Muskelkrampf

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Juli 2016
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Der Muskelkrampf, der auch als Krampf oder Spasmus bezeichnet wird, ist eine unwillkürliche, schmerzhafte und langanhaltende Muskelspannung (Kontraktion). Häufig treten Muskelkrämpfe im Zusammenhang mit sportlichen Aktivitäten auf. Besonders schmerzhaft und unangenehm sind nächtliche Oberschenkel- bzw. Wadenkrämpfe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Muskelkrampf (Krampf, Spasmus)?

Als Muskelkrampf (Krampf, Spasmus) wird die plötzliche, unwillkürliche (bewusst nicht steuerbare), oft sehr schmerzhafte und anhaltende Kontraktion (Anspannung) von Muskeln bezeichnet. Das wohl bekannteste, meist relativ harmlose, aber sehr schmerzhafte Beispiel für einen Muskelkrampf ist ein (nächtlicher) Wadenkrampf.

Der Wadenmuskel zieht sich plötzlich zusammen und wird bretthart. Jeder Versuch, den Muskel zu bewegen und die Spannung zu lockern, ruft noch mehr Schmerzen hervor. Streck- oder Lockerungsbewegungen funktionieren nicht.

Der Muskelkrampf ist eine häufig auftretende leidvolle Erfahrung von Sportlern. Besonders bei starkem und intensivem Training kommt es nicht selten zu Muskelkrämpfen. Die Verkrampfung von Waden- und Oberschenkelmuskulatur, z.B. beim Sport, ist die häufigste Form eines Muskelkrampfes.

Ein weiteres bekanntes Beispiel für Muskelkrämpfe sind Koliken, die Verkrampfungen der glatten Muskulatur an Hohlorganen, wie Galle, Harnblase oder Darm. Ein Muskelkrampf kann relativ harmlos sein, aber ebenso kann der Muskelkrampf Symptom einer Erkrankung sein. Tritt ein Muskelkrampf häufiger auf, dann sollte man dies ärztlich abklären lassen.

Um einem Krampf vorzubeugen sollte man neben einer ausgedehnten Erwärmung im Sport, der Mineralienhaushalt, und im Besonderen der Magnesiumanteil im Blut, durch eine gesunde Ernährung gefördert werden.

Ursachen

Ein Muskelkrampf weist darauf hin, dass die Reizübertragung von Nervenimpulsen auf Muskeln, auf die freien Nervenendigungen im Gewebe und ­die betroffenen Schmerzrezeptoren gestört ­ist. Es kann sich dabei um eine Übererregbarkeit der Muskelfasern aufgrund einer Elektrolytstörung handeln.

Diskutiert wird bei Sportmedizinern auch eine mögliche neuronale (im Nerv sich abspielende) Dysfunktion (Funktionsstörung) im Zielmuskel. Die genauen Ursachen für Muskelkrämpfe sind aber noch nicht vollkommen geklärt.

Mögliche Ursachen, im Sinne von Auslösern, für den Muskelkrampf können ganz verschieden sein: Hoher Flüssigkeitsverlust, starkes Schwitzen, Erschöpfung und mangelndes Training sind beim Sport häufig die Ursache.

Zu enge Schuhe oder Strümpfe, Kälte und Veränderungen in der Muskulatur durch alte Verletzungen sind ebenfalls oft Auslöser für einen Muskelkrampf. Magnesiummangel, Elektrolytstörungen, Mangel an Natriumchlorid (Salz) oder an Kalium begünstigen das Auftreten eines Muskelkrampfes.

Aber auch einige Erkrankungen können mit Muskelkrämpfen einhergehen. Da sind z.B. Infektionen, Krampfadern und Fieber ebenso zu nennen, wie auch die multiple Sklerose, Wundstarrkrampf und das Fibromyalgie-Syndrom.

Diagnose und Verlauf

Entscheidend für die Diagnose eines Muskelkrampfs ist, wo genau und wie die Beschwerden auftreten. Der Arzt benötigt eine genaue Beschreibung, auch hinsichtlich des zeitlichen Auftretens und der Intensität der Krämpfe. Daraufhin wird er eine gründliche körperliche Untersuchung und ggf. eine Blutuntersuchung vornehmen. Dadurch kann er den Elektrolytgehalt bestimmen, der bei Krämpfen von Skelettmuskeln auffällig sein kann.

Bei kolikartigen Muskelkrämpfen, kann ein Hohlorgan betroffen sein, wie z.B. der Darm oder die Nieren. In diesen Fällen wird der Arzt einen Ultraschall des Bauchraums vornehmen und auf mögliche Darmgeräusche achten. Je nach Verdachtsdiagnose können weitere Untersuchungen folgen. Dazu gehört z.B. ein EEG (Elektroenzephalogramm), eine Punktion des Hirnwassers, ein CT (Computertomographie) oder eine Röntgenuntersuchung.

Die langanhaltende Muskelkontraktion (Muskelkrampf) führt zu starken Muskelschmerzen, infolge dessen es zu Taubheitsgefühlen und Bewegungseinschränkungen kommen kann sowie zu einer Schwellung und Verhärtung des Muskels. Der Muskelkrampf ist in der Regel nur von kurzer Dauer (zwischen wenigen Sekunden und mehrere Minuten). Meist löst sich der Krampf von selbst, sobald sich die Muskulatur wieder entspannt hat. Die "Nachwehen" eines Muskelkrampfs können noch einige Zeit später in der betroffenen Muskulatur zu spüren sein.

Behandlung und Therapie

Ein einzelner Muskelkrampf, für den man zudem die Ursache in ungewohnter sportlicher Betätigung o.ä. ziemlich deutlich ausmachen kann, ist zwar unangenehm, aber nicht besorgniserregend.

Wiederholen sich Muskelkrämpfe allerdings regelmäßig oder häufig, dann sollte die Ursache ärztlich geklärt werden und es sollten, wenn möglich, schwerere Erkrankungen entweder ausgeschlossen oder behandelt werden.

Die Erste Hilfe bei einem Muskelkrampf besteht darin, den Muskel passiv zu dehnen. Das kann z.B. anfangs durch eine leichte Massage und dann vorsichtiges Anspannen der Gegenspieler des betroffenen Muskels geschehen.

Bei einem Muskelkrampf in der Wade hilft es, die Zehen aufzustellen, bzw. den Fuß auf und nieder zu bewegen. Auch Einreibungen helfen, den Muskelkrampf zu lösen.

Wer wiederholt unter Muskelkrämpfen zu leiden hat, der kann sich muskelentspannende Mittel in der Apotheke holen oder vom Arzt verschreiben lassen. Ein wirksames Naturmittel mit guten Ergebnissen ist das apothekenpflichtige Chininsulfat.

Sind die Muskelkrämpfe Folgen einer schwereren Erkrankung, dann bestimmt der Arzt die passende Behandlung und verschreibt schmerzlindernde und entkrampfende Medikamente.



Vorbeugung

Man kann aber auch selbst vorbeugend einiges tun, um einen Muskelkrampf zu vermeiden:

Bei sportlichen Aktivitäten gilt es, genügend zu trinken, sich nicht zu überschätzen und zu überfordern, nicht bis zur völligen Erschöpfung zu arbeiten oder zu trainieren und passende Bekleidung zu tragen. Im Alltag kann man zu enge Schuhe und Strümpfe meiden und ebenso starkes Schwitzen und extreme Erschöpfung.

Außerdem ist es günstig, darauf zu achten, dass sich der Mineralhaushalt im Gleichgewicht befindet und kein Mangel vorliegt. Schüssler-Salze sind hier ein sehr geeignetes Mittel. Und zu guter Letzt gibt es für die, die zum Muskelkrampf neigen, gymnastische Übungen, die regelmäßig durchgeführt werden können.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Flo kommentierte am 30.04.2015 um 15:52 Uhr

Ich, weiblich, 62 Jahre, etwas übergewichtig, leide an immer wiederkehrenden Muskelkrämpfen in den Oberschenkeln. Magnesium wird vom Körper ausgeschieden und verursacht Kopfschmerzen. Chinin hilft auch nicht mehr. Was kann ich tun? Laut einer Blutuntersuchung ist alles in Ordnung. Ich leide unter Krämpfen beim Schwimmen, Biken etc. Das zehrt an der Physis.

franky kommentierte am 21.07.2015 um 17:35 Uhr

Ich habe in sämtlichen Skelettmuskeln Krämpfe. Sie treten auf, wenn ich den Muskel anspanne und verschwinden sofort wieder, wenn ich die Gegenbewegung mache. Es sind alle Muskeln vom Fuß (beim Stiefel anziehen) bis zum Kiefer und Oberarm (Haare waschen) betroffen. Beim Oberarm tritt der Krampf in letzter Zeit schon auf, wenn ich den Oberarm lediglich, ohne Anspannen der Muskeln, beuge. Beim Neurologen war ich schon und das EMG ist grenzwertig. Diese Beschwerden habe ich seit ca. 4 Jahren, sie werden aber immer schlimmer. Das Fibromyalgiesyndrom könnte zutreffen, aber in Österreich wird das sehr differenziert beurteilt. Weiß jemand Rat?

Regina kommentierte am 20.12.2015 um 19:09 Uhr

Habe seit mehreren Jahren Muskelkrämpfe, zuerst in den Waden, dann im linken Oberarm, jetzt in den Oberschenkeln. Hatte schmerzhafte Anfälle mit Ohnmacht und erst Tage später verschwanden die Schmerzen allmählich. Auch die prophylaktische Einnahme von Magnesium hilft nicht. Neurologisch ist angeblich alles in Ordnung, übermäßigen Sport betreibe ich nicht. Ich habe das Gefühl, dass mein Hausarzt der Sache keine große Bedeutung beimisst. Was soll ich tun?