Nervenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. September 2014

Bei einer Nervenentzündung (Neuritis) handelt es sich um eine Entzündung einer oder mehrerer Nerven beziehungsweise Nervenwurzeln. Abhängig vom Entzündungsausmaß kann es zu Gefühlsstörungen bis hin zu Taubheits- und Lähmungserscheinungen in verschiedenen Körperregionen kommen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Nervenentzündung (Neuritis)

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Ist bei einer Nervenentzündung ein einzelner Nerv betroffen, spricht man von einer Neuritis, bei mehreren Nerven von einer Polyneuritis. Da die Nervenbahnen im gesamten Körper verlaufen, kann je nach Ursache, auch jeder Bereich betroffen sein. So z.B. der Gesichtsnerv (Neuritis facialis), der Augennerv, der Hörnerv oder Nervenbahnen der Arme und Beine.

Wird eine Nervenentzüdung z.B. durch giftige Substanzen hervorgerufen spricht man von einer toxischen Neuritis. Bei der infektiösen Neuritis sind Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilze) der Grund für die Entzündung. Eine traumatische Neuritis kann beispielsweise als Folge von mechanischen Verletzungen (z.B Quetschungen) auftreten.

Ursachen von Nervenentzündung

Eine Nervenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Im Wesentlichen gibt es sechs verschiedene Grunderkrankungen, welche eine Nervenentzündung auslösen können.

Häufig ist eine Druckeinwirkung auf den entsprechenden Nerv verantwortlich für eine Entzündung. Typische Beispiele sind hier der Bandscheibenvorfall, bei dem ein Nerv abgedrückt wird, ebenso wie bei dem sogenannten Karpaltunnelsyndrom. Seltener verursachen auch Druckeinwirkungen eines Tumors eine Nervenentzündung.

Auch Stoffwechselgifte, wie sie bei einer Diabetes oder bei Alkoholmissbrauch entstehen, aber auch Medikamente können für eine Entzündung der Nerven ursächlich sein.

Von einer traumatischen Nervenentzündung ist die Rede, wenn es sich um Verletzungen durch Unfälle oder Schnittverletzungen handelt, bei dem Nerven durchtrennt werden. Ein typisches Beispiel sind hier Phantomschmerzen nach einer Amputation.

Eine weitere häufige Ursache von Nervenentzündungen sind Infektionen wie beispielsweise die Gürtelrose, bei welcher ein Virus die Entzündung auslöst. Die so genannte infektiöse Neuritis ist im Gegensatz zu anderen Ursachen ansteckend.

Ebenso kann aber auch eine Mangel- oder Fehlernährung eine Nervenentzündung auslösen. Hier spielt insbesondere Folsäure eine wichtige Rolle. In einigen Fällen gibt es jedoch keine erkennbare Ursache für eine Nervenentzündung. In diesen Fällen spricht man von einer idiopathischen Neuritis.

Symptome und Verlauf von Nervenentzündung

Je nachdem welche Nerven von der Entzündung betroffen sind, können verschiedene Symptome auftreten. Diese reichen von leichten Missempfindungen bis hin zum Ausfall ganzer Körperfunktionen.

Typische Symptome einer Nervenentzündung sind u.a. Gefühlsstörungen wie Kribbeln, ein gestörtes Warm/Kalt-Empfinden, Druck- und Beklemmungsgefühle sowie Taubheit in den betroffenen Regionen. Häufig berichten Betroffene über ein Gefühl, als würden viele Tausend Ameisen auf- und ablaufen (Ameisenkribbeln). Nicht selten äußert sich eine Nervenentzündung auch durch ein elektrisierendes Gefühl der betroffenen Stellen. Meist geht eine Nervenentzündung mit mäßigen bis sehr starken Schmerzen sowie einem Gefühl des Brennens, Stechens und Reißens einher.

Zudem können motorische Bewegungsstörungen wie Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Muskelzuckungen bis hin zu Lähmungserscheinungen auftreten. Außerdem sind Durchblutungsstörungen bzw. Störungen der Schweißbildung und Schwindel keine Seltenheit.

Diagnose von Nervenentzündung

Die Behandlung einer Nervenentzündung richtet sich nach der Ursache und der speziellen Art der Erkrankung. Die Diagnostik richtet sich nach den jeweiligen Symptomen. Um die Ursache zu klären sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Maßgebend ist vor allem das Ausmaß der Entzündung. Um die betroffenen Nervenbahnen zu lokalisieren stehen verschiedene neurologische bzw. physiologische Analyseverfahren im Vordergrund. Neben Blutuntersuchungen, MRT, Neurosonographie kann hierbei vor allem das EMG - eine Methode zur Messung der elektrischen Muskelaktivität - bei der Ursachenforschung helfen.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: M79.2 Neuralgie und Neuritis) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung einer Nervenentzündung

Je nach Ursache und Form der Nervenentzündung werden entsprechende Therapieansätze angewendet.

Handelt es sich um eine infektiöse Nervenentzündung werden vor allem Antibiotika und verschiedene Schmerzmittel verabreicht. Eine Ernährungsberatung und -umstellung ist dann sinnvoll, wenn es sich um eine Nerventzündung handelt, die aus einer Mangelerscheinung resultiert. Der Mangel kann durch hochdosierte Medikation der fehlenden Stoffe ausgeglichen werden.

Operative Eingriffe können notwendig werden, wenn zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall oder ein Karpaltunnelsyndrom ursächlich für die Nervenentzündung ist. Anschließend ist in manchen Fällen eine Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll.

Je nachdem, wie stark die Schmerzen bei einer Nervenentzündung sind, reicht eine Schmerzmedikation allein nicht aus. Mit einer Lokalanästhesie kann Linderung erreicht werden.

Auch physikalische Anwendungen wie Wärme oder Kälte, Massage und Physiotherapie können helfen, die Symptome zu lindern. Ebenfalls findet die Akupunktur als alternative Therapiemethode Anwendung bei einer Nervenentzündung.

Ist die Symptomatik stark ausgeprägt, kann die Behandlung in einer entsprechenden Schmerzklinik helfen. Meist ist es jedoch eine Kombination aus verschiedenen Therapieansätzen, die bei einer Nervenentzündung Anwendung findet.

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Vorbeugung von Nervenentzündung

Einer Nerventzündung kann in erster Linie durch eine achtsame Lebensweise vorgebeugt werden.

Eine Umstellung der Essgewohnheiten hin zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung sowie ausreichend körperliche Aktivitäten (Sport) sind erste Ansätze.

Gerade Nervenentzündungen, die auf Druckeinwirkungen wie oben beschrieben zurückzuführen sind, können durch Bewegung sowie gelenkschonender Bewegungsabläufe vorgebeugt werden.

Aber nicht immer kann einer Nervenentzündung vorgebeugt werden, da gerade eine infektiöse oder traumatische Entzündung spontan und unvorhergesehen auftritt.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

hakunamatata kommentierte am 25.09.2014 um 16:05 Uhr

Ich bin 15 und leide, meistens während ich in der Schule bin und beim Hausaufgaben schreiben, unter Nervenentzündungen. Schmerzen empfinde ich rechts im Nacken, sowie ein Ziehen und Brennen vom Ohr bis fast seitlich zur Schulter. Von Tag zu Tag tut es mehr weh. Ich habe auch schon Yoga-Übungen aus dem Internet probiert. Diese konnten mir aber nicht helfen.

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