Blutgefäße

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Blutgefäße

Die Blutgefäße sind für den Transport des Blutes verantwortlich. Sie sind röhrenförmig und bilden gemeinsam mit dem Herzen den Blutkreislauf.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Blutgefäße sind so genannte Hohlorgane, die die anatomische Basis für den Blutkreislauf bilden. Sie transportieren das Blut und sind somit für die Nährstoff- bzw. Sauerstoffversorgung des Körpers verantwortlich. Blutgefäße unterteilt man in Arterien, Arteriolen, Kapillaren, Venolen bzw. Venen.

Anatomie

Die Wand eines Blutgefäßes besteht aus insgesamt drei Schichten: der Intima (Tunica intima), der Media (Tunica media) bzw. der Adventitia (Tunica externa). Die Intima besteht aus Endothelzellen, dem subendothelialen Bindegewebe und einer Basalmembran und ist für den Flüssigkeits-, Stoff- bzw. Gasaustausch zwischen Gewebe und Blut verantwortlich.

Der geschlossene Verband der Endothelschicht ist wichtig für die Gerinnung bzw. um eine Thrombenbildung zu verhindern. Die Media ist eine Muskelschicht aus elastischem Bindegewebe oder glatter Muskulatur, dadurch kann man zwischen muskulären und elastischen Arterien unterscheiden. Nach außen hin ist ein Blutgefäß von der Adventitia umgeben, die ein Netz aus Kollagenfasern bildet und so die umliegenden Gefäße verankert.

Funktion

Blutgefäße können durch Kontraktion der Muskelschicht den Durchmesser verändern und den Blutstrom modifizieren. Dafür verantwortlich sind die Fasern des vegetativen Nervensystems, wodurch sich die Gefäße entweder erweitern oder verengen. Durch diesen Mechanismus kann das Blutvolumen optimal verteilt werden. Außerdem gelangen auch Nährstoffe bzw. Sauerstoff zu den Zellen bzw. einzelnen Organen.

Im Austausch werden mit Hilfe der Blutgefäße Abbauprodukte bzw. Kohlendioxid abtransportiert. Darüber hinaus steuern Blutgefäße auch die Hautdurchblutung und regulieren so die Körpertemperatur. Die Arterien befördern das Blut vom Herzen weg, das dann in die Arteriolen fließt. Die Kapillaren fungieren als Bindeglied zwischen Venen und Arterien. Sie bestehen nur aus einer sehr dünnen Zellschicht, wodurch ein optimaler Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen bzw. Stoffwechselprodukten stattfinden kann.

Durch die Venen gelangt das Blut schließlich wieder zum Herzen zurück. Um einen Rückfluss des Blutes zu verhindern, besitzen Venen so genannte Venenklappen, die dafür sorgen, dass das Blut zum Herzen strömt. Dünne, kleine Venen bezeichnet man als Venolen. Um ihrer Aufgabe gerecht zu werden, müssen Blutgefäße für die Nährstoffe durchgängig und ausreichend vorhanden sein.

Wird ein Mangelzustand signalisiert, pumpen die Blutgefäße das Blut mit hohem Druck durch den Kreislauf und man spricht von erhöhtem Blutdruck. Des Weiteren kann der Körper auch die im Blut gelösten Teilchen erhöhen, was dann als erhöhter Cholesterinspiegel gemessen wird.

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Erkrankungen der Blutgefäße

Blutgefäße bei Arteriosklerose Oben: Normalbefund, Mitte: Ablagerung von Fett, Thromben, Bindegewebe und Kalk (Plaques) führen zur Verhärtung, Verdickung und Einengung der Gefäßwände Unten: Durchblutungsstörungen infolge eines Gefäßverschluss können Infarkt auslösen.

Die Mehrheit der Gefäßerkrankungen entsteht durch eine Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose), die dann auftritt, wenn es zu Kalk- oder Bindegewebsablagerungen an den Wänden der Gefäße kommt.

Eine Arteriosklerose führt zu Verstopfungen (Stenosen), wodurch ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt ausgelöst werden kann. Ursachen für die Erkrankung sind Bluthochdruck, ein erhöhter Cholesterinspiegel, Übergewicht, Diabetes sowie Rauchen.

Sind die Herzkranzgefäße verengt, so kann eine Koronare Herzkrankheit auftreten. Der Herzmuskel wird dann nicht richtig durchblutet, der Sauerstoffmangel schädigt die Zellen am Herzen und es kommt zu Brustschmerzen und Schweißausbrüchen. Eine plötzliche Thrombose kann zu einem Schlaganfall führen. Die Patienten leiden dann an neurologischen Ausfällen, Lähmungen, Sehstörungen, Schwindel bzw. Verwirrtheit.

Werden die Extremitäten nicht ausreichend durchblutet, so spricht man von einer arteriellen Verschlusskrankheit. Zu Beginn zeigt die Erkrankung noch keine Beschwerden, in weiterer Folge treten jedoch Schmerzen nach längerem Laufen auf und die Betroffenen klagen über ein Kältegefühl in Beinen oder Füßen.

Eine sehr häufige Venenerkrankung sind Krampfadern oder Venenthrombosen. Die oberflächlichen Beinvenen erweitern sich dann, da die Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren, wodurch es zu einem Blutrückstau kommt. Begünstigt werden Krampfadern durch langes Sitzen oder Stehen, manchmal liegt aber auch eine anlagebedingte Bindegewebsschwäche vor. Die Haut weist dann bläuliche Knötchen auf und die Beine schwellen im Knöchelbereich an.

Ist die Durchblutung der Beinarterien gestört, so spricht man von der so genannten "Schaufensterkrankheit" oder peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, die lange Zeit auch als "Raucherbein" bekannt war. Wenn sich der Blutfluss verlangsamt, so kann es zu einem Venenverschluss kommen, der vor allem durch Bettlägerigkeit, Bewegungsmangel, Übergewicht oder Infektionskrankheiten begünstigt wird. Es zeigen sich Druckschmerzen an der Fußinnenseite, Wadenschmerzen und die oberflächlichen Venen sind auf der Haut deutlich sichtbar.

Eine Embolie, die durch eine Thrombose verursacht wird, kann lebensgefährlich sein.

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