Blockierung der Wirbelsäule

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. Oktober 2017
Gesundpedia.deKrankheitenBlockierung der Wirbelsäule

Im folgenden Text wird die Thematik Blockierungen der Wirbelsäule erläutert. Dabei handelt es sich um die Blockade eines Gelenkfortsatzes, wodurch die Bewegungsfreiheit der Wirbelsäule eingeschränkt wird.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Blockierungen der Wirbelsäule?

Unter einer Blockierung der Wirbelsäule bezeichnet man den reversiblen Zustand eines Gelenkfortsatzes, welcher die Funktionen und Beweglichkeit dieses Segmentes einschränkt.

Die Wirbelsäule verläuft in der Mitte des Rückens und besteht aus 24 Wirbeln, die durch Gelenkfortsätze miteinander verbunden sind. Die kleinen Wirbelgelenke verfügten über Schmerzrezeptoren und können bei einer Überbelastung einen stechenden Schmerz hervorrufen. Der Schmerz kann sich verstärken und in weitere Teile des Körpers ausstrahlen.

Ist ein Gelenkfortsatz in der Wirbelsäule blockiert, dann kann es zu starken Schmerzen kommen. Die Bewegung der Wirbelsäule ist eingeschränkt.

Ursachen

Viele Faktoren können eine Blockade der Wirbelsäule hervorrufen. Diese können sowohl angeboren, als auch neu entstanden sein. Infolge einer Fehlbelastung, die durch schweres Heben und Tragen entstehen kann, verschieben sich die Wirbel gegeneinander und können schon bei kleinsten Lageveränderungen zu Reizungen der Gelenkkapseln führen.

Auch eine Fehlhaltung des Rückens kann zu einer Verschiebung der Gelenke führen. Der schmerzhaften Fehlstellung der Wirbelkörper folgt eine reflektorische Verspannung der wirbelsäulen-stabilisierenden Muskelpartien. Dieser Reflex dient dem Schutz vor weiteren Überbelastungen, jedoch fixiert es die Fehlstellung und sorgt für intensive Schmerzen.

Daraufhin entsteht eine eingeschränkte Beweglichkeit und Funktion. Auch rückbildende Veränderungen der Wirbelsäule könnten die Ursache einer Blockade sein. Solche Krankheiten sind Morbus Scheuermann, mit einer folgenden Krümmung des Rückens; Skoliose, mit einer dauerhaft zur Seite geneigten Wirbelsäule; Wirbelgleiten, gekennzeichnet mit einem Kippen der Wirbel gegeneinander; Wirbelverengung, begleitet von Rückenschmerzen und Gefühlsstörungen und Wirbelgelenkkarthrose, verursacht durch die Abnutzung der Gelenkfortsätze.

Wann zum Arzt?

Stammen die Verspannungen und Verhärtungen durch unglückliche Fehlhaltungen der Wirbelsäule, deren Schmerzen schon nach kurzer Zeit selbst abklingen, ist ein Arzt nicht zwingend notwendig. Bei anhaltenden Schmerzen über mehrere Tage oder über eine Woche, ist aber eine fachärztlich Untersuchung absolut erforderlich. Treten schon nach kurzer Zeit Symptome wie Schwindelgefühle, Übelkeit oder gar eine Einschränkung der Beweglichkeit auf, ist ein Arztbesuch ebenfalls Pflicht. Dort wird man feststellen, ob die Blockierung der Wirbelsäule auf eine Verschleisserscheinung, eine Fraktur oder einen Bandscheibenvorfall zurückzuführen ist.

Bei Lähmungserscheinungen ist eine Blockierung der Wirbelsäule als Notfall zu erachten, was einen operativen Eingriff unvermeidlich macht. Des Weiteren ist zu unterscheiden, ob die Schmerzen in der Lendenwirbelsäule oder in der Halswirbelsäule auftreten. Oftmals ist die Ursache an einer anderen Stelle zu lokalisieren, als dort wo die Schmerzen ausstrahlen. Möglicherweise sind auch übermäßige psychische Belastungen der Grund der Beschwerden. All dies kann nur anhand einer sicheren Diagnose festgestellt werden, sodass ein Arztbesuch stets anzuraten ist, um eine individuelle Therapie zu ermöglichen.

Symptome und Verlauf

Allgemeine Symptome einer Blockade der Wirbelsäule sind zunächst stechende, folglich dumpfe Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im entsprechenden Wirbelsäulensegment. Sind die Gelenke der Halswirbelsäule betroffen, so entstehen Schmerzen beim Drehen und Nicken des Kopfes. Diese Schmerzen können bis in die Arme ausstrahlen.

Bei einer Blockade der Brustwirbel können auch die Rippenwirbel involviert sein, sodass Schmerzen im Brustraum und im Rückenbereich, sowie beim Atmen entstehen können. Eine Verschiebung der Lendenwirbel oder auch der Iliosakralgelenke verursacht Schmerzen beim Sitzen, Aufstehen, Gehen, Laufen und Drehen. Die Ausstrahlung der Schmerzen kann vom Becken und Gesäß bis hin zu den Beinen reichen.

Die eingeschränkte, schmerzhafte Beweglichkeit führt zu einer Schonhaltung des Betroffenen und die reflexartige Verspannung der Rückenmuskulatur zu einer verstärkten Blockade.

Diagnose

Eine Veränderung der Körperhaltung des Betroffenen kann zunächst eine objektive Diagnose liefern. Anschließend können Physiotherapeuten und Ärzte anhand einer körperlichen Untersuchung feststellen, ob eine Blockade der Wirbelsäule vorliegt. Hierbei muss jedes Wirbel und die Muskulatur in Betracht gezogen und dessen Beweglichkeit getestet werden. Während der Patient auf dem Bauch liegt, legt der Therapeut eine Hand auf den betroffenen Wirbelbereich und zieht mit der anderen das gestreckte Bein nach oben.

Entstehen dabei Schmerzen, könnte dies ein Anzeichen einer Blockade sein. Folglich könnten noch neurologisch-orientierende Tests durchgeführt werden, die Hinweise einer Funktionsstörungen der Wirbelsäule liefern.

Komplikationen

Durch die Blockierung der Wirbelsäule kann es zu unterschiedlichen Beschwerden an verschiedenen Organen und Regionen des Körpers kommen. In der Regel hängt der weitere Verlauf der Krankheit von der genauen Blockade ab, weswegen ein allgemeiner Krankheitsverlauf nicht vorausgesagt werden kann. In den meisten Fällen kommt es allerdings zu starken und stechenden Schmerzen, die vor allem den Rücken betroffen und zu einer eingeschränkten Lebensqualität führen. Nicht selten treten durch die Blockierung der Wirbelsäule auch Bewegungseinschränkungen auf, die bei vielen Patienten zu psychischen Beschwerden führen können. Schmerzen aus dem Rücken können sich ebenso bis in den Kopf ausbreiten, sodass es zu Kopfschmerzen und zu Verspannungen in den Muskeln kommt.

Falls ein Nerv eingeklemmt ist, können auch Lähmungen und andere Gefühlsstörungen auftreten, die den Alltag des Betroffenen erschweren. Weiterhin kann es auch zu Beschwerden am Herzen oder an der Lunge kommen. Im schlimmsten Falle leidet der Patient an Atembeschwerden oder an Herzbeschwerden. Durch Ruheschmerzen wird auch der Schlaf des Patienten negativ beeinflusst. Eine Behandlung ist in den meisten Fällen nur mit Hilfe von Therapien möglich, bei welchen es zu keinen weiteren Komplikationen kommt. Es kann allerdings nicht vorausgesagt werden, ob die Blockierung der Wirbelsäule vollständig gelöst werden kann.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Blockaden der Wirbelsäule wird überwiegend durch Anleitung eines Physiotherapeuten durchgeführt. In den Therapiemöglichkeiten unterscheidet man zwischen der Weichteiltechnik, der Mobilisation und der Manipulation. Bei der Weichteiltechnik wird das Gewebe des Betroffenen zunächst vorbereitet und dessen Spannung gelöst. Dies kann durch kurze Kompressionen auf den Bereich der muskulären Verspannung mit den Fingern und durch Reiben einer betroffenen Struktur mit der Handfläche erzielt werden.

Unter einer Mobilisation versteht man ein passives, wiederholtes Einwirken auf die Gelenke und auf die Muskulatur, um diese zu mobilisieren. Der Körper wird durch Massagen in Bewegung gehalten, oder wieder beweglich gemacht. Besonders wirksam sind sogenannte Körper Reflexmassagen, die beruhigend, aber auch anregend wirken können.

Hände und Füße sind über Reflexbögen mit jedem anderen Körperteil verbunden und formen sogenannte Reflexzonen. Werden diese Reflexzonen durch Massagen stimuliert, so wird auch die Durchblutung des betroffenen Körperteiles angeregt. Die Manipulation, auch chiropraktische Behandlung genannt, verfolgt das Ziel, die unter Spannung stehenden Muskeln und Sehnen reflexartig zu lockern und die verschobenen Wirbel wieder in die richtige Stellung zu positionieren.

Dies kann mit Hilfe von schmerzfreien, gezielten Impulsen erreicht werden. Auch Akupunkturen und wärmende Maßnahmen, wie Wärmflaschen und Bäder, können nützliche Methoden zur Behandlung von Blockaden der Wirbelsäule sein. Während der Therapie sollten auch rheumatologische und tumoröse Erkrankungen ausgeschlossen werden, denn diese könnten die eigentliche Ursache der Rückenschmerzen sein.



Vorbeugung

Blockaden der Wirbelsäule lassen sich durch regelmäßige, sportliche Übungen zur Stärkung der schwachen Bauch- und Rückenmuskulatur vorbeugen. Besonders rückenschonende Sportarten wären Radfahren, Yoga und Schwimmen.

Viele Fitnessstudios bieten sogar den Kurs "Rücken Fit" an, der sich gerade auf diese Problematik spezialisiert hat. Es sollte zudem stets auf die richtige Körperhaltung und auf ein rückenschonendes Arbeiten geachtet werden. Im Alltag, beim Sitzen, Stehen und Laufen sowie im Berufsleben. Eine Haltungsschulung könnte dabei äußerst hilfreich sein.

Bücher über Blockaden der Wirbelsäule

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Henning kommentierte am 06.10.2017 um 18:14 Uhr

Entsprechend der Beschreibungen liegt bei mir eine Blockade der Brustwirbelsäule vor. Hierunter leide ich seit ca. 7 Jahren in unregelmäßigen Abständen (4-8 Wochen). Bei Stress treten die Probleme häufiger auf. Folgende Symptome treten auf: Ein dumpfer Schmerz im Brustwirbelbereich. Intensives Seitenstechen mit einer Verhärtung des Bauches. Zu Beginn manchmal ein ziehender Schmerz unter die Kopfhaut. Nicht selten treten erste Symptome bei Besprechungen oder Autofahren auf.
Die Hauptprobleme kommen meistens Nachts zwischen 01 und 03 Uhr. Ich wache dann durch intensives Seitenstechen auf. An Schlaf ist dann nicht mehr zu denken. Als Gegenmaßnahmen versuche ich folgendes mit unterschiedlichem Erfolg: heißes Bad (hilft häufig in Verbindung mit starken Schmerztabletten), Rücken- und Bauchgymnastik, eigenständiges Einrenken funktioniert aufgrund der starken Muskelverhärtung kaum. Es dauert in der Regel 2-3 Tage bis die Beschwerden abklingen. Insbesondere wenn die Beschwerden nachts massiv auftreten, kam es über die Jahre mehrfach vor, dass ich nicht zur Arbeit gehen könnte, da der Schmerz und der Schlafmangel ungemein schlaucht. Ich absolviere täglich morgens 30 Minuten Rücken- und Bauchübungen. Am Ende der Übungen ziehe ich in Rückenlage das Kinn auf die Brust und mache auf einer harten Unterlage einen Bauchaufzug. Diese Übungen gehen in der Regel mit einem intensiven Knacken einher bei dem ich häufig das Einrichten der Wirbel als kleine Erschütterung im Körper spüre.
Diese zuletzt genannten Übungen führe ich in der Regel mehrmals täglich durch, wobei es meistens intensiv knackt. Mein Hausarzt hat mir diesbezüglich entsprechende Schmerzmittel verschrieben. Ferner hin und wieder Krankengymnastik. Die manuellen Therapien entsprachen aber nie dem was ich in Ihren Ausführungen gelesen habe und brachten auch nicht viel. Beim Orthopäden habe ich über die Maßnahmen des Hausarztes hinaus keine Hilfe erhalten. Im Lendenwirbelbereich hat er ein Scheuermann-Syndrom diagnostiziert.

frosto kommentierte am 05.06.2015 um 16:27 Uhr

Ich leide unter einer linksseitigen Rückenverspannung ausgehend von einem Muskelriss der 6./7. Brustwirbel nach sportlicher Betätigung. Was kann hier vorbeugend unternommen werden?