Brechreiz beim Husten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Brechreiz beim Husten

Bei einem Infekt der Atemwege kommt es häufig zu Hustenanfällen. Manchmal sind sie so stark, dass sie einen Brechreiz beim Husten oder ein Erbrechen auslösen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Brechreiz beim Husten?

Manche kennen das Gefühl vom Brechreiz beim Husten. Ein Husten gehört zu den unwillkürlich gesteuerten Körperreflexen bei verschiedenen Erkrankungen. Feine Sinneszellen der Atemwege im Kehlkopf, Rachen und in den Bronchien haben die Aufgabe, Krankheitserreger aus dem Körper hinauszubefördern. Um das zu gewährleisten, zieht sich das Zwerchfell reflexartig zusammen mit Bauch- und Rückenmuskulatur zusammen und löst einen Hustenanfall aus. Bei starken Hustenanfällen kann es durch die Überreizung zum Brechreiz kommen.

Ursachen

Husten mit Brechreiz ist meistens ein Symptom von Erkältungskrankheiten. Meistens stellt sich der Brechreiz ein, wenn zäher, festsitzender Schleim sich nicht richtig löst und anhaltende Hustenanfälle provoziert, die dann den Brechreiz auslösen. Bei grippalen Erkrankungen und Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündung, Bronchitis kommt das häufig vor.

Beim Keuchhusten kann es über mehrere Wochen immer wieder zu quälenden Hustenanfällen mit Brechreiz kommen. Sie ist das Hauptsymptom dieser Krankheit. Husten mit Brechreiz kann darüber hinaus durch eine Allergie ausgelöst werden, wenn die Atemwege durch Auslöser wie z. B. Tierhaare oder andere Stoffe gereizt werden. Auch eine Herzerkrankung wie ein Herzinfarkt kann sich durch einen Husten bemerkbar machen.

Eine weitere Ursache außerhalb der Atemwege kann eine Refluxerkrankung (Sodbrennen) sein, bei der aufgrund einer angeborenen Schwäche des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen oder durch einen Zwerchfellbruch Speisebrei, vermischt mit Magensäure, vom Magen in die Speiseröhre zurückfließt und dort ein Brennen in der Speiseröhre auslöst. Durch das Brennen in der Speiseröhre kann es zu einem Reizhusten kommen, der durch die Überreizung der ohnehin schon gereizten Schleimhäute einen Brechreiz verursachen kann.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Ein Husten mit Brechreiz gehört besser in die Hände eines Arztes, sich zunächst nach dem Auftreten der Hustenanfälle, der Häufigkeit, anderen Erkältungs- oder Grippesymptomen, ggf. nach Vorerkrankungen und familiären Erkrankungen erkundigt. Anschließend hört er mit dem Stethoskop Herz und Lunge ab, klopft die Lunge ab und stellt fest, ob ungewöhnliche krankhafte Atemgeräusche zu hören sind, die weiter abgeklärt werden müssen. Ein Bluttest weist Entzündungsparameter nach.

Verdächtige Atemgeräusche bedürfen einer weiteren diagnostischen Abklärung, die durch ein Röntgen des Brustraums und manchmal zusätzlich durch eine Bronchoskopie erfolgt, um den Zustand der Lunge und der Bronchien besser einschätzen zu können. Zusätzlich kann ein Lungenfunktionstest durchgeführt werden. Bei Verdacht auf eine Refluxerkrankung gibt eine Magenspiegelung Aufschluss über den Zustand der Schleimhaut in der Speiseröhre. Herzerkrankungen werden vom Kardiologen durch weitere Untersuchungen wie EKG, Ultraschall oder bei Bedarf eine Computertomographie abgeklärt. Bei Verdacht auf eine Allergie werden Allergietests durchgeführt und in einen Allergiepass eingetragen.

Behandlung und Therapie

Wenn der Brechreiz durch starke Hustenanfälle ausgelöst wird, kann der Arzt einen Hustensaft oder ein Medikament verordnen, das den quälenden Hustenreiz etwas lindert, aber nicht die reinigende Funktion des Hustens unterbindet. Auch Hausmittel wie Inhalieren und Hustentees können helfen, die gereizten Atemwege etwas zu beruhigen. Bei zähem, festsitzendem Schleim kann ein schleimlösendes Medikament Erleichterung bringen. Denn zum Brechreiz kommt es dadurch, dass der Schleim nicht richtig abgehustet werden kann. Beim Keuchhusten bleiben die meisten Medikamente wirkungslos. In schweren Fällen werden Antibiotika verabreicht, bei Bedarf erfolgt eine stationäre Behandlung.

Ist eine Allergie der Auslöser, gilt es zunächst Auslöser zu vermeiden. Manchmal reicht das schon aus, aber Asthma muss wegen der dauerentzündeten und verengten Bronchien mit entzündungshemmenden und bronchienerweiternden Medikamenten, meist in Form von Aerosolen, behandelt werden. Unterstützend bekommen Asthmatiker meistens eine Asthmaschulung und lernen Entspannungstechniken, die ihnen bei einem Asthmaanfall helfen, Panik zu vermeiden. Dort lernen sie auch wieder die Nasenatmung, viele Asthmatiker atmen durch den Mund, was Anfälle begünstigt.

Bei schweren Erkrankungen des Herzens oder der Lunge richtet sich die Medikation nach der Ursache und dem Stadium der Erkrankung. Es wird auf der Basis der Untersuchungsergebnisse ein passendes Medikament verordnet. In manchen Fällen ist eine Operation nicht zu umgehen. Bei der Refluxkrankheit wird Betroffenen verordnet, säureausschüttende Nahrungsmittel zu reduzieren und zu üppige Mahlzeiten zu vermeiden, weil sie den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre begünstigen. Wenn die Beschwerden zu stark sind, werden Säurehemmer verordnet. Sie sollten aber keine Dauerlösung sein, weil der Körper sich daran gewöhnen kann. In schwereren Fällen wird das Ventil operativ wieder verkleinert.



Vorbeugung

Eine gezielte Vorbeugung ist schwierig, weil Husten ein unwillkürlicher Schutzreflex des Körpers ist. Eine Ansteckung mit grippalen Infekten lässt sich auch kaum vermeiden. Ein guter Schutz ist ein intaktes Immunsystem, das man mit einem ausgewogenen Lebensstil, gesunder Ernährung und Wechselduschen zur Abhärtung unterstützen kann.

Wenn das Immunsystem dauerhaft geschwächt ist und sich Infekte häufen, kann eine Grippeschutzimpfung sinnvoll sein. Bei Keuchhustenanfällen hilft aufrechtes Sitzen mit vornübergebeugtem Kopf. Da quälende Hustenanfälle nachts im Liegen verstärkt auftreten, kann das Höherstellen des Kopfendes Linderung bringen.

Bücher über Erbrechen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Brechreiz beim Husten?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?