Muskelkater

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Muskelkater

Der Muskelkater bezeichnet Muskelschmerzen durch ungewohnte oder übermäßige körperliche Anstrengung. Er tritt meist nach etlichen Stunden oder sogar erst am nächsten Tag nach entsprechender Belastung auf. Der Muskelkater verliert nach etwa zwei bis drei Tagen seine schmerzhafte Wirkung. Die Ursache ist demnach eine Überlastung der Muskulatur in der Regel bei untrainierten Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Muskelkater?

Der Muskelkater bezeichnet einen Muskelschmerz durch ungewohnte oder übermäßige körperliche Anstrengung. Der Muskelkater tritt meist etliche Stunden nach der Belastung oder sogar erst am nächsten Tag auf.

Die Wissenschaft ist sich nicht einig, wie dieser unangenehme Schmerz genau entsteht. Lange Zeit wurde angenommen, dass eine Überkonzentration von Milchsäure (Laktat) die Ursache ist.

Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen sollen mikroskopisch feinste Risse in der Muskelfaser (Mikrorupturen) für den Muskelkater verantwortlich sein. Leichte körperliche Aktivitäten und ein leichtes Dehnen können den Schmerz mildern.

Ursachen

Nach neusten wissenschaftlichen Untersuchungen treten in einem überlasteten Muskel mikroskopisch kleine Risse der Muskelfasern auf (Mikrorupturen). Durch diese dringt langsam Wasser in die Muskelfasern ein, so dass sich nach etwa 24-36 Stunden kleine Ödeme bilden. Die Muskulatur schwillt durch das eingedrungene Wasser an und wird dadurch ausgedehnt. Dieser Dehnungsschmerz ist der eigentliche Muskelkater.

Eine frühere und teilweise immer noch diskutierte Auffassung für den Muskelkater ist eine Überkonzentration von Milchsäure (Laktat) im Muskel. Durch starke Belastung und demzufolge nicht genügende Sauerstoffzufuhr wird Milchsäure gebildet.

Bei länger andauernder Tätigkeit untrainierter und nur relativ schwach durchbluteter Muskulatur kann dieses Abbauprodukt (Milchsäure) nicht ausreichend schnell abtransportiert werden. Diese Überkonzentration von Milchsäure verbleibt längere Zeit im Muskel, der dadurch bedingt ermüdet und die typischen Muskelschmerzen (Muskelkater) hervorruft.

Verlauf

Beim Verlauf des Muskelkaters erhöhen sich in den ersten zwei Tagen die Schmerzintensität und die Bewegungseinschränkung, wobei diese meist um den 3. Tag herum das Maximum erreichen. Danach klingen die Schmerzen rasch wieder ab und die normale Bewegungsfähigkeit setzt wieder ein, so dass der Muskelkater nach einer Woche wieder verschwunden ist. Der Muskelkater heilt von alleine aus und hinterlässt in der Regel keine bleibenden Schäden. Wird danach die gleiche Ursache für den Muskelkater wiederholt ausgeführt (z.B. Sport), so tritt kein neuer Muskelkater mehr auf, da sich während dieser Phase sich ein "Muskelgedächtnis" gebildet hat und der Muskel nun an die Belastung gewohnt ist. Um einem Muskelkater vorzubeugen, sollte stets ein adäquates Aufwärmtraining durchgeführt werden.

Diagnose

Diagnostiziert wird der Muskelkater in der Regel durch den Hausarzt. Es erfolgt zuerst eine ausführliche Befragung (Anamnese) des Patienten. Hierbei wird abgeklärt, ob der Betroffene sich sportlich betätigt hat, wann die Schmerzen erstmalig aufgetreten sind, wie lange diese schon anhalten und ob diese bewegungsabhängig sind. Der Arzt ergründet mithilfe dieser und anderer Fragen, ob ein Muskelkater vorliegt oder sich evtl. eine andere Muskelverletzung dahinter verbirgt.

Bei der körperlichen Untersuchung wird das betroffene Muskelareal abgetastet. Hierbei wird neben dem Tastbefund auch ein Sichtbefund erstellt, ob Hämatome (blaue Flecken), Dellen oder Schwellungen zu sehen sind. Um die Diagnose Muskelkater abzusichern, können zusätzlich Ultraschall- und/oder Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden.

Behandlung und Therapie

Als erste Therapieform ist die Schonung der betreffenden Schmerzbereiche zu empfehlen. Der Körper braucht eine gewisse Zeit für den Selbstheilungsprozess. Von hohen Kraftleistungen ist in jedem Fall abzuraten. Eine weitere leichte Belastung verstärkt die Durchblutung der Muskulatur und sorgt dafür, dass die Ödeme schneller resorbiert (aufgenommen) werden können. Zudem führen leichte sportliche Aktivitäten (leichter Ausdauerlauf) zu einer besseren Durchblutung und dadurch zu einem schnelleren Abtransport der Milchsäure.

Alle Maßnahmen, die für eine bessere Durchblutung dieser betroffenen Muskelpartien sorgen, können hier in Anwendung kommen. Hierzu zählen zum Beispiel leichte Massagen (Selbstmassage), gezielte Wärmebehandlungen durch Saunagänge, Bäder oder Kompressen. Auch leichte Dehnübungen können den Schmerz mildern. Ein wirksames Medikament gegen den Muskelkater ist nicht bekannt.



Vorbeugung

Die Leistungsfähigkeit eines Muskels ist unter anderem von der Durchblutung abhängig, die durch regelmäßiges Training enorm verbessert werden kann. Die Versorgung mit Kohlenhydraten und Sauerstoff, sowie der Abtransport der Stoffwechselendprodukte z.B. der Milchsäure spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Durch ein regelmäßiges Training werden alle Organsysteme, die am Stoff- und Energiewechsel des belasteten Muskels beteiligt sind, besser aufeinander abgestimmt und insgesamt gestärkt (Atmung, Herz-Kreislauf-System, Verdauungsorgane).

Ein ausgewogener Rhythmus zwischen Belastung und Ruhe ist für die Erhaltung und Steigerung der Leistungsfähigkeit und damit der Gesundheit des Menschen dringend erforderlich.

Vor jeder sportlichen Aktivität steht das kurzzeitige Warmmachen und lockern der Muskulatur. Mit dieser Maßnahme wird die Muskulatur vorgedehnt und besser durchblutet. Regelmäßige sportliche Aktivitäten sowie eine langsame Erhöhung der Belastungsstärke und Trainingsumfangs können helfen, Muskelkaterschmerzen vorzubeugen.

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