Herzschrittmacher

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 14. Juli 2016
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Als Herzschrittmacher wird ein medizinisches Gerät bezeichnet, mit dessen Hilfe elektronische Impulse ausgestrahlt werden, um den Herztakt positiv zu beeinflussen. Zu diesem Zweck erfolgt das Einsetzen des Instruments in den menschlichen Brustkorb.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Herzschrittmacher?

Ein Herzschrittmacher sorgt dafür, dass Menschen, die unter Bradykardie, dem Unterschreiten der üblichen physiologischen Herzfrequenz, leiden, eine stabile Herzfrequenz erhalten. Durch das elektronische Gerät ist es möglich, den Herzmuskel via Stromstoß zu reizen. Das Implantieren eines Herzschrittmachers kann bei einigen Menschen vorübergehend erforderlich sein. Bei anderen Patienten muss das Gerät sogar dauerhaft im Körper verbleiben.

Nach dem Einsetzen des Herzschrittmachers unter das rechte Schlüsselbein oder den Brustmuskel schlägt das erkrankte Herz wieder im richtigen Takt. Ausgestattet ist das Instrument mit zwei länglichen Elektroden. Über die große Vene erstrecken sie sich bis ins Herz. An dieser Stelle wird von ihnen die Herzmuskelaktivität registriert. Kommt es zu einem unregelmäßigen Herzschlag, wird ein elektrischer Impuls abgegeben, der den Herzrhythmus wieder in normale Bahnen lenkt.

Moderne Herzschrittmacher sind mittlerweile sogar in der Lage, die normalen Herzaktivitäten zu erkennen. Erst, wenn Unregelmäßigkeiten zu verzeichnen sind, greift der Herzschrittmacher ein. Die Batterie des Herzschrittmachers besteht in der Regel aus Lithium. Je nachdem, wie aktiv der Träger ist, kann das Gerät eine Lebensdauer von rund 15 Jahren erzielen. Nach dieser Frist wird der Herzschrittmacher ausgetauscht.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete des Herzschrittmachers:

Allein in Deutschland werden Jahr für Jahr rund 70.000 Herzschrittmacher eingesetzt. Das Gerät dient zur Behandlung von Personen, die einen zu langsamen Herzschlag aufweisen oder bei denen es zu zeitweiligen Aussetzern kommt. Die Störung befindet sich entweder im Sinusknoten, der als Taktgeber des Herzens fungiert, oder beim Weiterleiten der Herzerregung.

Bei manchen Erkrankungen ist ein vorübergehendes Tragen des Herzschrittmachers sinnvoll. Dazu zählen akute Herzrhythmus-störungen wie Überleitungsstörungen mit Bradykardie, ein kardiogener Schock sowie Pflanzenvergiftungen durch Digitalis (Fingerhut) oder Arzneimittel, die ähnlich wirken. Als zwingender Grund für das Tragen eines Herzschrittmachers gilt das Erkranken des Sinusknoten, der den natürlichen Herzschrittmacher darstellt. Dabei kann ein verlangsamter Herzschlag bei den betroffenen Personen Beschwerden zur Folge haben.

Weitere Anwendungsgebiete eines Herzschrittmachers sind schnelle und langsame Herzrhythmusstörungen, die kombiniert auftreten, der unzureichende Anstieg des Pulses, das Karotis-Sinus-Syndrom, Störungen der Erregungsüberleitung zwischen Herzkammer und Herzvorhof, Blockaden in der Herzkammer sowie ein unregelmäßiger langsamer Herzschlag, der mit verminderter Leistung einhergeht. In manchen Fällen kann der Einsatz eines Herzschrittmachers auch nötig sein, wenn es im Rahmen eines Herzinfarktes zu Schädigungen der Herz-Reizleitungszellen kommt. Gelegentlich wird auf einen Herzschrittmacher auch während einer Bypass-Operation zurückgegriffen.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Zu unterscheiden ist bei einem Herzschrittmacher zwischen einem dauerhaften Herzschrittmacher, einem transkutanen Herzschrittmacher sowie einem transvenösen Gerät. Der dauerhafte Herzschrittmacher wird im Rahmen eines Eingriffs in einer subkutanen Tasche im Schlüsselbein des Patienten eingesetzt. Dabei erfolgt eine Verbindung mit Sonden, die intrakardial liegen. Bei seiner Funktion wird die Frequenz des Herzschrittmachers durch die Abgabe von Impulsen kontrolliert. Bei Eigenimpulsen, die vom Herz ausgehen, findet jedoch eine Hemmung der Herzschrittmacher-Impulsabgabe statt, was als Inhibition bezeichnet wird.

Eine andere Betriebsfunktion ist die Triggerung, bei der vom Herzschrittmacher dauerhaft Impulse abgegeben werden, selbst wenn es zu es Eigenaktionen des Herzens kommt. Die Eigenaktionen werden jedoch nicht behindert. Ein transkutaner Herzschrittmacher wird nur für wenige Tage eingesetzt und soll eine Bradykardie bis zur Implantation des dauerhaften Gerätes überbrücken. Bei einem transvenösen Herzschrittmacher gelangt mit einem zentralen Venenkatheter eine Elektrode bis zum Herz und nimmt dort die Stimulation des Herzmuskels vor.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Schon einige Tage, bevor das Implantieren des Herzschrittmachers stattfindet, müssen vom Patienten Arzneimittel mit blutverdünnender Wirkung abgesetzt werden. Auch die Einnahme von anderen Medikamenten ist mit dem Arzt abzuklären. Für den Fall, dass eine Vollnarkose erfolgt, darf der Patient sechs Stunden zuvor nichts mehr zu sich nehmen und nicht rauchen. Im Anschluss an die Herzschrittmacher-Implantation wird der Patient noch einige Zeit beobachtet. Da nach einer Vollnarkose kein Fahrzeug geführt werden darf, sollte sich der Patient nach Hause bringen und dort betreuen lassen. Um eine Lockerung der Elektroden zu vermeiden, sind einige Tage Schonung sinnvoll.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

In der Regel erhält der Patient während einer Herzschrittmacher-Implantation keine Narkose, sodass er während der Operation wach ist. Allerdings erfolgt eine lokale Betäubung von Haut und angrenzendem Gewebe. Auf diese Weise bemerkt der Patient beim Eingriff keinerlei Schmerzen. Erster Schritt der Implantation ist das Desinfizieren des zu behandelnden Hautbereichs. Danach nimmt der Chirurg einen Hautschnitt von fünf bis sechs Zentimetern Länge unter dem Schlüsselbein vor.

Die Vena cephalica, die an dieser Stelle verläuft, wird freigelegt und geöffnet. Über die Öffnung werden die Elektroden des Herzschrittmachers in das Blutgefäß eingelassen und in Position gebracht, was mithilfe einer Röntgenkontrolle stattfindet. Nach dem Befestigen der Elektroden wird vom Operateur eine Art Tasche für den Schrittmacher geformt. Sie lässt sich unterhalb des Brustmuskels oder unter der Haut anlegen.

Ist der Herzschrittmacher mit myokardialen Elektroden versehen, werden diese auf den Herzmuskel aufgenäht. Zu diesem Zweck muss unter Vollnarkose der Brustkorb des Patienten geöffnet werden. Dieses seltene Schrittmacherverfahren gelangt bei schwerer Herzinsuffizienz zur Anwendung. Zum Ende der Herzschrittmacher-Implantation wird die Haut mit einer Naht verschlossen. Den Abschluss des Eingriffs bildet das Anlegen eines sterilen Verbands. Insgesamt nimmt die Operation zwischen 30 und 60 Minuten in Anspruch.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für das Einsetzen eines Herzschrittmachers werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. So handelt es sich dabei um eine medizinisch notwendige Operation.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Normalerweise kommt es beim Einsetzen eines Herzschrittmachers nur selten zu Komplikationen. In manchen Fällen können allerdings Probleme wie eine unzureichende Herzschrittmacherfunktion, Blutungen, ein Fremdkörpergefühl, das Verrutschen der Elektroden oder eine fehlende Verbindung zwischen Herzschrittmacher und Elektroden bestehen. Weitere denkbare Nebeneffekte sind Infektionen, ein Schluckauf oder Verletzungen an Herz und Lunge. Zeigen sich die Herzbeschwerden nach der Implantation erneut, muss die Funktion des Herzschrittmachers überprüft werden.

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