Hypervitaminose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Hypervitaminose ist eine Vergiftung durch Vitamine. Sie tritt meist in Verbindung mit Nahrungsergänzungsmitteln auf und kann schwerwiegende gesundheitliche Schäden verursachen. Sie lässt sich heutzutage jedoch auch gut behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hypervitaminose?

Die Hypervitaminose ist ein Krankheitsbild, welches in Folge einer Überdosierung von Vitaminen auftritt. Sie wird umgangssprachlich auch als Vitamin-Vergiftung bezeichnet und in zwei Formen eingeteilt. Zum einen die akute Form, welche bei einer einmaligen Überdosierung auftritt und zum anderen die chronische Form, welche bei dauerhafter Überdosierung entsteht und diverse Begleiterscheinungen mit sich bringt. Beide Formen werden durch lipophile (fettlösliche) Vitamine ausgelöst, da diese sich im Gewebe einlagern. Das Gegenteil der Hypervitaminose ist die Hypovitaminose, ein Mangel an Vitaminen.

Ursachen von Hypervitaminose

Eine Hypervitaminose wird durch eine Überdosierung eines bestimmten Vitamins ausgelöst. In der Regel geschieht das bei der übermäßigen Einnahme von Vitaminpräparaten oder Nahrungsergänzungsmitteln. Auch in Folge einer Therapie mit Vitaminen kann die Vergiftung auftreten. Insbesondere bei der künstlichen Ernährung von Patienten kommt es häufiger zur Hypervitaminose, da Magensondenkost einen hohen Vitaminanteil enthält.

Das Risiko der Überdosierung ist dadurch extrem groß. Ähnliche problematisch ist die so genannt parenterale Ernährung (Infusion). Eine normale Ernährung führt nur äußert selten zu einer Vitamin-Vergiftung. Lediglich Leber birgt ein gewisses Risiko, da sie sehr viel Vitamin A enthält, welches zur Intoxikation führen kann. Das Risiko einer Hypervitaminose besteht also hauptsächlich bei klinischen Aufenthalten und nach der Einnahme von Präparaten.

Symptome und Verlauf von Hypervitaminose

Typische Symptome einer Hypervitaminose:

Hypervitaminose lässt sich anhand verschiedener Symptome feststellen. So kommt es zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit sowie Erbrechen. Zudem verspüren Betroffene eine zunehmende Lethargie, leiden unter Koordinationsstörungen und haben eingerissene Mundwinkel. In manchen Fällen kommt es auch zu Doppelbildern. Davon ab löst eine Vitamin-Vergiftung starkes Unwohlsein aus.

Hypervitaminose kann für Betroffene mit schweren Hirnschäden einhergehen, wenn nicht gehandelt wird. Im Verlauf der Vergiftung kommt es zuerst zu Kopfschmerzen und Übelkeit und wenig später zum Erbrechen. Im schlimmsten Fall kann der interkraniale Druck (Hirndruck) ansteigen, was zu den erwähnten Hirnschädigungen führen kann.

Eine ärztliche Behandlung ist also zwingend notwendig, um keine Spätfolgen durch Hypervitaminose zu erleiden. Auch die chronische Form muss schnellstmöglich diagnostiziert werden, da Langzeitfolgen wie Osteoporose die Lebensqualität stark beeinträchtigen und sogar zum Tod führen können. Kommt es bereits im Kindesalter zu einer Vergiftung durch Vitamine, kann es zudem zu Wachstumsstörungen kommen.

Diagnose von Hypervitaminose

Die akute Form der Hypervitaminose weist eine ähnliche Symptomatik wie andere Vergiftungen auf. So kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und Kreislaufstörungen. Die Beschwerden sind wichtige Faktoren, um die Diagnose der Vitamin-Vergiftung stellen zu können. Auch die Anamnese trägt zur Diagnostik bei. Der Arzt klärt im Gespräch mit dem Patienten die bisherige Krankengeschichte, informiert sich über eingenommene Medikamente und Vitaminpräparate und kann die Ursachen eingrenzen.

Auch körperliche Untersuchungen können zum Einsatz kommen. Dazu gehören Ultraschalluntersuchungen, Abtastungen im Bereich der Leber und eine Messung des Hirndrucks. Die chronische Hypervitaminose ist schwieriger zu diagnostizieren. Grund dafür sind die relativ allgemeinen Beschwerden. Hautirritationen, eine vergrößerte Leber und anderweitige Störungen treten auch bei diversen anderen Erkrankungen auf und sind nur schwerlich einer Vitamin-Vergiftung zuzuordnen.

Problematisch ist eine genaue Diagnose auch deshalb, weil die Erkrankung selten vorkommen. Dennoch kann die Diagnose anhand einer gezielten Blutuntersuchung gestellt werden. Vor allem ein erhöhter Calcium-Anteil im Blut ist ein wichtiger Hinweis auf Hypervitaminose.

Behandlung von Hypervitaminose

Um Hypervitaminose effektiv zu behandeln, muss der Arzt den Patienten zuerst von einer Selbstmedikation abbringen. Gerade bei der chronischen Form ist dies nicht leicht, da sich unter Umständen bereits ein Suchtcharakter entwickelt hat. Zudem sind Vitaminpräparate mittlerweile in jedem Supermarkt zu bekommen, was diesen ersten Schritt noch weiter erschwert.

Liegt eine leichte Form der akuten Hypervitaminose vor, reicht es meist aus, den Konsum einzustellen. Je nachdem, welches Vitamin überdosiert wurde, muss eventuell mit Medikamenten gearbeitet werden. So ist es bei einer Vitamin-D-Vergiftung notwendig, wassertreibende Pharmazeutika zu verschreiben, um die überschüssigen Stoffe auszuschwemmen.

Eine Vitamin-A-Hypervitaminose ist besonders problematisch, da bei einer hohen Überdosierung der Hirndruck ansteigt. Hier wird deshalb meist ein klinischer Aufenthalt verordnet, um den interkranialen Druck zu überprüfen. Zuletzt müssen Folgeerkrankungen wie Nierensteine, Sehstörungen und Hautreizungen behandelt werden.

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Vorbeugung von Hypervitaminose

Hypervitaminose lässt sich durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten vorbeugen. Es ist wichtig, auf die genauen Mengenangaben zu achten. Insbesondere der Vitamin-A und D-Anteil sollte nicht zu hoch ausfallen, um einer Vergiftung vorzubeugen. Darüber hinaus sollte Leber nur in begrenztem Umfang verzehrt werden. Zwar ist das Risiko, dadurch an einer Hypervitaminose zu erkranken, gering, doch in Verbindung mit Präparaten ist die Gefahr nicht unterschätzen.

Einer Hypervitaminose kann auch durch eine regelmäßige Überprüfung der Blutwerte vorgebeugt werden. Insbesondere die chronische Form ist anders nur schwer zu erkennen und tritt schleichend auf, da sich in die Vitamine einlagern und so nach und nach eine gefährliche Menge erreichen.

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