Herzultraschall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 14. Juli 2016
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Der Herzultraschall findet vor allem bei der funktionellen Untersuchung des Herzens Anwendung, um strukturelle und funktionelle Auffälligkeiten festzustellen, zum Beispiel Fehlbildungen oder Hinweise auf einen Herzinfarkt. Das Standardverfahren des Herzultraschalls ist die transthorakale Echokardiografie, bei der der Untersucher den Ultraschallkopf auf dem Brustkorb ansetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Herzultraschall?

Beim Herzultraschall bzw. der Echokardiografie handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von hochfrequenten Schallwellen ein Bild des Herzens erstellt. Da hohe Schallwellen sehr kurz sind, können sie das Gewebe durchdringen, wobei unterschiedliche Strukturen sie verschieden stark absorbieren und reflektieren. Aus diesen Informationen errechnet ein Computer Pixel für Pixel die Daten eines Bildes, das er auf einem Monitor darstellt. Dadurch erlaubt der Herzultraschall es dem Untersucher, das Herz während des Schlagens zu beobachten und mögliche Unregelmäßigkeiten festzustellen. Auch die Anatomie des Herzens ist auf dem echokardiografischen Bild erkennbar.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete des Herzultraschalls:

Obwohl auch andere medizinische Disziplinen sich den Herzultraschall zunutze machen, gehört er in erster Linie in den Fachbereich der Kardiologie. Die Kardiologie bildet den Zweig der Medizin, der sich mit der Struktur und Funktion des Herzens sowie seinen Erkrankungen befasst. Der Herzultraschall erstellt ein zweidimensionales Abbild des Herzens und erlaubt dem Untersucher darüber hinaus den Herzschlag zu beobachten und nach pathologischen Auffälligkeiten zu suchen.

Dadurch erlaubt die Echokardiografie eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten und hilft Ärzte oft dabei, die Ursache von Beschwerden zu verordnen und eine Diagnose zu stellen. Typische Indikationen für den Herzultraschall sind unter anderem der Verdacht auf einen Herzinfarkt, Probleme im Zusammenhang mit den Herzklappen oder vermutete Fehlbildungen.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Bei der transthorakalen Echokardiografie (TTE) setzt der Untersucher das Ultraschallgerät auf dem Brustkorb (Thorax) an. Im Gegensatz zur transthorakalen Echokardiografie stellt die transösophageale Echokardiografie ein invasiveres Verfahren dar. Bei dieser Form des Herzultraschalls erfolgt die Untersuchung des lebenswichtigen Organs durch die Speiseröhre, wobei der Untersuchungsleiter eine spezielle Sonde einführt. Die Belastungsechokardiografie ist in der Regel ein transthorakaler Herzultraschall mit einem zusätzlichen Belastungsfaktor, häufig in Form der sportlichen Betätigung auf einem Ergometer. Je nach eingesetztem technischen Verfahren unterscheiden Mediziner außerdem zwischen B-Mode und M-Mode eines Echokardiogramms.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Eine spezielle Vorbereitung ist beim transthorakalen Herzultraschall in der Regel nicht erforderlich, da er ein verhältnismäßig unkompliziertes Verfahren darstellt, das nicht invasiv ist. Aus praktischen Gründen sollten Patienten bei der Auswahl ihrer Kleidung am Untersuchungstag darauf achten, dass sie unkompliziert den Oberkörper freimachen können. Bei der transösophagealen Echokardiografie hingegen sollte der Patient vor der Untersuchung nüchtern sein, das heißt mindestens mehrere Stunden lang nichts gegessen haben: Das Einführen der Sonde in die Speiseröhre kann den Würgereflex auslösen und könnte bei gefülltem Magen leicht zum Erbrechen führen.

Aus diesem Grund erfordert die transösophageale Echokardiografie in der Regel eine schwache lokale Anästhesie des Rachens, sodass Patienten oft erst ca. zwei Stunden nach dem Ultraschall Flüssigkeit oder Nahrung zu sich nehmen können. Die transthorakale Echokardiografie macht für sich genommen eine gesonderte Nachsorge nicht zwingend notwendig: Stellt der behandelnde Arzt fest, dass der Herzultraschall unauffällig ist, keine Anzeichen für eine kardiologische oder andere Erkrankung vorliegen und er den Patienten als gesund entlässt, ist eine Folgeuntersuchung in vielen Fällen nicht erforderlich.

Bei unklarem Befund oder Hinweisen auf pathologische Auffälligkeiten des Herzens sind unter Umständen weitere Untersuchungen notwendig, möglicherweise auch in regelmäßigen Abständen. Die Entscheidung darüber kann jedoch nur der behandelnde Arzt im Einzelfall treffen. Sollten nach einer transösophagealen Echokardiografie Beschwerden auftreten, die den Hals betreffen, sollten Patienten ihren Arzt darüber informieren und auf die zurückliegende Untersuchung hinweisen.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Für einen Herzultraschall müssen Patienten ihren Oberkörper freimachen. Die Schallwellen, die vom Gerät ausgehen, dringen durch die Rippen und das Gewebe durch den Brustkorb und auch zum Herzen vor. Die transthorakale Echokardiografie ist das Standardverfahren des Herzultraschalls. Sie ist mit einem verhältnismäßig geringem Aufwand und moderaten Kosten verbunden und liefert dem behandelnden Arzt wichtige Informationen über den Zustand des Herzens eines Patienten. Das Bild, das der Ultraschall liefert, ist in der Regel deutlich genug, um Schlussfolgerungen hinsichtlich möglicherweise vorliegender Erkrankungen zu ziehen.

Vor der transösophagealen Echokardiografie erhalten Patienten in der Regel eine lokale Anästhesie des Rachens, damit die Sonde in die Speiseröhre vordringen kann. Eventuell ist darüber hinaus die Einnahme eines Beruhigungsmittels notwendig, um die Untersuchung zu erleichtern und verwertbare Bilder zu erhalten. Zur Erstellung eines Belastungsechokardiogramms ist körperliche Aktivität erforderlich, um das Herz zu stärkerem Arbeiten zu animieren. Zu diesem Zweck muss der Patient in der Regel gegen den Widerstand eines Ergometers in die Pedale treten. Der Widerstand steigert sich allmählich, sodass auch die Belastung zunimmt. Der Untersuchungsleiter beobachtet und dokumentiert dabei die Reaktion des Herzens auf die ansteigende Belastung.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten des Herzultraschalls trägt die Krankenkasse, wenn ein Arzt die Untersuchung anordnet und eine entsprechende Notwendigkeit vorliegt, wie beispielsweise der begründete Verdacht auf eine Herzkrankheit oder die Verlaufskontrolle einer bekannten Erkrankung. Eine aufwändigere transösophageale Echokardiografie ist indiziert, wenn der Arzt zum Beispiel feinere Strukturen es Herzens betrachten muss, um einen besseren Überblick über den Zustand des Patienten zu erhalten, zum Beispiel bei Blutgerinnseln oder Problemen mit den Herzklappen. Die transösophageale Echokardiografie verfügt über eine höhere räumliche Auflösung von 0,1–0,2 mm.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Komplikationen treten beim Herzultraschall nur selten auf. Bei der transösophagealen Echokardiografie besteht ein geringes Risiko für Verletzungen an Gebiss, Rachen, Kehlkopf oder Speiseröhre. Wenn der Patient für die Untersuchung ein Beruhigungsmittel einnehmen muss, kann außerdem das Medikament Komplikationen hervorrufen, die sich je nach eingenommenem Präparat unterscheiden können.

Die transthorakale Echokardiografie ist insgesamt risikoärmer, da sie nicht invasiv ist. Nur in einigen Fällen treten Hautreizungen und allergische Reaktionen auf. Die Belastungsechokardiografie führt eventuell zu Beschwerden, die mit dem erhöhten physischen Stress zusammenhängen, beispielsweise Kurzatmigkeit, Schmerzen in der Brust oder Herzrhythmusstörungen. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind jedoch selten.

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