Handschmerzen durch Überlastung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. April 2017
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Unsere Hände leisten uns im Alltag große Dienste. Sie sind die wichtigsten Greifwerkzeuge und wenn Handschmerzen durch Überbelastung auftreten, dann kann unser Alltag unter Umständen enorm beeinträchtigt werden. Handschmerzen können das Schreiben, Greifen sowie weitere Tätigkeiten des Alltags stark behindern. Hinter den Beschwerden kann sich eine Vielzahl von Ursachen verbergen, die nur von speziellen Fachärzten mittels entsprechender Verfahren diagnostiziert werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Handschmerzen durch Überbelastung?

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Medikamente gegen: Schmerzen

Handschmerzen bezeichnen zunächst einmal ein unspezifisches Leiden, das im Bereich der Hand angesiedelt ist. Hierzu zählen Beschwerden, die entweder an der Hand oder an den Fingern auftreten können. Knochen und Gelenke können von Schmerzen ebenso betroffen sein wie die unterschiedlichen Weichteile der Hand. Neben Krankheiten und Verletzungen durch Sport- und Berufsunfälle können altersbedingte Verschleißerscheinungen Probleme in den Händen verursachen. Die Schmerzen können akuter oder chronischer Natur sein, sich nur mäßig oder stark bemerkbar machen. Ist die Ursache für die Handschmerzen einmal gefunden, wird die am besten geeignete Therapieform gewählt.

Ursachen

Aber wie kommt es zu den unangenehmen Schmerzen in den Händen? Auf der einen Seite können sie durch einen Unfall ausgelöst werden, aber auch durch akute oder chronische Überlastungsreaktionen sowie akute Entzündungen und degenerative Prozesse. Ob Arbeits- oder Sportunfall: im Alltag kommt es immer wieder zu Unfällen, in deren Folge die Hand überstreckt oder verdreht werden kann, so dass es dort zu Beschwerden kommt. So können verletzungsbedingte Durchblutungsstörungen, ausgeheilte Brüche oder Quetschungen der Nerven zu massiven Handschmerzen führen.

Aber auch durch andauernde Fehlbelastung der Gliedmaßen, hervorgerufen z.B. durch Computerarbeit oder körperlich anstrengende Berufe können Schmerzen in dem Bereich entstehen. Des Weiteren können aus natürlichen Abnutzungsprozessen im Laufe der Zeit Schmerzen in der Hand resultieren. Dann liegt die Vermutung einer Osteoporose oder Arthrose nahe. Oder es stecken tatsächlich Krankheiten, wie Rheuma, eine Sehnenscheidenentzünung oder Gicht dahinter. Sogar Tumore, Thrombosen und Engpass-Syndrome wie das Guyon-Tunnelsyndrom, aber auch Bindegewebsverhärtungen können massive Beeinträchtigungen an den Händen verursachen. Eine eindeutige Klärung kann nur die Untersuchung beim Arzt bringen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei der Entscheidung, ob Handschmerzen durch Überlastung einen Arztbesuch erforderlich machen, sind Überlegungen zur Intensität der Schmerzen und zur Schmerzart zu berücksichtigen. Starke Schmerzen, die nur von kurzer Dauer sind, können vom Betroffenen selbst eingeordnet werden. Hier genügt es, zu überdenken, ob eine ungewohnte Tätigkeit ausgeübt wurde oder ob man zu viele Trainingseinheiten absolviert hat. Dann kann man abwarten, ob die Handschmerzen nach der Überlastung von alleine weggehen.

Bleibt der Schmerz, obwohl die Hand ein paar Tage geschont wurde, muss ein Arzt die Ursache abklären. Ist der Patient unsicher und möchte seiner eigenen Körperwahrnehmung nicht vertrauen, ist ebenfalls ein Arztbesuch anzuraten. Dauern die Schmerzen an, ist auf jeden Fall ein Arztbesuch notwendig. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um starke oder latent auszuhaltende Schmerzen handelt. Dies gilt auch für Schmerzen, die langsam an Stärke zunehmen.

Handschmerzen durch Überlastung, die als Folge eines Unfalls im Haushalt, im Straßenverkehr oder beim Sport eintreten, machen immer einen Arztbesuch erforderlich. Auch muss ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Hand beim Greifen schmerzt und damit die Greiffähigkeit beeinträchtigt wird .

Diagnose und Verlauf

Aufgrund der vielfältigen Ursachen von Handschmerzen ist auch von einem individuell unterschiedlichen Krankheitsverlauf bei Handschmerzen auszugehen. Die Schmerzen treten entweder in der ganzen Hand oder nur in Teilen derselben auf, beispielsweise in den Hand- oder Fingergelenken. Oft kommt es aber auch an den Handknochen, den Adern, Nerven oder an Muskeln, Bändern oder Sehnen zu problematischen Empfindungen. Zuweilen lässt sich der genaue Ort der Schmerzen aber auch gar nicht feststellen.

Handschmerzen können sowohl lokal nur in der Hand verortet sein oder auch bis in den Arm ausstrahlen. Andersherum ist es ebenso möglich, dass der Schmerz vom Arm ausgehend in die Hand einschießen kann. Handschmerzen können mit der Zeit an Intensität zunehmen oder sporadisch verschwinden und zurückkommen. Man spricht dann von einem Krankheitsverlauf in Schüben. Ob der Betroffene einen Arzt zu Rate zieht, hängt von der Intensität der Schmerzen und natürlich von der Ursache ab.

Komplikationen

Handschmerzen durch Überlastung ist Symptom verschiedener Ursachen, welche verschiedene Komplikationen haben. Allgemein führen Handschmerzen zu einer Einschränkung der Beweglichkeit. Dies führt unter anderem zu einer Abnahme der Muskelmasse und Sensibilitätsstörungen an der Hand. Chronisch bestehend kann das Handgelenk versteifen und nur noch schwer bewegt werden. Zudem beeinträchtigen die Schmerzen die Lebensqualität, es kann zu einer Angst kommen, die Hand zu bewegen und dies kann im schlimmsten Falle in eine Depression enden.

Eine Ursache für Überlastungsschmerzen an der Hand können eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) sein. Diese kann frühzeitig behandelt ohne Folgen gut abheilen. Jedoch kann diese auch chronisch werden und in ein RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injury-Syndrom) übergehen. Dabei kommt es immer wieder zu Rückfällen der Schmerzen. Dies führt zu Einschränkungen am Arbeitsplatz vor allem bei Computerarbeiten. Ähnlich verläuft die Nervenkrankheit Morbus Sudeck, die unbehandelt auch chronisch verlaufen kann. Zudem gibt es hierbei Phasen der Verbesserung, aber auch der Verschlechterung.

Durch starke Überlastung des Handgelenks oder vor allem des Daumengelenks kann es zu einem Verschleiß des Gelenkknorpels kommen (Arthrose). Dies führt zu einer Entzündungsreaktion und damit zu einer Schwellung des Gelenks. Zusätzlich kann der Gelenkknorpel so weit abgenutzt sein, dass der Knochen frei liegt, welcher bei weiteren Bewegungen trümmern kann und so weitere Schmerzen verursachen kann.

Behandlung und Therapie

Bei leichten bis mittelstarken Schmerzen kann es zunächst hilfreich sein, die betroffene Stelle zu massieren. Eventuell wird dadurch schon eine Linderung der Schmerzen herbeigeführt, so etwa bei einfachen Muskelverkrampfungen in der Hand. Helfen Massagen nicht, können Kälte- und Wärmeumschläge ausprobiert werden. Bei Muskelverkrampfungen hilft Wärme sehr gut, bei Entzündungen, z.B. einer Sehnenscheidenentzündung hingegen nicht. Hier sollten kühlende Therapiemaßnahmen zum Einsatz kommen.

Bei stärkeren Handschmerzen oder länger anhaltenden Schmerzzuständen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dies kann der Hausarzt oder Orthopäde sein. Ist der Handschmerz Folge eines operierten Bruches, ist eine medizinische klinische Nachbehandlung sinnvoll. Um geschwächte Muskeln wieder aufzubauen, empfiehlt sich insbesondere die Physiotherapie. Bei krankheitsbedingten Handschmerzen wie Rheuma oder Arthritis werden mit Bewegungs- und Schmerztherapien große Erfolge erzielt. Liegen akute und lokal begrenzte Handschmerzen vor wie bei einer Nagelbettentzündung, dann können die Schmerzen nach Abheilen der Entzündung von allein wieder verschwinden.

Jedoch ist bei akuten Handschmerzen nicht immer auszuschließen, dass sich daraus ein chronisches Leiden entwickelt. Chronische Schmerzzustände sind immer behandlungsbedürftig und erfordern die Expertise eines Arztes. Dieser verschreibt dann entzündungshemmende Schmerzmittel, Salben oder Kortisonpräparate. Liegt den Schmerzen jedoch nur eine kurzzeitige Überlastung der Hand oder eine Reizung zugrunde, ist es sinnvoll, die entsprechende Hand ruhigzustellen. Hier kann auch ein Salbenverband Abhilfe schaffen.

Neben Massage- oder Wärmetherapien werden bei bestimmten Handschmerzen häufig Wasser- und Bädertherapien eingesetzt. Zudem haben sich bei spezifischen Leiden die Ultraschallbehandlung, die Elektrotherapie sowie orthopädische Hilfsmittel bewährt. Neben der klassischen Physiotherapie erfreuen sich bei Handschmerzen auch alternative Heilmethoden, wie die manuelle Therapie oder Osteopathie, Akupunktur, Homöopathika und Schüssler Salze immer größerer Beliebtheit. In der Physiotherapie wird mittels gezielter Übungen versucht, die Muskulatur in der Hand zu stärken, um Überanstrengungen besser abzufedern.



Vorbeugung

Um Handschmerzen vorzubeugen, ist es wichtig, Fehl- und Überbelastungen zu minimieren. Wer den ganzen Tag am Computer arbeitet oder von Berufs wegen stundenlang schwere Gegenstände trägt, sollte auf ausreichende Erholungspausen achten.

Die sogenannte "Maus-Hand", die durch Überanstrenung der Hand durch stete Computerarbeit entsteht, lässt sich am besten verhindern, indem ein Gel-Mauspad verwendet wird. Zudem hat sich das Einhalten der korrekten Sitzposition als vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung von Handschmerzen bewährt. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass sowohl Ober- und Unterschenkel im Neunzig-Grad-Winkel zueinander stehen als auch die Ober- und Unterarme.

Bei andauernden, eintönigen Bewegungen können Handgelenksmanschetten die Handgelenke entlasten und so Schmerzen verhindern. Aber nicht nur bei der Arbeit kann es zu Überlastungen der Hand kommen. Auch bestimmte Hobbies wie Tennis oder Gitarrespielen können die Entstehung von Handschmerzen begünstigen. Auch hier ist es ratsam, auf ausreichende Pausen zu achten und bei sich ankündigender Überlastung Dehnübungen einzulegen. Bei degenerativen und entzündlichen Handschmerzen kann im Vorfeld nicht viel getan werden. Denn hier sind natürliche Abnutzungsprozesse oder Krankheiten beteiligt, die zum Teil vererbt sind.

Bücher über Handschmerzen

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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