Handschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. März 2017
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Handschmerzen oder Schmerzen in der Hand umfassen die Hand-Innen- und Außenflächen, die Handgelenke und die Finger samt dem Daumen. Sie können zahlreiche Ursachen haben, die jeweils abzuklären sind.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Handschmerzen?

Definiert werden Handschmerzen als Schmerzen, die sich im Bereich der Finger, der Handflächen und der Handoberseite sowie an oder in den Handgelenken abspielen. Über die Ursache der Handschmerzen ist damit noch nichts ausgesagt. Außerdem können bei Handschmerzen die Muskeln, Sehnen, Blutgefäße und Bänder der Hand und des angrenzenden Armes als Verursacher betroffen sein.

Ob es sich bei Handschmerzen um einen Gelenkschaden, eine Verletzung, ausstrahlende Schmerzen vom Tennisellenbogen, um Nervenschädigungen, Gicht oder schlichte Abnutzungserscheinungen handelt, ist zu ermitteln.

Ursachen

Handschmerzen können durch verschiedenste Ursachen hervorgerufen werden. Brüche am Handgelenk, am Mittelhandknochen oder an den Fingergelenken treten als akute Handschmerzen in Erscheinung. Diese Handschmerzen kann man meist leicht auf eine Ursache zurückführen. Auch Fehlbelastungen oder eine fortschreitende Arthrose an Gelenken können Handschmerzen auslösen. Unsere Hände sind für die meisten Tätigkeiten erforderlich.

Bei Handschmerzen können Rheuma, Osteoporose oder Gicht im Spiel sein. Es kann sich aber auch um sportbedingte Sehnen-, Bänder- oder Gelenkverletzungen handeln. Muskelprobleme oder Nervenschäden sind nicht selten die Ursache von schlimmer werdenden Handschmerzen. Auch Durchblutungsschäden können auf überlastungsbedingte Handschmerzen hinweisen.

Berufsbedingte Handschmerzen bei Sportlern, Bürosachbearbeitern oder Sekretärinnen kommen häufig vor. Zu Handschmerzen kann es aber auch kommen, wenn eine Hand lange ruhig gestellt war. Verstauchungen der Hand kommen relativ häufig vor. Arthritis und Sehnenscheidenentzündungen sind oft die Ursache von akuten Handschmerzen.

Ganglien, die Sudeckkrankheit, Tumore und Thrombosen in der Hand oder Osteoporose können zu Handschmerzen führen. Handschmerzen können auch durch verschiedene Engpasssyndrome ausgelöst werden. Ein Beispiel für solche Handschmerzen ist das Karpaltunnelsyndrom, das durch Taubheit im Arm und Handgelenksschmerzen angezeigt wird. Seltener kommt es zu Muskelfaserverletzungen als Ursache von Handschmerzen. Weniger selten ist es, dass Handschmerzen ausstrahlen und die eigentliche Ursache im Arm oder der Schulterregion liegt.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Handschmerzen stellen sich häufig nach Phasen einer starken Belastung oder Überarbeitung ein. In den meisten Fällen genügt es, wenn die Hand ausreichend Ruhe und Schonung erhält. Bleibt der Schmerz über einige Tage oder Wochen konstant, ist ein Arzt aufzusuchen. Ein schleichender Schmerz, der über einen langen Zeitraum stetig an Intensität zunimmt, muss von einem Arzt abgeklärt werden. Dahinter können sich chronische Erkrankungen wie Rheuma, Gicht oder eine Arthritis verbergen.

Bei einem Schmerz, der nach einem Unfall oder sportlichen Aktivitäten bemerkt wird, ist ein Arzt aufzusuchen. Prellungen, Kapselrisse oder Verletzungen an den Bändern, Sehnen oder dem Knochen sind mögliche Ursachen, die untersucht werden müssen.

Führen die Handschmerzen zu einer Beeinträchtigung bei der Ausführung alltäglicher Aktivitäten, ist ein Arzt zu konsultieren. Beschwerden, die beim Greifen von Gegenständen, Festhalten oder Öffnen der Tür eintreten, sind ungewöhnlich und müssen unverzüglich abgeklärt werden.

Treten die Schmerzen durch Temperatureinwirkung oder nach einer Berührung ein, liegt sehr wahrscheinlich eine Nervenentzündung vor. Um eine Ausbreitung zu verhindern, müssen die Beschwerden einem Arzt vorgestellt werden. Die Schmerzen können über die Schultern und den Arm in die Hand gelangen. Häufig handelt es sich um Muskelverspannungen im Nacken oder dem Schultergürtel.

Diagnose und Verlauf

Diagnose und Verlaufsprognose richten sich nach der Verursachung der Handschmerzen. Wenn Handschmerzen plötzlich und stark auftreten, ist ein Arzt hinzuzuziehen. Auch bei ungewöhnlichen Schwellungen oder Rötungen mit Hitzeentwicklung sollte ein Mediziner Untersuchungen über die Ursache der Handschmerzen vornehmen.

Zu diagnostischen Zwecken können Befragungen über typische Belastungssituationen oder vorgekommenen Unfällen dienen. Bewegungstests dienen ebenso wie Röntgenaufnahmen der Abklärung der Handschmerzen. Gegebenenfalls sind bei unklaren Handschmerzen auch Kernspintomografien oder neurologische Untersuchungen angezeigt.

Nicht so oft sind bei Handschmerzen Arthroskopien bzw. Gelenkpunktierungen nötig. Sie dienen dazu, die Ursache der Handschmerzen durch eine Innenschau an der schmerzenden Stelle zu ermitteln. Die modernen bildgebenden Verfahren sind so genau, dass sie bei Handschmerzen meist bessere Ergebnisse erbringen. Bei Handschmerzen werden je nach Lage der Dinge auch Blutuntersuchungen, Sonografien, Messungen der Nervenleitgeschwindigkeiten oder Überprüfungen des vegetativen Nervensystems vorgenommen.

Bei manchen Handschmerzen muss der Patient einen Kraftprüfungstest absolvieren. Bei anderen Handschmerzen werden bestimmte Handbewegungen auf ihre Machbarkeit getestet. Der Verlauf von Handschmerzen ist bei einer guten Therapie meist positiv. Es gibt allerdings auch chronische Handschmerzen, bei denen eine Therapie die Handschmerzen nur bedingt lindert.

Komplikationen

Handschmerzen haben verschiedenste Ursachen und darauf folgende Komplikationen. Zum Beispiel können sich im Inneren der Hohlhand Nerven und Gefäße im Sinne eines Karpaltunnelsyndroms verengen. Frühzeitig erkannt kann die Erkrankung schnell behandelt werden, die dann ohne Komplikationen abheilt. Ist der Nerv jedoch dauerhaft eingeklemmt, können die daraus folgenden Störungen chronisch bestehen. Es kommt zu Sensibilitätsstörungen und zu einer Schwäche der Muskeln, die Fingerbewegung und damit die Feinmotorik ist stark eingeschränkt. Dies schränkt die Lebensqualität stark ein.

Des Weiteren kann eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) zu entsprechenden Handschmerzen führen. Diese lässt sich ebenfalls gut behandeln, kann jedoch zu spät erkannt auch chronisch werden und zu einem RSI-Syndrom (RSI = Repetitive Strain Injury) führen. Es kommt zu Missempfindungen in der Hand sowie einer Muskelschwäche. Zudem versteifen meist die Gelenke, so dass die Bewegung zusätzlich eingeschränkt wird.

Auch Gelenkentzündungen (Arthritis) oder Gelenkverschleiß (Arthrose) meist im Bereich des Daumengelenks führen zu Handschmerzen. Durch den ständigen Abrieb des Gelenkknorpels wird hierbei eine entsprechende Entzündungsreaktion in Gang gesetzt. Das Daumengelenk schwillt an und errötet. Es kommt im weiteren Verlauf zum Freisetzen des Knochens, welcher zusätzliche Schmerzen verursacht. Die Gelenke können deformieren und die Bewegung wird stark eingeschränkt. So ähnlich verläuft dies auch bei der Gicht. Gichtkristalle können neben den Gelenken auch in der Nieren abgelagert werden. Daraus können dann Harnsteine entstehen, die in ein Nierenversagen enden können.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Handschmerzen kann in einer vorübergehenden Belastungsminderung, beispielsweise bei Sehnenscheidenentzündungen, bestehen. Man kann bei solchen Handschmerzen eine längerfristige Ruhigstellung über Gipsschienen oder orthopädische Stützbandagen erwägen. Akute Handschmerzen, die man auf Überanstrengung zurückführen kann, sind oft auch selbst mit entzündungs- und schmerzstillenden Salben zu behandeln.

Auf ärztliche Verordnung kommen bei Handschmerzen gelegentlich Kortisonpräparate zur Anwendung. Krankengymnasten und Physiotherapeuten können bestimmte Handschmerzen mit Wärmeanwendungen oder Kältetherapie behandeln. Gelegentlich hilft Muskeltraining bei Handschmerzen, beispielsweise wenn nach längerer Ruhigstellung Muskelkraft verloren ging.

Elektro- oder Ultraschalltherapien können bei bestimmten Formen von Handschmerzen eingesetzt werden. Bei chronischen, rheumatischen oder bruchbedingten Handschmerzen können Schmerzmittel verordnet werden. Handschmerzen, die durch einen Bruch oder ein Engpass-Syndrom ausgelöst wurden, müssen oft operiert werden.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung gegen Handschmerzen hilft es, die Hand vor einseitigen Tätigkeiten - beispielsweise am Computer - zu bewahren oder Gegenmaßnahmen zu installieren. Dies ist aber aus beruflichen Gründen oft nicht möglich. Auch Berufstennisspieler oder Weltklasseschwimmer müssen daher Handtraining absolvieren, um Handschmerzen durch Überlastung oder einseitige Belastung zu vermeiden.

Gegen Abnutzungserscheinungen als Auslöser von Handschmerzen kann man im fortschreitenden Alter nur wenig tun. Die Neigung zu Rheuma ist vererbt. Nur gichtbedingten Handschmerzen könnte man durch eine purinarme Ernährung vorbeugen.

Osteoporose kann mit einer kalziumreichen Kost zumindest im Verlauf abgemildert werden. Die Meidung gefährlicher oder stark die Hände belastender Sportarten ist die beste Maßnahme gegen Handschmerzen aufgrund von Brüchen, Zerrungen oder Verstauchungen.

Bücher über Handschmerzen

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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