Ischiasschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Dezember 2014
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Ischiasschmerzen, in der Fachsprache auch als Ischialgie bekannt, bezeichnen Schmerzen im Bereich des unteren Rückens, die meist bis in die Beine ausstrahlen. Nicht selten werden diese von Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen begleitet.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Ischiasschmerzen (Ischialgie)?

Ischias-Schmerzen, in der Medizin auch als Ischialgie bezeichnet, sind meist völlig unvermittelt und plötzlich auftretende Schmerzen im Bereich des unreren Rückens (Lendenwirbel), die sich bis in das Gesäß und die Beine ausbreiten. Genau genommen handelt es sich bei Ischias-Beschwerden um einen Nervenschmerz (Neuralgie). Die Schmerzen werden durch eine Schädigung bzw. Unterversorgung des Ischias-Nervs verursacht.

Ursachen

Ischiasschmerzen entstehen immer dann, wenn der sogenannte Ischiasnerv blockiert bzw. geschädigt ist. Dieser befindet sich zwischen dem vierten Lendenwirbel und dem zweiten Kreuzbeinwirbel.

Auch ein Bandscheibenvorfall jedoch kommt als Ursache für Ischiasbeschwerden durchaus in Frage. Nicht immer muss es jedoch ein Bandscheibenvorfall sein. Auch die Bandscheibenvorwölbung, eine Art Vorstufe des Bandscheibenvorfalls, bedingt häufig die Ischiasschmerzen.

Insbesondere bei falschen Bewegungen wie etwa beim Bücken treten diese vermehrt auf. Neben Blockierungen der einzelnen Wirbelkörper können auch Verspannungen in den einzelnen Muskeln die Ursache für die Ischiasschmerzen sein.

Darüber hinaus können aber auch zahlreiche andere entzündliche Prozesse den Ischiasschmerz verursachen, kurz gesagt: die Ursachen für diese Erkrankung sind äußerst vielfältig und sollten von einem Arzt abgeklärt werden. Nur in seltenen Fällen jedoch steckt eine ernsthafte Erkrankung wie ein Tumor hinter dem Ischiasschmerz.

Symptome und Verlauf

Verursacht ein Bandscheibenvorfall die Schmerzen, sind diese meist reißend und stechend. Ganz typisch ist auch, dass sich die Schmerzen beispielsweise beim Husten verstärken.

Häufig verwechselt wird der Ischiasschmerz mit dem Hexenschuss; letztgenannter allerdings betrifft nur den Rücken und strahlt nicht in die Beine aus. Allerdings können beide Erkrankungen auch gemeinsam auftreten; in diesem Fall spricht man von einer Lumboischialgie.

Der Heilungsverlauf bei Ischias-Beschwerden hängt davon ab, wie stark der Nerv geschädigt wurde. Bei leichter bis mäßiger Schädigung verschwinden die Ischias-Beschwerden meist nach einiger Zeit wieder. Hierbei kann die Dauer zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen variieren. Der Heilungsprozess kann durch ein gezieltes Rückentraining und rückenschonende sportliche Aktivitäten äußerst positiv beeinflusst werden.

Bei schweren Ischialgie-Fällen kann häufig nur ein operativer Eingriff helfen, die Beschwerden dauerhaft zu lindern.

Diagnose

Um Ischias bzw. Ischialgie gezielt behandeln zu können, muss der behandelnde Arzt zunächst herausfinden, ob es sich tatsächlich um eine Erkrankung des Ischiasnerves handelt.

Im Rahmen der Diagnose interessieren den Arzt zunächst folgende Fragen:

  • Wie äußern sich die Beschwerden - sind sie lokal begrenzt oder strahlen sie in andere Körperteile (z.B. Beine) aus?
  • Wann oder unter welchen Umständen (z.B. schweres Heben) sind die Schmerzen aufgetreten?
  • Sind diese oder ähnliche Beschwerden in der Vergangenheit schon einmal aufgetreten - liegt ein Rückenleiden vor?

Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung des Patienten. Mit Hilfe verschiedener neurologischer Methoden will der Arzt mögliche Gefühlsstörungen bzw. Missempfindungen überprüfen.

Zur weiteren und spezifischeren Diagnose sind verschiedene Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen, CT, Ultraschall und auch Blutuntersuchungen nötig.

Behandlung und Therapie

Bei Ischias-Beschwerden mit leichten bis mäßig starken Schmerzen werden häufig zunächst schmerz- und entzündungshemmende Medikamente verschrieben.

Ebenso können Spritzen meist eine schnelle Linderung bringen - zu diesem Zweck werden schmerzstillende Mittel wie etwa Diclofenac direkt in die Rückenmuskultaur gespritzt. Auch eine spezielle Krankengymnastik sowie Rückenschule oder Massagen können gut helfen.

Bettruhe, Schonung und Wärme helfen in den ersten Tagen ebenfalls sehr gut. Allerdings sollte man sich keinesfalls wochenlang schonen, denn Bewegung und sportliche Betätigung tut dem Rücken gut.

Ganz wichtig ist es, die Rückenmuskeln zu stärken, denn ein untrainierter Rücken erkrankt weitaus häufiger. Bei den meisten Patienten lassen die Schmerzen nach einigen Tagen von selbst nach. Spätestens aber wenn sich nach sechs Wochen noch keine Besserung gezeigt hat, sollte man einen Arzt aufsuchen, damit dieser die Ursachen herausfindet.

Nur in den wenigsten Fällen ist eine Operation notwendig. Dies ist dann der Fall, wenn Patienten unter ständig wiederkehrenden Bandscheibenvorfällen leiden oder wenn motorische Störungen auftreten.

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Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen den Ischiasschmerz ist ein gesunder und vor allem starker Rücken. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich regelmäßig zu bewegen und die Rückenmuskulatur gezielt zu stärken. Auch im Alltag kann man den Rücken schonen. Dies fängt schon bei alltäglichen Sachen wie dem Heben von schweren Lasten an. Diese sollten immer aus den Knien heraus gehoben werden; keinesfalls aus dem Rücken. Auch die einseitige Belastung wie ständiges falsches Sitzen tut dem Rücken keinesfalls gut. Wer eine sitzende Tätigkeit ausführt, sollte häufiger die Position wechseln oder aufstehen.

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