Knochenschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. August 2015
Gesundpedia.deSymptome Knochenschmerzen

Knochenschmerzen sind Schmerzen des Knochengewebes. Sie treten als Folge einer Vielzahl von Krankheiten oder physikalischen Bedingungen auf und können die Lebensqualität betroffener Patienten stark beeinträchtigen. Die Ursachen von Knochenschmerzen reichen von physischen Stress bis hin zu schweren Krankheiten wie Krebs.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Knochenschmerzen?

Knochenschmerzen sind tiefe somatische Schmerzen, die oft als peinigend erlebt werden, da der Schmerz von den Betroffenen nicht genau lokalisiert werden kann. Das Knochengewebe ist mit sensorischen Neuronen innerviert, die sich in unterschiedlichen Abschnitten befinden.

Eine Stimulation dieser spezialisierten, schmerzempfindlichen Nervenfasern (Nozizeptoren) löst Knochenschmerzen aus. Das Knochengewebe wird sowohl von myelinisierten (A beta und A-delta Fasern) als auch unmyelinierten (C-Fasern) sensorischen Neuronen innerviert.

In kombinierter Reizung können sie einen Schmerzimpuls auslösen, der infolge der Schmerzdurchleitung durch die schnelleren myelinisierten Fasern zunächst als scharfer stechender Schmerz dann bei Durchleitung durch die marklosen Fasern als anhaltener, dumpfer Knochenschmerz wahrgenommen wird.

Ursachen

Zahlreiche Krankheiten einschließlich Osteoarthritis, Morbus Paget, Sichelzellenanämie und Knochenkrebs verursachen Knochenschmerzen. Die jeweiligen Krankheitsverläufe, körperliche Belastung oder physischer Stress mit Auswirkungen auf die Funktionalität von Gefäß-, Muskel- und Nervengewebe können zu einer Schädigung des umliegendenden Knochengewebes und einer Aktivierung der Nozizeptoren führen.

Zu den möglichen Ursachen von Knochenschmerzen zählen insbesondere Knochenkrebs (primär maglin), verminderte Durchblutung des Knochengewebes aufgrund von Krankheiten wie Sichelzellenanämie, Traumta infolge von Verletzungen, Knochenentzündungen (Osteomyelitis), Überbeanspruchung, beispielsweise infolge von Übergewicht, mangelnde Mineralstoffversorgung, z.B. infolge von Osteoporose sowie Krebs, der bis auf die Knochen Metastasen gebildet hat

Ebenfalls kann eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis), Fibromyalgie, Hypermobilität, septische Arthritis, juvenile rheumatoide Arthritis, Gichtarthritis, Lyme-Borreliose und Synovitis verantwortlich für die Schmerzen sein.

Viruserkrankungen wie Grippe, Masern, Windpocken, Mononukleose und Mumps lösen insbesondere bei Kindern auftretende und andauernde Knochenschmerzen aus. Sind Knochenschmerzen bei Kindern nicht auf Wachstumsbeschwerden zurück zu führen, sollten diese dringend ärztlich abgeklärt werden, da sie auf schwerwiegendere Erkrankungen deuten können.

Krankheiten

  • Knochenkrebs (primär maglin)

Diagnose und Verlauf

Um lebensbedrohliche Erkrankungen wie Knochenkrebs rechtzeitig zu erkennen, ist eine frühe Diagnose erforderlich. Mitunter können Knochenschmerzen infolge plötzlicher Verletzungen bereits durch schwerere Grunderkrankungen verursacht sein. Die physikalische Prüfung ist eine der häufigsten angewandten diagnostischen Verfahren zum Nachweis Knochenschmerzen verursachender Knochenanomalien, ergänzt durch eine umfangreiche Anamnese.

Andere üblicherweise verwendete diagnostische Techniken sind Röntgenuntersuchungen, Knochenscans, Blutuntersuchungen (Blutbild), Computertomographie, Magnetresonanztomographie (MRT), Urinuntersuchungen sowie Untersuchungen des Hormonspiegels, der Nebenniere und der Hypophyse. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, den Schmerz von anderen ähnlichen Zuständen zu unterscheiden.

Oft ist eine Diagnose sehr schwierig, da viele Erkrankungen ähnliche Symptome wie die der Knochenschmerzen verursachen. Die Symptome von Knochenschmerzen sind zumeist abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand. Sie reichen von einer Empfindlichkeit des betroffenen Knochenabschnittes, anfänglichen Taubheitsgefühlen, eingeschränkter Bewegungsfähigkeit, Rötungen und Schwellungen bis hin zu pulsierenden Knochenschmerzen mit einer Versteifung des betreffenen Areals.

Behandlung und Therapie

Einige zu Knochenschmerzen führende Erkrankungen, können zu schweren Komplikationen führen, wenn sie unbehandelt bleiben. Die Behandlung von Knochenschmerzen erfolgt daher in Kombination mit der Heilung ursächlicher Erkrankungen. Verschiedene Faktoren, wie das Alter und die allgemeine Gesundheit des Patienten, bestimmen jedoch das Behandlungsergebnis.

Die beste Versorgung durch Verletzungen verursachter Knochenschmerzen beinhaltet viel Ruhe, Kühlung des betroffenen Bereiches und unter Umständen regelmäßige Bewegung. Physiotherapeutische Maßnahmen kommen beispielsweise bei Erkrankungen wie Bursitis zum Einsatz. Oft werden Anästhetika zur Verringerung der Knochenschmerzen eingesetzt, teilweise direkt innerhalb des betroffenen Knochens.

Zur Schmerztherapie wird Patienten mit metastasierenden Knochenerkrankungen eine niedrig dosierte Strahlentherapie verabreicht. Die Strahlentherapie nutzt radioaktive Isotope und andere atomare Teilchen, um die DNA erkrankter Zellen zu schädigen, was zum Zelltod führt. Für die Behandlung anderer Knochenerkrankungen einschließlich Frakturen sind mitunter chirurgische Eingriffe notwendig. In diesem Zusammenhang kommen Analgetika zur Anwendung, um Knochenschmerzen zu verringern.

Knochenschmerzen aufgrund von Morbus Paget können mit Bisphosphonaten wie Alendronat (Fosamax) oder Wirkstoffen wie Ibuprofen behandelt werden. In schweren Fällen von Knochenschmerzen kommen zur Linderung Opioide zum Einsatz. Die wissenschaftliche Forschung testet derzeit Behandlungsmethoden mit Schwerpunkt auf biologischen Komponenten wie Cannabinoid-Rezeptoren auf ihre Wirksamkeit, die auf die Aktivierung der CB-1-Rezeptoren zielen.

Die Pflanzenheilkunde kann alternativ zur Behandlung von Knochenschmerzen hinzugezogen werden. Die in Beinwell enthaltenen Wirkstoffe wie Allantoin wurden bereits von Hildegard von Bingen bei Zellgewebsentzündungen verwendet. Calcium hypophosphoricum, Hekla Lava, Euphorbium, Calcium phosphoricum, Eupatorium purpureum oder Eupatorium perfoliatum sind bei Knochenschmerzen zum Einsatz kommende homöopatische Mittel.

Rezeptfreie Medikamente gegen Knochenschmerzen


Vorbeugung

Die Prävention von Knochenschmerzen ist vor allem auf die Vermeidung ursächlicher Erkrankungen gerichtet. Dies betrifft eine allgemein gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung einschließlich ausreichender körperlicher Bewegung, die den Knochen- und Halteapparat stabilisiert und Fehlhaltungen korrigiert.

Seelische Entspannung reduziert Stress und infolgedessen entstehende Muskelverspannungen, die die Haltung beeinflussen. Erste Anzeichen von Knochenschmerzen sollten unverzüglich ärztlich abgeklärt werden.

Bücher über Knochenschmerzen

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Knochenschmerzen?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Indra kommentierte am 21.10.2015 um 16:05 Uhr

Habe des öfteren am Morgen nach dem Aufstehen Muskel- oder Knochenschmerzen (ich kann es nicht genau unterscheiden). Was kann dahinter stecken? Nach Bewegung vergehen die Schmerzen nach einiger Zeit.