Erhöhter Puls

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Mai 2017
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Bei einem erhöhten Puls ist die Frequenz des Herzens gesteigert. Das Herz schlägt mit einer zu hohen Geschwindigkeit. Grundsätzlich hängt der optimale Ruhepuls einer Person in erster Linie vom Alter ab. Er liegt bei gesunden Erwachsenen zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Eine Tachykardie wird erst ab 100 Schlägen pro Minute diagnostiziert. Jedoch stellt bereits ein leicht erhöhter Puls ein Risiko für die Gesundheit dar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist erhöhter Puls?

Bei einem erhöhten Puls handelt es sich im überwiegenden Teil der Fälle um ein eigenes Krankheitsbild, das einer Therapie bedarf. Selbst für vollkommen gesunde Personen birgt ein erhöhter Puls erhebliche Gefahren für die Gesundheit. Denn auch sportliche Menschen erkranken in Verbindung mit einem erhöhten Puls häufiger an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Grundsätzlich unterscheidet sich der individuelle Puls von Mensch zu Mensch. Einige Personen haben von Natur aus einen leicht erhöhten Puls, auch wenn sie ansonsten fit sind. Darüber hinaus existieren zahlreiche verschiedene Ursachen für einen erhöhten Puls. Prinzipiell ist ein dauerhaft erhöhter Puls einem Arzt vorzustellen, um eventuelle Krankheitsursachen zu behandeln. Jedoch liegt bei einem erhöhten Puls nicht in jedem Fall eine Erkrankung vor.

Ursachen

Ein erhöhter Puls steht nicht grundsätzlich mit einer Erkrankung im Zusammenhang. Denn auch Gefühle, wie zum Beispiel Angst, Aufregung oder Stress, steigern mitunter den Puls. In der Regel erhöht sich der Puls durch Emotionen jedoch nur vorübergehend. Auch körperliche Aktivität führt zu einer Erhöhung des Pulses. Im überwiegenden Teil der Fälle liegt der Ursprung des erhöhten Pulses im Herzen. Die Herzmuskelzellen ziehen sich zusammen und regeln dadurch die Frequenz des Herzens. Bestimmte Bereiche des Herzens fungieren dabei als Schrittmacher, etwa der Sinusknoten. Dieser befindet sich im Inneren des rechten Vorhofs und beeinflusst die Zahl der Herzschläge. Bei einer verringerten Durchblutung des Herzens oder Beschwerden am Sinusknoten sind in einigen Fällen erhöhte Herzfrequenzen und damit ein gesteigerter Puls die Folge.

Ist der Puls erhöht, ist die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigt. Die Versorgung des Blutes mit Sauerstoff ist unzureichend. Aus diesem Grund sind Beschwerden wie Übelkeit, Schwindelanfälle oder Benommenheitszustände möglich. Selten kommt es zu einer kurzzeitigen Ohnmacht. Einige Patienten, die unter einem erhöhten Puls leiden, klagen über Schwächeanfälle oder Kurzatmigkeit. Darüber hinaus zeigt sich in einigen Fällen ein Flattern in der Brust oder die Personen klagen über Herzstolpern. Auch kommt es unter Umständen zu Herzrasen. Entsprechende Symptome geben Anlass zur Konsultation eines Arztes.

Neben Störungen des Sinusknotens beeinflussen auch andere Faktoren die Frequenz des Herzens. Der Sinusknoten gibt zum Beispiel bei Stress oder Fieber einen zu hohen Takt vor. Der entsprechende Befund wird als Sinustachykardie bezeichnet. Diese Diagnose wird dann gestellt, wenn das Herz pro Minute mehr als 100 Mal schlägt. Auch das sogenannte Vorhofflattern hat seinen Ursprung in den Vorhöfen. Im Rahmen dieser Erkrankung kommt es zu Störungen der elektrischen Stimulation. Aus diesem Grund flattern die Muskeln in den Vorhöfen des Herzens. In diesem Fall zeigt sich jedoch nicht ausschließlich ein erhöhter Puls, sondern in erster Linie ein unregelmäßiger Herzschlag. Ein Vorhofflattern bleibt in einigen Fällen vollkommen unbemerkt und ist nicht grundsätzlich lebensbedrohlich.

Einige Arzneimittel, beispielsweise Wehenhemmer, führen zu einem erhöhten Puls. Dieser normalisiert sich in der Regel nach Absetzen des Präparats wieder. Auch der übermäßige Konsum von Nikotin, Koffein und aufputschenden Getränken hat unter Umständen einen erhöhten Puls zur Folge. Findet sich jedoch keine unmittelbare Ursache, wird der Zustand als essenzieller hoher Puls bezeichnet. Darüber hinaus gehen einige Erkrankungen mit einem erhöhten Puls einher. Dazu zählen zum Beispiel Fieber und Infektionen, Herzmuskelentzündung, Überfunktion der Schilddrüse, Herzschwäche und Herz-Kreislauf-Erkrankungen generell.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Nicht immer hat ein erhöhter Puls einen hohen Krankheitswert. Sport und andere körperliche Aktivitäten, doch auch Emotionen wie Freude oder Angst erhöhen den Herzschlag kurzfristig. Ein erhöhter Puls ist ein Grund für einen Arztbesuch, wenn er dauerhaft oder in Schüben auftritt und im Verlauf mit weiteren Symptomen wie Kurzatmigkeit und Druck auf der Brust einhergeht. Bei Atemnot und Brustschmerzen sollte ein Notarzt alarmiert werden.

Erhöhter Puls bei Kindern, geschwächten Menschen, Senioren und Schwangeren ist generell ein Warnzeichen – ein Arzt kann die möglichen Ursachen abklären und die Beschwerden durch verschiedene Maßnahmen reduzieren.

Auch sollte ein Arzt eingeschaltet werden, wenn der hohe Puls sich auf die psychische und physische Verfassung auswirkt. So kann ein erhöhter Herzschlag das Herzkreislaufsystem übermäßig belasten und unter anderem die Schlafqualität und bei längerem Bestehen auch die generelle Lebensqualität vermindern. Betroffene sollten einen erhöhten Puls also generell von einem Arzt abklären lassen, insofern die Ursachen nicht bekannt sind. Ein erhöhter Puls vor Stresssituationen sollte mit einem Psychotherapeuten besprochen werden.

Diagnose und Verlauf

Da zahlreiche unterschiedliche Faktoren einen temporären Einfluss auf den Puls nehmen, gestaltet sich die Diagnose eines dauerhaft erhöhten Pulses mitunter schwierig. Erfahrungswerte weisen darauf hin, dass eine Messung des Pulses direkt nach dem Aufwachen die verlässlichsten Ergebnisse liefert. Dadurch lässt sich der Verdacht auf das Vorliegen eines hohen Pulses erhärten. Im Rahmen der Stellung der Diagnose untersucht der behandelnde Arzt zuerst die Krankengeschichte der betroffenen Person. Dabei erörtert er die individuellen Lebensgewohnheiten sowie den Konsum von Arznei- und Genussmitteln. Schließlich werden ein Ruhe- und Belastungs-EKG durchgeführt. Auch ein 24-Stunden-EKG ist in einigen Fällen angebracht.

Komplikationen

Ein hoher Puls (Tachykardie) kann aufgrund verschiedenen Ursachen entstehen, die auch verschiedene Komplikationen tragen können. Aber auch beim Sport entsteht immer eine Erhöhung des Pulses, diese legen sich aber in der Ruhephase aber wieder ohne weitere Folgen mit sich zu ziehen. Allgemein können neben dem erhöhten Puls auch Schwindel auftreten oder Panikattacken. Meist sind Herzrhythmusstörungen Ursache für eine Tachykardie.

Ist ein Vorhofflimmern Ursache für den hohen Puls, so können typische Folgen entstehen. Der Blutfluss wird nämlich gestört und das Blut bleibt regelrecht im Vorhof stehen. Dies begünstigt eine Gerinnung des Blutes im Vorhof. Das Blutgerinnsel, das entsteht, kann sich von der Wand lösen und dann weiter mit dem Blutstrom verschleppt werden. Es kann dadurch die Lungenarterien verstopfen und eine Lungenembolie auslösen. Der Betroffene leidet sowohl unter Atemnot als auch unter starken Brustschmerzen. Daneben kann das Blutgerinnsel auch in Richtung Kopf transportiert werden und einen Schlaganfall hervorrufen. Die Symptomatik richtet sich je nach Lokalisation des verstopften Gefäßes.

Beim Kammerflimmern kann es schnell unbehandelt in einen Herzinfarkt enden oder sogar in den schlimmsten Fällen zum unmittelbaren Herztod. Beispielsweise kann ein erhöhter Puls auch bei einer Infektion entstehen. Die Infektion, durch verschiedene Erreger ausgelöst, kann sich unbehandelt in den schlimmsten Fällen über den ganzen Organismus ausbreiten und so zu einer lebensgefährlichen Komplikation der Sepsis führen.

Behandlung und Therapie

Die Therapie eines erhöhten Pulses ist teilweise schwierig, da nicht in jedem Fall die tatsächliche Ursache gefunden wird. Der erste Schritt besteht in der Regel in einer medikamentösen Behandlung des erhöhten Pulses. Auf diese Weise wird der Herzmuskel entlastet. Leidet die betroffene Person zur gleichen Zeit an einem erhöhten Blutdruck, empfiehlt sich die Verschreibung eines Betablockers. Dieser führt zur Blockade der Adrenalin-Rezeptoren in den Herzmuskelzellen. In der Folge reduziert sich das Stressniveau und der Herzschlag verlangsamt sich. Langfristig ist es das Ziel, die zu Grunde liegenden Ursachen ausfindig zu machen. Oftmals besteht eine Verbindung zum Lebensstil des Patienten.



Vorbeugung

In den meisten Fällen zeigt sich ein Zusammenhang zwischen dem erhöhten Puls und den individuellen Lebensgewohnheiten des betroffenen Patienten. Aus diesem Grund setzen Maßnahmen zu Vorbeugung eines zu hohen Pulses in erster Linie am Lebensstil an. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger körperlicher Bewegung fördert die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Auf diese Weise lässt sich einem erhöhten Puls relativ effektiv vorbeugen.

Spezielle Sportarten zur Förderung der Herzgesundheit helfen, das Herz lange fit zu halten und wirken sich in der Regel positiv auf den Puls aus. Jedoch lässt sich einem erhöhten Puls nicht in jedem Fall wirksam vorbeugen, etwa wenn die hohe Herzfrequenz angeboren ist. In diesem Fall helfen vor allem spezielle Sportarten, den dauerhaft erhöhten Puls zum Teil zu senken.

Bücher über Herz-Kreislauf-Training

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin, Gerd Herold, 1. Auflage, 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004
  • Kindermann, W., et al.: Sportkardiologie. Steinkopff, Darmstadt 2007
  • Bieber, C. et al.: Duale Reihe Innere Medizin, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2012
  • Böhm M, Hallek M, Schmiegel W (Hrsg): Innere Medizin, begr. von Classen M, Diehl V, Kochsiek K, 6. Auflage, München Elsevier Urban & Fischer Verlag 2009

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