Schweißausbruch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Schweißausbruch

Schweißausbrüche können eine Belastung darstellen, auch wenn Schwitzen eine Lebensnotwendigkeit für den Menschen ist. Denn durch das Schwitzen wird die Wärme im Körper reguliert, was gleichzeitig bedeutet, dass der Körper nicht überhitzen kann. Aber übermäßiges schwitzen oder Schweißausbrüche können als störend empfunden werden; vor allem dann, wenn man übermäßig oft und stark schwitzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schweißausbruch?

Die Haut besitzt etwa zwei Millionen Schweißdrüsen. Diese sind auf dem gesamten Körper verteilt; die einzigen Stellen, an denen keine Schweißdrüsen existieren sind die die Lippen und die Eichel. Die höchste Anzahl von Schweißdrüsen befindet sich hingegen an den Handtellern, den Fußsohlen sowie der Stirn. Der Schweiß selbst besteht aus Kochsalz, Wasser, Ammoniak sowie Harnsäure und Harnstoff. Unterschieden wird jedoch in thermoregulatorisches und nervöses Schwitzen.

Bei dem thermoregulatorischen Schwitzen sorgt der Körper dafür, dass die Wärme reguliert wird und dieser somit nicht überhitzen kann. Beim nervösen Schwitzen hingegen tritt die Schweißbildung auf, wenn die Person erregt bzw. nervös ist. Für die Entstehung und Regulierung der Schweißbildung ist das vegetative Nervensystem zuständig. Treten jedoch Schweißausbrüche auf, wenn eine Temperaturregulation nicht erforderlich wäre, spricht man vom krankhaften Schwitzen - der Hyperhidrose.

Ursachen

Die Ursachen, weshalb der Patient unter Schweißausbrüchen leidet, sind vielfältig. Vorwiegend treten Schweißausbrüche bei einer erhöhten Körpertemperatur auf; etwa bei einer körperlichen Anstrengung, zu warmer Kleidung, hohen Außentemperaturen sowie auch Erkrankungen, welche Fieber verursachen. In der Regel schwitzen übergewichtige Personen ebenfalls leichter, da hier eine starke körperliche Belastung während der Fortbewegung bzw. bei körperlichen Aktivitäten entsteht. Auch psychische Ursachen wie Stress, Angst oder Nervosität können Schweißausbrüche verursachen. Selbst hormonelle Veränderungen (etwa bei der Menstruation bzw. in der Schwangerschaft oder auch während der Wechseljahre) können für häufige Schweißausbrüche sorgen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Im Regelfall ist keine ärztliche Diagnose erforderlich, wenn der Mensch relativ stark und häufig schwitzt. Vor allem deshalb, weil Schweißausbrüche dafür charakteristisch sind, dass sie nach einigen Augenblicken wieder verschwinden. Bleiben die Schweißausbrüche jedoch bestehen bzw. treten diese ohne Grund auf, ist es sehr wohl notwendig, dass der Arzt kontaktiert wird. Dieser überprüft - nach einem Gespräch mit dem Patienten und der dazugehörenden Anamnese - die wesentlichen körperlichen Merkmale. Das bedeutet, dass eine Blutuntersuchung bzw. eine Ultraschalluntersuchung erfolgen.

Liegt sogar der Verdacht nahe, dass der Patient an Krebs erkrankt ist, wird eine Biopsie aus dem Knochenmark entnommen. Liegt tatsächlich ein krankhaftes Schwitzen bzw. die Hyperhidrose vor, wird diese in drei Stufen unterteilt. Grad I gilt als leichte Form der Krankheit; hier sind die Achsel, die Hände bzw. die Fußsohlen übermäßig feucht. Bei Grad II bilden sich an den betreffenden Orten Schweißperlen, während bei Grad III von tropfenden Schweißperlen die Rede ist.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R61 Hyperhidrose) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung und Therapie

Im Regelfall ist bei Schweißausbrüchen keine Therapie erforderlich. Liegt jedoch die Hyperhidrose vor, muss sehr wohl eine Therapie erfolgen. Bei einer nicht krankhaften Ursache ist es wichtig, dass der Betroffene selbst Vorkehrungen trifft. Das bedeutet, dass nicht nur eine verstärkte Körperpflege erforderlich ist, sondern auch ein dementsprechender Antitranspirant verwendet werden sollte. Jene Mittel helfen vor allem deshalb, weil sie dafür sorgen, dass die Schweißdrüsen zusammengezogen werden, sodass Schweißausbrüche bzw. massive Schweißbildungen verhindert werden.

Des Weiteren hat der Betroffene die Möglichkeit, dass er mittels Salbeitee ein kleines Wundermittel an seiner Seite hat, welches ebenfalls dafür sorgt, dass sich die Schweißdrüsen zusammenziehen, sodass das übermäßige Schwitzen gestoppt bzw. reduziert werden kann. Des Weiteren ist es förderlich, wenn - anstelle von synthetischer Kleidung - vorwiegend atmungsaktive Stoffe gewählt werden. Treten Schweißausbrüche in der Nacht auf, ist es dennoch empfehlenswert, wenn ein dünner Schlafanzug getragen wird.

Ebenfalls muss der Patient seine Ernährung anpassen. Das bedeutet, dass vor allem scharfe Speisen, Alkohol und auch Kaffee vermieden werden sollten; jene Substanzen und Lebensmittel sorgen für eine erhöhte Schweißproduktion. Vor allem sehr scharfe Gewürze regen die Schweißproduktion an und sorgen für unangenehme Schweißausbrüche. Jedoch sollte der Betroffene nicht seine Flüssigkeitsaufnahme reduzieren. Viele glauben zwar, dass - wenn sie sehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen, dass sie danach mehr schwitzen, doch dies entspricht nicht der Wahrheit.

Vor allem bei einer starken Schweißproduktion ist es wichtig, dass die verlorengegangene Flüssigkeit ersetzt wird. Es gibt auch konservative Therapien und Methoden, damit die Schweißproduktion gestoppt bzw. reduziert werden kann. Etwa mittels der Gleichstromanwendung ist es möglich, dass die Schweißdrüsenaktivität gemindert wird. Auch Botox-Spritzen sorgen dafür, dass extremes Schwitzen der Vergangenheit angehört. Es gibt jedoch auch operative Verfahren. Hier können die Schweißdrüsen abgesaugt bzw. komplett entfernt werden. Auch eine Blockade der Nerven ist möglich. Liegen jedoch keine krankhaften Ursachen vor, ist eine operative Behandlung nicht erforderlich.



Vorbeugung

Es gibt sehr wohl einige Möglichkeiten, wie der Betroffene starkes Schwitzen vermeiden kann. Vor allem, wenn keine Krankheit hinter den Schweißausbrüchen steckt. So hilft in erster Linie Gewicht verlieren (wenn Übergewicht vorliegt) bzw. eine Ernährungsumstellung. Primär sollte auf scharfe Gewürze und Speisen, Alkohol sowie Kaffee verzichtet werden. Vorwiegend ist es ratsam, wenn Gemüse, Obst sowie Milchprodukte konsumiert werden. Auch Salbei hat eine sehr beruhigende Wirkung auf die Schweißdrüsen und kann - in Form von Tees - eingenommen werden.

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