Sehnenscheidenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. Juni 2016
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Bei einer Sehnenscheidenentzündung liegt ein entzündlicher Prozess vor, der durch mechanische Überlastung entstehen kann. Die Sehnenscheiden umlagern die Sehnen in stark belasteten Bereichen, überall da, wo sie besonders großen Reibungskräften ausgesetzt sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Eine Sehnenscheidenentzündung, in der Medizin auch als Tendovaginitis bezeichnet, ist eine Entzündung der äußeren Bindegewebsschicht einer Sehne, der so genannten Sehnenscheide.

Sehnenscheiden sind tunnelartige Bindegewebsschläuche, die mit einer Art Schmierflüssigkeit gefüllt sind. Die Sehnenhaut liegt dabei wie ein Mantel um diesen Schlauch. Entzündet sich diese Haut durch stetige Überlastung, treten Schmerzen auf.

Prinzipiell kann jede Sehne von einer Entzündung betroffen sein (Hand, Schulter, Fuß). Allerdings sind die Sehnen des Handgelenks aufgrund der starken Beanspruchung besonders häufig betroffen.

Ursachen

Falsche Körperhaltung, Überbelastung oder immer gleiche monotone Bewegungsabläufe können zu einer Entzündung der entsprechenden Sehnen führen.

Bei einer Sehnenscheidenentzündung reibt eine Sehne über längere Zeit über einen Knochen. Durch die allmähliche Abnutzung der Sehnenscheide entwickeln sich mikroskopisch kleine Verletzungen (Mikrotraumen), die letztlich zu der Entzündung führen.

Ebenso können entzündliche Gelenkerkrankungen oder Infektionen ein möglicher Auslöser für eine Sehnenscheidenentzündung sein.

Eine der bekanntesten Formen der Sehnenscheidenentzündung ist der sogenannte 'Tennisarm', der auf Muskelverspannungen zurückzuführen ist.

Auch übermäßiges Arbeiten am Computer (so genannter 'Mausarm') kann die Beschwerden auslösen. So gehört die Sehnenscheidenentzündung in einigen Berufen (z.B. Masseure, Physiotherapeuten, Musiker) bei Berufsgenossenschaften zu den anerkannten Berufskrankheiten.

Symptome und Verlauf

Sehnenscheidenentzündung der Hand.

Bei den Symptomen einer Sehnenscheidenentzündung treten durch stetige Überlastung Schmerzen auf, die sich entlang der Sehne bemerkbar machen. Zu den am häufigsten betroffenen Körperstellen zählt das Handgelenk.

Eine Sehnenscheidenentzündung kann aber überall am Körper auftreten, wo Sehnen innerhalb einer Sehnenscheide verlaufen. Beim Handgelenk verlaufen die Sehnen unter hoher Spannung über den Knochen und führen daher überwiegend oft zu einer Sehnenscheidenentzündung.

Akute bis chronische Schmerzen bei der Bewegung stark tangierter Gliedmaßen sind die überwiegenden Symptome einer Sehnenscheidenentzündung, die tagelang anhalten können.

Schmerzen treten vor allem bei Bewegungen auf, später jedoch auch im Ruhezustand. Dabei kommt es auch zu einer lokalen Erwärmung, auch eine Schwellung und Errötung kann bei einer Sehnenscheidenentzündung auftreten. Ebenso kann ein Druckschmerz oder ein knirschendes Geräusch Anzeichen einer Sehnenscheidenentzündung sein.

Diagnose

Einen ersten Aufschluss darüber, ob eine Sehnenscheidenentzündung vorliegt, gibt bereits das Erstgespräch. Der typisch ziehende Schmerz, der vor allem bei Bewegungen stärker wird bzw, bei Entzündungen im Handbereich die Finder nicht mehr ausstrecken lässt, ist charakteristisch für diese Erkrankung. Zusätzlich versucht der Arzt, das betroffene Gelenk zu drehen, was nicht mehr oder nur unter sehr großen Schmerzen möglich ist. Zudem ist die Stelle gerötet und ist in fortgeschrittenem Stadium geschwollen.

Zur Lokalisierung der Entzündung kann eine Ultraschallanwendung durchgeführt werden, bei der nicht nur die Entzündung selbst, sondern auch charakteristische Flüssigkeitsansammlung sichtbar ist. Das tatsächliche Ausmaß der Sehnenscheidenentzündung und der genaue Ausgangspunkt lassen sich eindeutig nur mittels MRT feststellen. Dies stellt jedoch die letzte, in Betracht gezogene Methode dar, wenn weiterführende Untersuchungen andere Entzündungsursachen ausgeschlossen haben. Anders ist zu entscheiden, wenn die Schmerzen bereits chronisch wurden, damit die Ausbreitung sichtbar wird.

Eine große Bedeutung kommt wegen der hohen Kosten und Strahlenbelastung im bildgebenden Verfahren der Differenzialdiagnostik zu. Aufgrund der unterschiedlichen Behandlungsfolgen und insbesondere der verwendeten Medikation, müssen rheumatische Ursachen oder eine Arthrose ausgeschlossen werden. Bei der rheumatischen Arthritis ist neben der entzündungstypischen erhöhten Blutsenkung auch der Rheumafaktor im Blut erhöht. Bei der Arthrose hingegen ist keine Entzündung nachweisbar und bei der Sehnenscheidenentzündung kein Rheumafaktor.

Behandlung und Therapie

Bei der Behandlung einer Sehnenscheidenentzündung durch den Arzt werden zunächst andere Krankheitsursachen, wie Rheuma oder Gicht durch eine Blutuntersuchung ausgeschlossen. Der Arzt kann durch eine Tastuntersuchung feststellen, ob eine Schwellung, eine Rötung oder Überwärmung besteht und ob an der betreffenden Stelle eventuell Druckschmerzen auftreten.

Als Sofortmaßnahme kann mit Kühlelementen Linderung der Schmerzen erreicht werden. Selbstverständlich muss jede belastende Tätigkeit sofort eingestellt werden und der betroffene Körperteil sollte ruhig gestellt werden. Eventuell wird der Arzt einen festen Verband anlegen und eine Armschlinge empfehlen. Außerdem können schmerzstillende Salben verabreicht werden.

Eine kühlende Quarkauflage lindert die Schmerzen auf natürliche Weise mit Naturheilmittel und wirkt zusätzlich entzündungshemmend. Dazu werden 100 Gramm kalter Magerquark auf ein Holzbrett gestrichen und anschließend auf die betroffene Körperstelle gelegt. Mit einem Leinentuch, das zuvor in kaltes Wasser getaucht und ausgewrungen wurde, wird der Quark nun bedeckt bis er getrocknet ist.

Diese Anwendung kann bei akuter Sehnenscheidenentzündung bis zu dreimal täglich durchgeführt werden. Quark ist ein natürliches Antibiotikum, das ausgezeichnet bei Sehnenscheidenentzündungen sowohl gegen die Entzündung selbst, wie auch bei den Schmerzen der Sehnenscheidenentzündung hilft.



Vorbeugung

Auslöser von Sehnenscheidenentzündungen sind immer wiederkehrende Bewegungsabläufe, die irgendwann zu einer Überlastung führen.

Natürlich sind viele dieser Bewegungen beruflich bedingt, wie die immer gleichen Handbewegungen am Computer. Aber auch Arbeiten im Freien oder beim Sport wie z.B. Tennis oder etwa bei einem Hanteltraining, wiederholen sich die Bewegungen regelmäßig.

Daher empfiehlt es sich zur Vorbeugung einer Sehnenscheidenentzündung in regelmäßigen Abständen immer wieder Pausen einzulegen oder die Belastungen mit entsprechenden Bandagen zu entlasten.

Auch Streckübungen mit den Händen, Armen und Beinen können zur Verhinderung von Sehnenscheidenentzündungen helfen. Ein Arzt sollte auf jeden Fall bei einer anfänglichen Sehnenscheidenentzündung konsultiert werden, wenn schon kleine Bewegungen schmerzen.

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