Kieferschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Kieferschmerzen

Kieferschmerzen können quälend sein. Betroffene leiden oftmals unter diffusen Beschwerden im Kieferbereich und wissen nicht, dass diese Schmerzen auch langfristig gesundheitsschädigend sein können. Kieferschmerzen sollten immer zahnärztlich oder durch einen Kieferorthopäden abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Kieferschmerzen?

Unter Kieferschmerzen versteht man zunächst alle Schmerzen, die im Bereich des Kiefers lokalisiert werden können. Kieferschmerzen können dabei allerdings auch von Verspannungen im Rücken oder im Kopfbereich ausgelöst werden! Fachärztlich spricht man oft von der so genannten craniomandibulären Dysfunktion. Diese definiert sich als Fehlfunktion des Kiefergelenks mit mannigfaltigen Ursachen. Kieferschmerzen können bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auftreten. Oftmals trefen sie erstmals im Zusammenhang mit Stress und Anspannung auf.

Ursachen

Die Ursachen von Kieferschmerzen können unterschiedlich sein. Viele Kinder und Jugendliche benötigen eine Zahnspange aufgrund von Zahnfehlstellungen oder einer Progenie (Kieferfehlstellung). Ein falscher Zubiss wegen einer solchen Zahnfehlstellung kann beispielsweise Kieferschmerzen auslösen. Deswegen gehören Kieferschmerzen bei Kindern und Heranwachsenden auch immer zur Abklärung in die Hände eines Kieferorthopäden. Dieser kann herausfinden, ob die Kieferschmerzen von den Zähnen herrühren und wie hier Abhilfe geschaffen werden kann.

Ursache für Kieferschmerzen können aber auch Verspannungen in verschiedenen Muskelpartien sein. Es ist bekannt, dass muskuläre Verspannungen im Nackenbereich auch starke Schmerzen im Kiefer auslösen können. Verspannungen können die Folge von zu vielen Sitzen und zu wenig Sport sein, aber auch von einem Zuviel an Stress. Wer beispielsweise wegen Stress die Zähne immer sprichwörtlich fest zusammenbeißt, baut einen erhöhten Druck auf den Kiefer auf. Dieser kann sich dann gerade nachts in stechenden Kieferschmerzen entladen. Auch Zähneknirschen kann eine Ursache für Kieferschmerzen sein. Ärzte stellen heute bei immer mehr Menschen teils gravierende Haltungsschäden fest. Daraus resultiert eine falsche Belastung des Rückens und der Nackenpartie. Auch dies kann eine Ursache für starke Kieferschmerzen sein.

Diagnose und Verlauf

Zur genauen Diagnose in Sachen Kieferschmerzen sollte der Weg immer zu einem Zahnarzt führen. Dieser kann zunächst durch Sichtuntersuchung und weiterführende Diagnostik wie Röntgen akute zahnentzündliche Prozesse als Ursache für die Kieferschmerzen ausschließen. Der Zahnarzt kann auch entsprechend weiter überweisen, zum Beispiel zu einem Kieferorthopäden oder aber auch zu einem generellen Orthopäden, denn Schmerzen im Kiefer können auch von beispielsweise ungleich langen Beinen kommen.

Unbehandelt kann der Verlauf von Kieferschmerzen schwerwiegend sein: Gerade nachts werden die Schmerzen von vielen Betroffenen als sehr stark empfunden. Die Lebensqualität kann deswegen mitunter stark beeinträchtigt sein. Zwar helfen oftmals handelsübliche Schmerzmittel über die stärksten Kieferschmerzen hinweg. Die ständige Einnahme von Analgetika aber schafft neue gesundheitliche Probleme wie beispielsweise eine Belastung der Leber oder Magenprobleme.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Kieferschmerzen richtet sich nach der individuellen Ursache. Bei zahnentzündlichen Problemen muss der Zahnarzt die entsprechende Sanierung vornehmen. Wird eine craniomandibuläre Dysfunktion diagnostiziert, verordnet der Arzt meist Physiotherapie. Hierbei werden die entsprechenden Muskelpartien gelockert, auch Wirbel können wieder mobilisiert werden. Bei Kindern und Jugendlichen ist oft eine längere kieferorthopädische Behandlung notwendig. Zahnklammern müssen im Regelfall über Jahre regelmäßig getragen werden, damit sich der Erfolg einstellen kann.

Gerade wenn die Ursachen auch im seelischen Bereich zu suchen sind, muss das Problem der Kieferschmerzen mit verschiedenen Ansätzen angegangen werden. Neben dem Ausschluss einer körperlichen Erkrankung müssen Betroffene verschiedene Entspannungstechniken erlernen. So soll der Stress abgebaut werden. Ändert sich damit auch der Zubiss und werden Verspannungen weniger, so reduzieren sich meist auch die Kieferschmerzen. In Einzelfällen kann auch eine Psychotherapie notwendig sein. Kieferschmerzen können auch gut osteopathisch behandelt werden. Immer mehr Krankenkassen erstatten dabei auch die Kosten für eine osteopathische Behandlung von Kieferschmerzen.



Vorbeugung

Kieferschmerzen kann man je Ursache sinnvoll vorbeugen. Jeder Mensch sollte zunächst halbjährlich zur zahnärztlichen Kontrolle gehen. So kann der Zahnarzt sehen, ob alle Zähne gesund und fest sind. Wer regelmäßig zum Zahnarzt geht, verhindert das Entstehen großflächiger Entzündungen und Kieferschmerzen, die daraus resultieren. Eltern müssen darauf achten, dass Kinder und Jugendliche Zahnspangen regelmäßig tragen. Nur so wird der Kiefer dauerhaft korrigiert, was ebenfalls Kieferschmerzen langfristig vorbeugen kann.

Wer weiß, dass er unter großem Stress leidet und zu Verspannungen neigt, sollte frühzeitig entsprechende Entspannungstechniken erlernen. Auch viele Volkshochschulen bieten aufgrund der Popularität dieses Themas heute entsprechende Kurse an. Viele Betroffene sprechen zudem gut auf die Osteopathie an. Regelmäßige osteopathische Behandlungen können Kieferschmerzen vorbeugen. Generell ist es sinnvoll, regelmäßig Sport zu treiben. Sport lockert die Muskeln und reduziert somit entsprechende Verkrampfungen. Somit ist Sport eine gute Grundlage für eine lebenslange Vorbeugung von Kieferschmerzen. Auch leichte Gymnastik kann helfen, verkrampfte Partien locker zu halten und eine bessere Haltung einzunehmen.

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