten Funktionalität des Nervs gekommen ist.

Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) oder Sonografie können größere Verletzungen, wie Bandscheibenvorfälle oder Knochenbrüche, ausgeschlossen und bereits eingesetzte Verformungen des Nervs festgestellt werden. Wichtig für die Diagnose des Arztes ist auch die Anamnese des Patienten. Denn diese gibt Aufschluss darüber, ob es bereits durch jahrelange Fehlhaltungen zu einer Vorschädigung gekommen sein kann.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von einem eingeklemmten Nerv kann zunächst mit Hausmitteln erfolgen. Wärmeanwendungen mit einem Heiz- oder Körnerkissen, einer Wärmelampe oder einem in heißem Wasser getauchten Handtuch können hilfreich sein. Mögliche weitere Hilfsmittel der Wärmeanwendung können wärmende Salben oder Wärmepflaster sein.

Auch das entspannte Verharren in der schmerzenden Körperhaltung kann dazu beitragen, die verspannte und schmerzende Muskulatur zu lockern. Des Weiteren ist es möglich, den eingeklemmten Nerv durch bestimmte passive oder aktive Übungen zu bekämpfen. Zu den passiven Übungen gehört das ruhige und entspannte Liegen auf dem Boden in Rückenlage in Verbindung mit tiefen Atemübungen.

Als aktive Übung kann das sanfte Dehnen der schmerzenden Bereiche durchgeführt werden. Der Betroffene sollte auf jeden Fall für einige Tage belastende Tätigkeiten vermeiden, sich jedoch ruhig und sanft weiter bewegen. Schonhaltungen oder die völlige Vermeidung von Bewegung sind dagegen nicht sinnvoll.

Werden die Symptome nicht schnell besser, sollte der Betroffene einen Arzt aufsuchen. Dieser kann schwerwiegende Erkrankungen ausschließen und Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente verschreiben. Auch kann die Verordnung eines Muskelrelaxanz, eines muskelentspannenden Medikamentes, oder eine entsprechende Injektion in den betroffenen Bereich hilfreich sein.

Halten die Beschwerden von einem eingeklemmten Nerv längerfristig an, kann eine physiotherapeutische Behandlung mit Massagen, Elektrotherapie oder Wärmeanwendungen notwendig sein. Auch die Behandlung durch einen Osteopathen, der tiefgreifender Schmerzzentren erkennt und behandelt, kann bei einem eingeklemmten Nerv erfolgversprechend sein.

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Vorbeugung

Um einem eingeklemmten Nerv vorzubeugen, sollte bereits frühzeitig, insbesondere bei belastenden Bewegungen, auf eine gute und rückenschonende Körperhaltung geachtet werden. Auch kann das sanfte und regelmäßige Dehnen angestrengter Bereiche nach sportlichen oder anderen belastenden Tätigkeiten sinnvoll sein. Personen mit einem PC-Arbeitsplatz sollten auf eine optimale Ausrichtung und Einstellung des Computers und des Stuhles achten. Auch kann das zwischenzeitliche Aufstehen und Strecken des Körpers angenehm sein.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Liesel kommentierte am 03.11.2014 um 18:01 Uhr

Ich leide seit 20 Jahren an einem eingeklemmten Nerv. Drei Ärzte haben das meiner Beschreibung nach so vermutet. Eine Neurologin meinte, es sei ein latenter Leistenbruch. Ich habe Taubheitsgefühle an beiden Oberschenkeln vorn bis kurz vor die Knie. Erst wird es heiß, dann sticht es immer schlimmer und dann sind die Schmerzen seitlich, besonders am rechten Oberschenkel, fast nicht auszuhalten. Das passiert jetzt immer bei langem Stehen oder Gehen.