Muskelzerrung

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)

Bei einer Muskelzerrung (Distension, Zerrung) kommt es aufrgrund einer Überdehnung des Muskels zu feinen Verletzungen der Muskelfasern. Die Muskelzerrung zählt, wie auch der Muskelfaserriss, zu den geschlossenen Muskelverletzungen, da die Haut über dem Muskel selbst nicht beschädigt wird.

Inhaltsverzeichnis

Definition Muskelzerrung (Distension)

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Eine Muskelzerrung, auch als Distension bezeichnet, liegt vor, wenn die Muskelfasern des betroffenen Muskels überdehnt werden und somit sehr kleine Verletzungen oder Risse im Muskel entstehen. Hierbei sind die kleinsten Funktionseinheiten des Muskels, die Sarkomere betroffen. Nach dem Ereignis kommt es zu Schmerzen.

Sind keine Schwellungen oder Dellungen vorhanden, die auf einen Muskelfaserriss hinweisen, kann der Betroffene die Beschwerden mit Ruhe, Kühlung, Kompression und Hochlagern behandeln. Die Muskelzerrung gehört neben dem Muskelfaserriss zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt.

Meist tritt eine Muskelzerrung infolge stark beanspruchter Muskelpartien auf. So sind zum Beispiel nach sportlicher Belastung häufig Beinmuskulatur (Wade), Schultermuskulatur, Oberschenkelmuskeln oder Bauchmuskeln von einer Zerrung betroffen.

Eine Muskelzerrung unterscheidet sich von Muskelrissen und Muskelfaserrissen in sofern, dass der Muskel intakt bleibt, sowie das umliegende Gewebe und die Gefäße, nicht verletzt werden, jedoch trotzdem einige Muskelzellen geschädigt werden.

Ursachen von Muskelzerrung

Eine Muskelzerrung entsteht durch unkoordinierte, ruckartige, unnatürliche Bewegungen, die den Muskel auf falsche Weise beanspruchen und die er von seinem Aufbau her nicht unbeschadet überstehen kann. Dies geschieht vor allem bei sportlicher Betätigung.

Sportarten, in denen Muskelzerrungen häufig vorkommen, sind Fußball, Tennis, Basketball, Baseball oder American Football. Hier wird häufig innerhalb einer Bewegung gleichzeitig beschleunigt und abgebremst.

Des Weiteren treten Muskelzerrungen auch bei Sprints auf. Darüber hinaus kann es durch Überbeanspruchung eines Muskels über einen langen Zeitraum hinweg oder durch fehlendes Aufwärmen vor dem Sport zu Muskelzerrungen kommen. Direkte Krafteinwirkung, zum Beispiel durch einen Schlag, kann ebenso eine Muskelzerrung zur Folge haben.

Symptome und Verlauf von Muskelzerrung

Eine Muskelzerrung kann man an verschiedenen Symptomen erkennen. Die Schmerzen bei einer Muskelzerrung sind stechend und verstärken sich, wenn der Muskel beansprucht wird und wenn man Druck auf den betroffenen Muskel ausübt. Der Muskel fühlt sich verhärtet an und verkrampft sich.

Der Muskel funktioniert bei einer Muskelzerrung nicht uneingeschränkt und die Schmerzen konzentrieren sich meist auf nur einen Punkt und nicht den gesamten Muskelstrang.

Selten treten Schwellungen und Blutergüsse im betroffenen Bereich auf. Die Schmerzen kommen oft unvermittelt, oder aber erst nach wenigen Minuten. Der Muskel benötigt etwa vier Tage, um sich vollständig zu regenerieren, wenn die Muskelzerrung richtig behandelt wird.

Behandlung von Muskelzerrung

Muskelzerrungen müssen nicht zwangsläufig von einem Arzt behandelt werden. Wenn man unverzüglich erste Hilfe anwendet, kann die Verletzung problemlos ohne ärztliche Behandlung ausheilen. Ein Arzt muss jedoch in jedem Fall aufgesucht werden, wenn der Verdacht auf einen Muskelfaserriss oder Muskelriss besteht oder die Muskelzerrung nicht nach einigen Tagen abklingt.

Sollte man sich eine Muskelzerrung zuziehen, sollte man die betroffene Stelle mit Kälte behandeln. Am besten verwendet man hierzu kalte Umschläge, feuchte, elastische Binden oder eine Eispackung.

Bei der Kühlung mit Eis ist zu beachten, dass das Eis nicht direkt auf die Haut gelegt wird, da sonst Gewebeschäden auftreten. Weiterhin sollte die Kühlzeit bei Eispackungen maximal 20 Minuten betragen, da ansonsten ebenfalls die Gefahr von Gewebeschäden besteht.

Der Muskel sollte sofort ruhiggestellt werden und man sollte sich einige Tage nicht sportlich betätigen. Dennoch sollte man sich mäßig bewegen, um den Muskel zu lockern und die Krämpfe, die bei einer Muskelzerrung entstehen, zu lösen.

Statt Kompression kann auch bei der Muskelzerrung ein spezieller Tapeverband angebracht werden, der die Möglichkeit der vollen Beweglichkeit bietet. Durch das Hochlagern werden Schwellungen vermieden und der Heilungsprozess gefördert. Auf keinen Fall sollte bei der Muskelzerrung Wärme auf die betroffene Stelle gelegt werden.

Die Beschwerden bei Muskelzerrungen verschwinden je nach Schweregrad nach etwa zwei Tagen. Allerdings empfiehlt sich eine Schonung von zwei bis vier Wochen. Die Muskelzerrung lässt sich durch Aufwärmtraining und Dehnübungen gut vermeiden.

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Vorbeugung von Muskelzerrung

Um einer Muskelzerrung vorzubeugen, sollte man sich vor dem Training und jeglicher sportlichen Betätigung stets ausreichend aufwärmen und die beanspruchten Muskeln ausgiebig dehnen. Des Weiteren empfiehlt es sich, den Körper ausreichend mit Magnesium zu versorgen, wenn nötig auch mit Magnesiumpräparaten, falls man nicht genügend Magnesium mit der Nahrung aufnimmt.

Die Muskeln benötigen außerdem Elektrolyte, um leistungsfähig und weniger anfällig für Verletzungen wie eine Muskelzerrung zu sein. Um einen Elektrolytmangel zu vermeiden, sollte man den Körper vor allem vor einer sportlichen Betätigung mit genügend Wasser oder auch elektrolythaltigen Sportgetränken versorgen. Muskelzerrungen können durch die richtige Vorbeugung zum Großteil vermieden werden.

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