Hirndrucksteigerung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. November 2016
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Die Hirndrucksteigerung (Hydrocephalus) kann ein lebensbedrohliches Symptom bei einem Hirntumor, nach einem Unfall, für eine Entzündung oder eine Infektion sein. Aber auch allgemeines Fehlverhalten im Alltag lässt den Hirndruck vorübergehend ansteigen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hirndrucksteigerung?

Die Hirndrucksteigerung (intrakranielle Druckerhöhung) ist ein Anstieg des Drucks innerhalb der knöchernen Schädelhöhle. Als akute Druckerhöhung stellt sie einen lebensgefährlichen Notfall dar, der umgehend intensivmedizinisch versorgt werden muss. Dagegen erfolgt die chronische Druckerhöhung langsam und allmählich. Deshalb wird sie oft erst spät erkannt.

In beiden Fällen kommt es zu einer Kompression des Gehirns, möglichen Verklemmungen von Teilen des Gehirns und lokalen Durchblutungsstörungen durch die Erhöhung des Venendrucks. Auch eine Erweiterung des Liquorraumes innerhalb der Hirnhäute kann zu einem äußeren Druck auf das empfindliche Gehirn führen. Eine Hirndrucksteigerung manifestiert sich in erkennbaren Hirndruckzeichen.

Ursachen

An erster Stelle bei den Ursachen von Hirndrucksteigerungen, weil sie immens Raum fordern können, stehen langsame und schnell wachsende Hirntumore. Die zweite wichtige Ursache einer Hirndrucksteigerung sind Liquorresorptionsstörungen. Die Flüssigkeit zwischen unseren Hirnhäuten dient vor allem dazu, das Gehirn zu lagern, zu schützen und kleine Druckschwankungen auszugleichen. Kommt es durch Tumore, Entzündungen, Verklebungen, Infektionen oder mechanische Verschlüsse dazu, dass die Flüssigkeit nicht mehr richtig zirkulieren kann, müssen die daraus entstehenden Druckunterschiede auch an das Gehirn abgegeben werden.

Auch innerhalb der Hirnhäute oder des Schädelraumes kann es zu kleinen Blutungen kommen, z. B. bei Multipler Sklerose. Ein Hirnödem als Ursache der Hirndrucksteigerung bildet sich beispielsweise bei Verletzungen im Schädel-Hirn-Bereich, bei Sauerstoffmangel oder bei Niereninsuffizienz. Auch Tumore fordern mit einem Hirnödem noch zusätzlich Raum. Besonders bei einer akuten Hirndrucksteigerung kann es zu Verlagerungen der Gehirnmasse kommen. Es entstehen Verklemmungen, vor allem am Hinterhauptloch oder im Bereich des Kleinhirnes.

Weitere, eher alltägliche, Ursachen einer Hirndrucksteigerung liegen in der Ernährung begründet. Wer abends, kurz vor dem Schlafengehen, noch eine reichhaltige Mahlzeit zu sich nimmt, besitzt kein geringes Risiko für einen erhöhten Hirndruck am Morgen. Menschen, die dazu noch ohne Kopfkissen schlafen, werden in der Nacht starke Probleme bekommen. Ein weiteres Beispiel ist das Sonnenbad am Strand. Durch die direkte Sonneneinstrahlung erweitern sich die Blutgefäße, auch die Blutgefäße im Gehirn, und geben vermehrt Wasser an die Umgebung ab.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Die ersten Hirndruckzeichen können noch recht unspezifisch sein. Dazu gehören eine zunehmende Neigung zu Gähnen oder ein Schluckauf. Schwindel und Übelkeit zeigen unter Umständen eine Hirndrucksteigerung, dazu vielleicht ein spezielles, schwallartiges Erbrechen auf nüchternen Magen oder gleich nach dem Frühstück. Der Druck auf die Hirnnerven kann das Sehen von Doppelbildern hervorrufen. Kopfschmerzen machen sich zunehmend bemerkbar, vor allem im Nacken- und Stirnbereich.

Die Pupille eines Auges, die mehr vom Hirndruck betroffen ist, kann erweitert sein. Der Blutdruck steigt möglicherweise an, während sich der Puls verlangsamt (Bradykardie). Das Bewußtsein kann sich mehr und mehr eintrüben bis hin zum Koma. Bei einer chronischen intrakraniellen Druckerhöhung entwickeln Jugendliche und Erwachsene eventuell meningitisähnliche Symptome mit Nackensteifigkeit, Atembeschwerden bis hin zu Lähmungen oder Streckkrämpfen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern, wo die Fontanelle noch nicht geschlossen ist, wölbt sich die Stirn stark nach vorn, Sie reagieren empfindlich auf Berührungen und erbrechen am Morgen.

Diagnose

Der Arzt kann bei der Spiegelung des Augenhintergrundes (Ophthalmoskopie) eine Stauungspupille erkennen, welche auf eine Hirndrucksteigerung hinweisen kann. Er wird die Lähmung des Augenmuskels feststellen und die Bradykardie. Er wird den Blutdruck messen, die Atmung beobachten und den Bewußtseinszustand des Patienten kontrollieren.

Danach muss er alles wissen, was mit der Vorgeschichte der Beschwerden in Zusammenhang stehen könnte. Es wäre möglich, dass ein Unfall dazu beigetragen hat, oder eine Hirnhautentzündung. Ein CT und andere bildgebende Verfahren helfen, die Ursache des Hirndruckes zu ermitteln.

Behandlung und Therapie

Ist die Situation des Patienten durch die Hirndrucksteigerung bereits lebensbedrohlich, wird eine sogenannte Trepanation ausgeführt. In den angebohrten Schädel führt der Arzt ein Instrument, das den Schädelinnendruck messen kann. Danach muss er in erster Linie dafür sorgen, dass das Gehirn entlastet wird. Dafür werden Teile des Schädels vorübergehend entfernt oder der Patient erhält zumindest einen künstlichen Abfluss für die Gehirnflüssigkeit, um den Druck zu mindern.

Als nächstes wird der Arzt Medikamente verordnen, die abschwellend wirken. Es kommen vor allem Glukokortikoide zum Einsatz, aber auch Diuretika. Der Patient wird intensivmedizinisch betreut und muss erhöht gelagert werden. Ist die Ursache gefunden - möglicherweise ein Tumor oder andere mechanische Hindernisse - kann über eine Operation oder eine Krebsbehandlung nachgedacht werden. Oft ist jedoch eine Infektion oder Erkrankung an den lebensbedrohlichen Symptomen schuld. Dann muss diese Krankheit behandelt werden.

Während der Hirntumor nur sehr selten auftritt, kann die Hirnhautentzündung häufig die Folge einer Infektion sein. Die Gefahr geht Vor allem von Mumps-, Masern-, Grippe- und Herpesviren aus. Eine Borreliose ist eine weitere Möglichkeit. Meningitis, die von den Meningokokken hervorgerufene Erkrankung, befällt direkt Teile der weißen und grauen Hirnsubstanz. Die Hirnhautentzündung kann aber auch bei Multipler Sklerose oder Sarkoidose auftreten. In schweren Fällen muss der Patient intubiert oder beatmet werden.



Vorbeugung

Die erste Prophylaxe für eine Hirndrucksteigerung sollte die Impfung sein. Zumindest gegen Bakterien wie die Meningokokken gibt es gute Impfprogramme. Mittlerweile kann man sich auch gegen Borreliose impfen lassen. Um größere Verletzungen zu vermeiden, sollte jeder Fahrradfahrer einen Helm tragen. Das gilt erst recht für jeden Motorradfahrer. Arbeitsschutzmaßnahmen gibt es zum Schutz der eigenen Gesundheit. Die betreffenden Regelungen sind unbedingt einzuhalten.

Allgemeine Empfehlungen, die einen Schlaganfall vermeiden helfen, können auch auf die Hirndrucksteigerung angewandt werden. Im Sommer helfen viel Trinken und ein Kopfschutz gegen den gefürchteten Sonnenstich oder gar die Hirndrucksteigerung. Ein Kissen für den Kopf ist immer besser als eine gerade Liegefläche. So kann die Flüssigkeit im Schädel leichter abfließen und der Venendruck auf normalem Niveau gehalten werden.

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