Vergrößerte Leber

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Oktober 2016
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Eine vergrößerte Leber kann verschiedene Erkrankungen als Ursache haben, von denen nicht alle direkt etwas mit dem Organ zu tun haben. Neben der Leberschwellung bestehen oft auch noch andere Symptome und eine medizinische Abklärung sollte möglichst schnell erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine vergrößerte Leber?

Eine vergrößerte Leber liegt dann vor, wenn das Organ die normale Größe von etwa 12-15 cm überschreitet, was zum Beispiel im Ultraschall sichtbar wird oder auch ertastet werden kann.

Neben der reinen Größenzunahme liegen bei einer Vergrößerung der Leber oft auch Veränderungen des Lebergewebes oder der Lebergefäße vor, die ebenfalls im Ultraschall erscheinen können.

Anatomie der Leber.

Ursachen

Die Ursachen für eine vergrößerte Leber reichen von der bei bis zu 30 Prozent der Bevölkerung vorkommenden Fettleber über Infektionen mit Hepatitis Viren sowie zahlreichen anderen Viren und Bakterien oder Autoimmunerkrankungen bis hin zu verschiedenen Krebsformen und sogar Erkrankungen des Herzens.

Bei der Fettleber als häufigster Grund für eine Vergrößerung des Organs lagert dieses zunehmend Fett in sein Gewebe ein. Dies geschieht in Folge falscher Ernährungsgewohnheiten und Übergewicht, aber auch vermehrter Alkoholkonsum, bestimmte Medikamente oder Virusinfektionen können zu einer Fettleber führen.

Hepatitis-Viren lösen eine Leberentzündung aus, bei der die Leber durch die Bildung von Ödemen (Flüssigkeitsansammlungen) anschwillt und dementsprechend an Größe zunimmt.

Symptome und Verlauf

Die Symptome einer vergrößerten Leber richten sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. In vielen Fällen wird die Vergrößerung des Organs durch die Patienten zunächst nicht bemerkt, vor allem wenn die Schwellung sich langsam und über einen längeren Zeitraum entwickelt. Dies ist zum Beispiel bei der Fettleber sehr häufig der Fall oder auch bei Leberkrebs. Die Diagnose wird oft durch Zufall gestellt, zum Beispiel bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes wegen unspezifischer Beschwerden.

Liegt dagegen eine akute Schwellung der Leber vor, etwa bei einer akuten Hepatitis oder einer Herzschwäche mit Leberstauung kann es zum so genannten Leberkapselspannungsschmerz kommen. Das vergrößerte Organ führt dabei zu einer schmerzhaften Dehnung der Leberkapsel, wobei die Schmerzen charakteristisch unter dem rechten Rippenbogen zu spüren sind. Der Schmerz tritt beim Tasten der Leber ebenso auf wie im Sitzen, er kann aber auch ganz spontan vorhanden sein. Lebererkrankungen weisen einen sehr unterschiedlichen Verlauf auf. Infektionen der Leber, die mit einer Vergrößerung einhergehen, können folgenlos ausheilen.

Bei chronischen Verläufen, zum Beispiel bei einer Hepatitis B oder Hepatitis C, bei einer ausgeprägten Fettleber und auch bei anderen Erkrankungen kann es schließlich zur Leberzirrhose kommen. Bei dieser wandelt sich immer mehr Lebergewebe in funktionsloses Bindegewebe um, so dass es im Endstadium dann zu einem tödlichen Leberversagen kommen kann.

Diagnose

Die Diagnose einer vergrößerten Leber wird in den meisten Fällen im Rahmen einer Untersuchung durch Ultraschall gestellt. Hierbei kann die Größe der Leber genau gemessen werden, zudem lassen sich auch andere krankhafte Veränderungen feststellen. Eine vergrößerte Leber lässt sich als erste Form der Diagnose auch von außen tasten. Für eine genaue Diagnose der Ursache für die Vergrößerung des Organs ist jedoch eine Biopsie nötig. Bei dieser wird ambulant mit Hilfe eines so genannten Stanzzylinders Lebergewebe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer vergrößerten Leber richtet sich nach der ursächlichen Erkrankung. Es gibt bisher keine Medikamente, mit denen sich eine Fettleber behandeln lässt. Jedoch kann sich diese wieder zurückbilden, wenn sich die Betroffenen gesund ernähren und Übergewicht reduzieren.

Ist die Fettleber durch einen zu hohen Alkoholkonsum verursacht, muss auf Alkohol verzichtet werden. Die verschiedenen Formen der Hepatitis lassen sich mit Medikamenten behandeln, so dass es in den meisten Fällen zu einem Abschwellen der Leber kommt, wenn die Entzündung abgeklungen ist oder sich gebessert hat.

Wenn Krebs zur Vergrößerung der Leber geführt hat, ist wiederum die Krebsart für die Behandlung entscheidend. Bei Leberkrebs kommen je nach Stadium chirurgische Methoden zum Einsatz, aber auch Radiofrequenztherape oder Chemotherapie. Bei anderen Krebsformen wird ebenfalls häufig mit Chemotherapie, chirurgischer Therapie oder auch mit Strahlentherapie gearbeitet.



Vorbeugung

Einer vergrößerten Leber und den daraus resultierenden Folgen kann man nur bedingt vorbeugen. Vorbeugung ist zum Beispiel bei der Fettleber möglich, die durch Übergewicht und falsche Ernährung verursacht wird.

Eine gesunde, fett- und zuckerarme Ernährung mit vielen Ballaststoffen sowie regelmäßige Bewegung können Übergewicht reduzieren und die Entwicklung einer Fettleber verhindern. Der Verzicht auf Alkohol ist eine weitere wichtige Vorbeugungsmaßnahme.

Ein insgesamt gesunder Lebensstil kann zudem der Entwicklung von Krebs vorbeugen. Als Vorbeugung gegen eine Infektion mit Hepatitis Viren kann man sich zumindest gegen die Virustypen A und B impfen lassen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Danielle kommentierte am 08.01.2016 um 18:30 Uhr

Nach längeren Unterbauchbeschwerden wurde Ultraschall gemacht. Die Leber ist leicht angeschwollen. Es wurde Blut im Urin gefunden. Cholesterinwerte sind relativ hoch. Obwohl ich eher gesund esse, keinen Alkohol trinke und sehr schlank bin. Nächste Untersuchung wird vom Stuhlgang genommen, d.h. Proben von 3 folgenden Tagen. Ich bin sehr müde, habe oft zusätzlich Kopfschmerzen und fühle mich einfach nicht gut. Meine Frage ist, muss in meinem Fall keine Biopsie von der Leber gemacht werden oder soll ich erst mal die Werte vom Stuhl abwarten? Ich wohne in Spanien, habe aber keine Bedenken, dass ich beim jetzigen Arzt schlecht beraten bin.

Hermana71 kommentierte am 04.03.2016 um 12:05 Uhr

Gestern hab ich meine Blutwerte vom Arzt erhalten und war entsetzt. Beim Cholesterinwert ist 254, GGT 109, Got 32, GBT 41, andere Werte im Normbereich. Ich bin weiblich, 45 Jahre, 170 cm und 67 kg schwer. In 2 Wochen erfolgt eine Nachkontrolle. Ich fühle mich gesund, arbeite im Schichtdienst und trinke mehrmals wöchentlich 2 Gläser Weißwein oder auch Bier. Ich ernähre mich gesund mit viel Obst/Gemüse, mediterran. Habe ich eine Fettleber/einen Leberschaden? Ich bilde mir nun ein, ich könnte rechts die vergrößerte Leber spüren?