Lähmung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Juli 2017
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In der Regel führt ein Mensch seine Bewegungen bewusst und zielgerichtet aus. Nur sehr selten können die gewünschten Bewegungen nicht mehr ausgeführt werden. Sofern eine gezielte Ausführung von einzelnen Bewegungen nicht mehr möglich ist, spricht man in der modernen Gesellschaft von einer Lähmung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lähmung?

In der modernen Medizin wird eine Lähmung grundsätzlich in drei verschiedene Formen unterteilt. So stellt eine Parese eine relativ leichte Form der Lähmung dar. Eine Parese geht mit einem Verlust der Körperkraft einher. Im Rahmen einer Plegie können sämtliche Muskeln nicht mehr bewegt werden. Als eine der schwersten Formen der Lähmung wird die Paralyse angesehen.

Sofern eine Paralyse vorliegt, können neben den Skelettmuskeln auch die Muskeln von lebensnotwendigen Organen nicht mehr bewegt werden. Die möglichen Ursachen einer Lähmung wurden in den vergangenen Jahren einer näheren Betrachtung unterzogen.

Ursachen

Laut den Aussagen von führenden Medizinern zeichnen sich in den meisten Fällen einzelne Entzündungen im Bereich der Nervenfasern für das Auftreten einer Lähmung verantwortlich. Resultierend aus einer Entzündung im Bereich der Nerven können wichtige Impulse zur Steuerung der Muskeln nicht mehr übermittelt werden.

Eine Lähmung kann jedoch auch auf einem Infekt basieren. Besonders deutlich wird diese Tatsache im Bereich der Borreliose. So werden im Rahmen eines Zeckenbisses nicht selten gefährliche Bakterien übertragen. Diese Bakterien führen oftmals zu einer Hirnhautentzündung.

Neben den bereits erwähnten Ursachen kommen auch Krankheiten wie beispielsweise ein Schlaganfall oder ein Tumor im Bereich des Gehirns als mögliche Ursachen infrage. Eine Lähmung kann auch als das Resultat eines Unfalls in Erscheinung treten.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei einer spontan eintretenden Lähmung ist unverzüglich ein Arzt zu konsultieren. Die Beschwerden können ein Hinweis auf eine ernste Erkrankung oder einen lebensbedrohlichen Zustand sein. Treten zur Lähmung weitere Symptome wie Herz-Kreislauf-Probleme, Sprachstörungen oder der Verlust des Bewusstseins auf, ist sofort ein Notarzt zu rufen. Es besteht die Gefahr eines Schlaganfalls, der einen tödlichen Verlauf haben kann. Bis zum Eintreffen des Notarztes sind Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten. Hierbei ist insbesondere auf die Versorgung des Betroffenen mit ausreichendem Sauerstoff zu achten.

Treten die Lähmungserscheinungen wiederholt und nur für eine vorübergehende Zeit auf, ist ein Arztbesuch notwendig. Der teilweise auftretende Ausfall der Muskelfunktion ist ein Hinweis auf eine weitere Erkrankung. Ein eingeklemmter Nerv, organische Störungen oder Fehlfunktionen können vorliegen, die abgeklärt werden müssen.

Bei sich langsam ausbreitenden Lähmungen ist schnellst möglich ein Arzt zu konsultieren. Infektionen oder Entzündungen der Muskeln oder Nerven können sich dahinter verbergen. Werden diese nicht behandelt, kommt es zu einer Ausbreitung der Beschwerden. Unter Umständen ist mit irreparablen Schäden zu rechnen. Bei Lähmungen besteht das Risiko, dass Verletzungen durch Unfälle oder Verbrennungen auf der Haut sehr spät bemerkt werden. Aus diesem Grund sind umfangreiche medizinische Untersuchungen des Gesundheitszustandes dringend anzuraten.

Symptome und Verlauf

Je nach Ursache lassen sich zu Beginn einer Lähmung schwere Empfindungsstörungen feststellen. Resultierend aus diesen Empfindungsstörungen sind die Betroffenen spürbar in ihrem alltäglichen Leben beeinträchtigt. Eine Lähmung kann jedoch auch plötzlich in Erscheinung treten. Sofern eine Lähmung nicht behandelt wird, leiden die Betroffenen für den Rest ihres Lebens und starken Empfindungsstörungen. Darüber hinaus schränkt eine Lähmung die Betroffenen sehr stark in ihrer Bewegungsfähigkeit ein.

Diagnose und Verlauf

Bereits bei den ersten Anzeichen auf eine Lähmung sollte ein fachkundiger Arzt aufgesucht werden. Nur ein entsprechend ausgebildeter Arzt kann eine zuverlässige Diagnose erstellen. Im Rahmen der Erstellung einer Diagnose werden die Betroffenen zunächst einmal einer umfangreichen Befragung unterzogen. Resultierend aus den Antworten der Patienten kann sich der behandelnde Arzt ein relativ genaues Bild über den bisherigen Verlauf der Krankheit machen. Mögliche Ursachen können ebenfalls ermittelt werden.

Sofern die Befragung des Patienten abgeschlossen ist, wird eine körperliche Untersuchung in Angriff genommen. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung wird unter anderem ein Blutbild erstellt. Darüber hinaus werden die Reflexe der betroffenen Patienten überprüft. Während der einzelnen Untersuchungen ist in der Regel immer ein Neurologe anwesend. Sollte ein erster Verdacht auf eine Lähmung bestehen, kann auch ein bildgebendes Verfahren eingesetzt werden. Nur so werden beispielsweise Tumore im Bereich des Gehirns sichtbar. Im Anschluss an die Erstellung einer Diagnose kann eine Lähmung zielgerichtet behandelt werden.

Komplikationen

Zu den schwerwiegenden Komplikationen bei einer hohen Querschnittslähmung gehört unter anderem die Lähmung der Atemmuskulatur. Der Patient ist dann auf ein Beatmungsgerät angewiesen und wird außerdem künstlich ernährt, weil auch eine Schluckreflex-Störung besteht. Aber auch bei Lähmung unteren Extremitäten können eine Reihe von Komplikationen auftreten. So wird es beispielsweise für viele Patienten unmöglich Blase und Darm zu kontrollieren. Sie benötigen Inkontinenzhilfen bzw. Hilfe beim Entleeren von Blase und Darm.

Eine weitere Schwierigkeit ist, dass Patienten mit Lähmungen sehr häufig nicht sofort bemerken, wenn Sie sich verletzt haben. Die Schmerzunempfindlichkeit birgt die Gefahr, dass sich unbemerkt eine Infektion entwickelt oder dass sich ein mitunter gefährlicher Blutverlust entwickelt. Ein weiteres Risiko sind Verbrennungen. Bemerkt ein Patient nicht gleich, dass er sich beispielsweise mit heißem Tee oder Kaffee die Schenkel verbrannt hat, stellt auch eine Brandverletzung eine Gefahr für die Gesundheit dar. Eine der häufigsten Komplikationen ist jedoch der Dekubitus, ein Druckgeschwür, dass sich bei bewegungsunfähigen Patienten an Stellen wie Schultern, Gesäß oder Fersen entwickeln kann.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Lähmung erweist sich in den meisten Fällen als relativ schwierig. Die Wahl eines geeigneten Therapieverfahrens wird in Anlehnung zu den Ursachen einer Lähmung getroffen. Leichte Formen der Lähmung müssen nicht behandelt werden. So muss beispielsweise eine Parese im Bereich des Gesichts nicht von einem Arzt behandelt werden.

Sollte eine Lähmung auf einem Infekt oder auf einer Entzündung der Muskulatur basieren, muss eine Behandlung mit einem entsprechenden Antibiotikum in Erwägung gezogen werden. Als relativ schwierig erweist sich die Behandlung einer Lähmung immer dann, wenn ein Tumor im Bereich des Gehirns als Ursache ermittelt wurde. In diesen Fällen kann eine Lähmung nur im Rahmen eines operativen Eingriffs behandelt werden.

Darüber hinaus müssen sich die betroffenen Patienten in den meisten Fällen einer Chemotherapie unterziehen. Sofern sich eine neurologische Erkrankung für das Auftreten einer Lähmung verantwortlich zeichnet, ist eine Heilung nicht immer möglich. Jedoch kann der Verlauf der Krankheit durch eine aktive Teilnahme an Maßnahmen aus dem Bereich der Physiotherapie positiv beeinflusst werden. Damit dauerhafte Beeinträchtigungen vermieden werden können, wird nicht nur dem Aspekt der Behandlung besonders viel Aufmerksamkeit beigemessen. So kann man einer Lähmung aktiv vorbeugen.



Aussicht und Prognose

Lähmungen können sich wegen deren vielfältigen Ursachen von alleine zurückbilden oder dauerhaft manifestieren. Die Prognose orientiert sich primär am Entstehungsgrund der Lähmung. Allgemein befinden sich betroffene Personen in einer misslichen Lage und können aufgrund der stark eingeschränkten Bewegungsfreiheit ihren Alltag nur schwer bewältigen. Abhängig von der Lokalisation erleiden Patienten einen starken Einschnitt ihrer Lebensqualität bis hin zur Arbeitsunfähigkeit. Als weitere Folge entwickeln sich teils schwere Depressionen, die zusätzlich psychosomatische Beschwerden verursachen können.

Ein besonders schwerer Verlauf neben chronischen Erkrankungen am Hirnstamm sind Infektionen durch Bakterien wie durch einen Zeckenbiss. Hirnhautentzündung oder die Borreliose sorgen für eine ungünstige Prognose ohne ärztliche Unterstützung. Stark ansteigende Symptome in kurzer Zeit mit Fieberschüben, Übelkeit und spontan auftretenden Lähmungserscheinungen sind möglich. Unbehandelt kann das zentrale Nervensystem irreversible Schäden erleiden. Dauerhafte Fehlfunktionen durch Sauerstoffmangel wie etwa bei einem Schlaganfall oder bei einer Rückenmarksverletzung verschlechtern immens die Aussicht auf eine vollständige Genesung. Meist müssen sich Patienten in schweren Fällen mit der Lähmung wegen eines Unfalles oder einer Erkrankung arrangieren.

Intensität und plötzliches Auftreten der Lähmung sind häufig ein Indiz für den weiteren Verlauf. Eine schnelle sowie zuverlässige Therapie liegt tendenziell bei leichten Missempfindungen und Einschränkungen im möglichen Bereich. Eine Garantie auf Heilung gibt es allerdings nicht. Bakterielle Infektionen und Symptome gehen hingegen bei Verabreichung von Antibiotika in aller Regel zurück. Viele Erkrankungen lassen sich nur symptomatisch lindern und deren Fortschritt mit regelmäßiger Unterstützung durch Physiotherapie oder Medikamente verlangsamen.

Vorbeugung

Da eine Lähmung oftmals als das Resultat einer Infektion in Erscheinung tritt, sollte auf ein besonders hohes Maß an Hygiene geachtet werden. Darüber hinaus sollten vor allem Personen aus gefährlichen Berufsgruppen vorausschauend und besonnen handeln. Nur so können Unfälle vermieden werden. Da auch Tumore eine Lähmung auslösen können, sollten in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.

Bücher über Lähmungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Payk, T., Brüne, M.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Bewermeyer, H.: Neurologische Differenzialdiagnostik, Schattauer Verlag, 2011

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