Ischiassyndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Klassisch für das Ischiassyndrom sind Schmerzen, die vorwiegend im unteren Bereich des Rückens auftreten und bis in das Bein ausstrahlen können. Bei derartigen Symptomen ist oftmals der sogenannte Iaschiasnerv eingeklemmt. Dieser Zustand kann auch plötzlich eintreten, etwa, wenn man eine zu schwere Last hebt oder sich "falsch bewegt".

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Ischiassyndrom?

Im Endeffekt beschreibt das Ischiassyndrom einen Nervenschmerz, der auf Grund des Iaschiasnervs hervorgerufen wird. Der Nervus ischiadicus - Ischiasnerv - liegt im Rückenmarkt und befindet sich zwischen dem L4 Wirbel (Lendenwirbel 4) sowie dem S2 Wirbel (Kreuzbeinwirbel 2). Von dieser Position zieht der Iaschiasnerv in das Bein. Vorwiegend klagt der Patient über Schmerzen im unteren Bereich des Rückens. Dieser kann mitunter auch in das Bein ausstrahlen.

Die Ursachen liegen in der Schädigung des Nervs bzw. in deren Nervenwurzel. Ein Bandscheibenvorfall kann mitunter auch ein Grund sein, weshalb der Ischiasnerv eingeklemmt wird und dementsprechende Schmerzen verursacht. Auch ein Tumor, der im Bereich der Wirbel wächst, kann das Ischiassyndrom auslösen. In einigen Fällen liegt auch eine Entzündung des Iaschiasnervs vor.

Ursachen

Die Ursachen, weshalb das Iaschiassyndrom entsteht, sind vielfältig. Vorwiegend handelt es sich um muskuläre Verspannungen, eine Wölbung der Bandscheibe, einen Bandscheibenvorfall oder auch eine Blockierung des Wirbelkörpers. Klassisch ist der Schmerz im unteren Rückenbereich in Verbindung mit einer schmerzhaften Ausstrahlung in das Bein.

Eine klassische Ursache ist eine degenerative Veränderung der Lendenwirbelsäule, wobei hier die Veränderung zwischen den Lendenwirbeln 4 und 5 sowie den Kreuzwirbeln 1 und 2 festgestellt wird. Eine "falsche Bewegung" (etwa beim Bücken) oder das Heben bzw. Tragen einer schweren Last kann das Ischiassyndrom auslösen. In wenigen Fällen findet sich ein Tumor, der dementsprechende Schmerzen auslösen kann.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Ischiassyndroms:

Primär klagt der Patient über Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, welche mitunter auch in das Bein ausstrahlen können und - in sehr gravierenden Fällen - auch für Lähmungserscheinungen sorgen. Der Schmerz wird durch Husten oder Pressen verstärkt. Handelt es sich um ein Iaschiassyndrom, welches auf Grund eines Bandscheibenvorfalls ausgelöst wurde, tritt der Schmerz akut auf. Der Patient beschreibt die Schmerzen als ziehend bzw. reißend. Liegt eine sehr schwere Ischiasverletzung vor, kann mitunter auch die Blase bzw. die Darmfunktion gestört werden, sodass der Patient unter Inkontinenz leidet.

Der Verlauf und die Prognose des Iaschiassyndroms sind jedoch günstig. Die Schmerzen vergehen nach rund sechs Wochen; eine medizinische Behandlung ist nur bedingt notwendig. Selbst wenn ein Bandscheibenvorfall das Ischiassyndrom auslöst, muss keine zusätzliche Behandlung erfolgen; auch hier tritt nach ungefähr sechs Wochen eine Spontanheilung ein. Nur in wenigen Fällen wird eine Operation durchgeführt. Vorwiegend dann, wenn die Betroffenen das 35. Lebensjahr noch nicht erreicht haben bzw. ein großer Bandscheibenvorfall vorliegt, der mitunter auch für neurologische Ausfälle sorgt.

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose auf Grund der Beschwerden, welche der Patient schildert. Der Mediziner führt eine körperliche Untersuchung durch und versucht auch herauszufinden, weshalb der Ischiasnerv "beleidigt" wurde. So fragt er den Patienten dahingehend, ob er schwere Lasten gehoben hat bzw. ob der Schmerz nach einer bestimmten Bewegung zum ersten Mal aufgetreten ist. Des Weiteren überprüft der Mediziner, ob etwaige weitere Komplikationen (Lähmungserscheinungen, Inkontinenz, etc.) vorliegen.

Kann der Mediziner einen Bandscheibenvorfall nicht ausschließen oder sind die Komplikationen bzw. Symptome äußerst intensiv, werden weitere Verfahren zur Diagnostik angewandt. So kann der Arzt etwa Röntgenaufnahmen, eine Kernspin- oder Computertomographie oder auch eine Blutuntersuchung veranlassen. In einigen Fällen werden auch Ultraschalluntersuchungen sowie Liquorpunktionen vorgenommen.

Behandlung und Therapie

In erster Linie versucht der Mediziner - mit Hilfe einer geeigneten Therapie - die Schmerzen des Patienten zu lindern. Der zweite Schritt soll die Ursache des Ischiassyndroms behandeln. Bei starken und akuten Schmerzen injiziert der Arzt Schmerzmittel (etwa Diclofenac) oder auch eine Lokalanästhesie in die Rückenmuskulatur. Ebenfalls können entzündungshemmende sowie muskelentspannende Medikamente für eine Linderung der Schmerzen sorgen.

Auch Schmerztabletten können - über einen kurzen Zeitraum - für eine Linderung der Symptome sorgen. Des Weiteren ist es wichtig, dass sich der Patient schont bzw. die schmerzempfindliche Region warm hält. Ebenfalls können krankengymnastische Übungen oder auch Massagen wie Chirotherapie zum Erfolg führen. Vor allem sind diese Behandlungen hilfreich, wenn der Patient immer wieder über das Ischiassyndrom klagt.

Auch Akupunktur sowie auch weitere standardisierte Schulungsprogramme (etwa die Rückenschule) können helfen. Nur in wenigen Fällen wird eine Operation angeraten. Dies dann, wenn der Patient des Öfteren Bandscheibenvorfälle hat bzw. immer wieder motorische Störungen auftreten. Jedoch sind Operationen selten und kommen nur dann zur Anwendung, wenn erhebliche Probleme und Komplikationen (etwa Inkontinenz, länger anhaltende Lähmungserscheinungen) auftreten.

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Vorbeugung

Das Ischiassyndrom kann sehr wohl vorgebeugt werden. Vor allem muss der Patient darauf achten, dass er "rückenfreundlich" agiert, bei schweren Lasten Acht gibt, dass er diese richtig hebt bzw. eventuell das "falsche Sitzen" bzw. eine Fehlhaltung korrigiert.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Woyzeck kommentierte am 22.06.2016 um 16:30 Uhr

Sehr aufschlussreicher Artikel! Mich würde jetzt nur noch interessieren, wohin die Schmerzen beim Ischiassyndrom ausstrahlen?