Jod

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 27. August 2018
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Jod gehört zu den essenziellen Spurenelementen. Es unterstützt bei der Bildung von Schilddrüsenhormonen und kurbelt so den Stoffwechsel an. Zudem nimmt es während des Wachstums Einfluss auf die Bildung von Gehör und auch Gehirn. Jod wirkt sich außerdem auf das Größenwachstum bei Kindern aus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Jod?

Bei Jod handelt es sich um ein nicht-metallisches Spurenelement, welches lebensnotwendig ist. Es wird der Gruppe der Halogene zugeordnet und ist für die Bildung von Schilddrüsenhormonen wichtig. Erstmals wurde Jod im Jahr 1812 aus Meerestang gewonnen, jedoch wurde erst etwa ein Jahrhundert später von seinem Vorkommen in der Schilddrüse berichtet. Etwa zur gleichen Zeit wurde auch die Jodtherapie entwickelt, da sich bei Schilddrüsenerkrankungen sehr häufig ein Jodmangel zeigte.

Vorkommen

In der letzten Eiszeit wurde Jod mit dem Schmelzwasser der Gletscher aus den Böden ausgewaschen und dann in die Meere gespült. In pflanzlichen und auch tierischen Lebensmitteln in der Jodgehalt vor allem vom Bodengehalt in den Anbau- und Haltungsgebieten abhängig.

Deutschland gehört – wie viele andere Länder der Welt auch – zu so genannten Jodmangelgebieten, wo das Spurenelement auch im Trinkwasser nur in sehr geringen Mengen vorkommt. In Deutschland ist Jodmangel der häufigste Mangelzustand, der auf Lebensmitteln basiert.

Jod in der Nahrung

Jod ist in tierischen Produkten wie Fleisch, Eiern sowie Milchprodukten ist nur dann in nennenswerten Mengen enthalten, wenn auch die Tiere mit jodhaltigem Futter gefüttert wurden. Dabei gibt es für die Menge und Verwendung des zugesetzten Jods in Tierfuttermitteln keinerlei gesetzliche Vorgaben. Landwirten ist es deshalb auch freigestellt, ob sie jodiertes Futter überhaupt verwenden.

Auch in landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist meist nur in geringen Mengen Jod zu finden, weshalb diese Produkte den Jodbedarf nicht ausreichend decken können. Seefisch (z.B. Kabeljau, Schellfisch, Seelachs), Meeresalgen (z.B. Nori-Algen) oder auch Meeresfrüchte stellen eine natürliche Jodquelle dar. Gerade in Algen schwankt der Jodgehalt aber sehr stark je nach Algenart und Zubereitungsform. Jodiertes Speisesalz stellt vor allem in Deutschland eine sehr wichtige Jodquelle dar. In geringen Mengen findet sich Jod auch in Gemüse wie Brokkoli und Spinat sowie in Erdnüssen und Kürbiskernen.

Warum benötigt der Körper Jod?

Jod ist ein Bestandteil der Schilddrüsenhormone, welche bei verschiedenen Stoffwechselprozessen im Körper eine Rolle spielen. Sie nehmen Einfluss auf das Wachstum, auf die Bildung der Knochen, auf den Energiestoffwechsel und auf die Entwicklung des Gehirns. Etwa 70 bis 80 Prozent des aufgenommenen Jods verbraucht der Körper in der Schilddrüse.

Wie hoch ist der tägliche Jodbedarf?

Der tägliche Jodbedarf ist dabei vom Alter und dem Geschlecht abhängig. Bei Frauen ist der Bedarf während Schwangerschaft und Stillzeit zudem erhöht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine Jodmenge von 150 bis 200 Mikrogramm täglich, bei schwangeren und stillenden Frauen liegt der Bedarf bei etwa 230 Mikrogramm pro Tag. Auch wenn diese Menge recht gering ist, zeigt ein Großteil der deutschen Bevölkerung einen Jodmangel. Der Bedarf an Jod kann mit der Nahrung kaum gedeckt werden, die Mangelversorgung lässt sich aber maßgeblich mit jodiertem Speisesalz verringern.

Was ist Jodmangel?

Jod ist ein Bestandteil der Schilddrüsenhormone.

Kommt es aufgrund einer zu geringen Zufuhr von Jod zu einem Jodmangel, ist die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut zu niedrig. Zum Ausgleich dieses Defizits wächst die Schilddrüse – es bildet sich ein Kropf. Dadurch können wieder mehr Schilddrüsenhormone gebildet werden. Eine langfristige Unterfunktion der Schilddrüse geht in der Regel aber auch mit einer verringerten Hormonbildung einher, in der Folge kommt es zu einer Einschränkung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie einer erhöhten Infektanfälligkeit. Außerdem ist die Bildung so genannter „heißer Knoten“ möglich, die in der Schilddrüse autonom arbeiten und bei zeitweiser erhöhter Jodzufuhr eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen, welche auf den Stoffwechsel gefährliche Auswirkungen haben kann. Diese „heißen Knoten“ erhöhen außerdem das Risiko für Schilddrüsenkrebs.

Jodmangel während der Schwangerschaft

Kommt es während einer Schwangerschaft zu einem chronischen Jodmangel, können Fehl- oder Totgeburt die Folge sein. Eine Jodunterversorgung während der Schwangerschaft, während der Stillzeit und auch im Kleinkindalter hat Wachstumsstörungen zur Folge. Zudem kann es zu irreparablen Entwicklungsstörungen von Skelett, Gehirn und anderen Organen kommen. Meist kommen derartige Jodmangelerscheinungen vor allem in Entwicklungsländern vor, in Industrieländern zeigt sich eine unzureichende Jodversorgung eher durch eine Beeinträchtigung der motorischen und geistigen Leistungsfähigkeit.

Symptome und Folgen von Jodmangel

Klassische Symptome für einen Jodmangel können neben der Kropfbildung und den Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern auch Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Haarausfall, trockene kühle Haut sowie geschwollene Augenlider sein. Da aber diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, muss immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Folgen von Jodmangel


Behandlung und Therapie

Bei leichten Symptomen einer Unterfunktion der Schilddrüse werden in der Schulmedizin meist Jodtabletten verordnet. In der Naturheilkunde wird diese Vorgehensweise jedoch nicht empfohlen.

Das Problem: Jod gilt als eher kritisches Spurenelement, nur bei einer Schilddrüsenunterfunktion aufgrund eines eindeutigen Jodmangels sollte deshalb auch eine Jodgabe erfolgen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, zunächst den Jodstatus zu überprüfen. Denn eine Unterfunktion der Schilddrüse muss nicht immer Ursache eines Jodmangels sein.

Vor der Jodgabe sollten also immer andere Erkrankungen (z.B. Hashimoto Thyreoiditis) ausgeschlossen werden, um die ursächliche Erkrankung durch die Gabe von Jod nicht zu beschleunigen.

Ein nur gering ausgeprägter Jodmangel führt in der Regel auch nicht zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Ganz im Gegenteil: Auch ein Jodüberschuss kann eine Unterfunktion begünstigen. Bevor eine Jodeinnahme durch Nahrungsergänzungsmittel erfolgt, sollte der Jodstatus mittels Urinprobe getestet werden.

Überdosierung und Unverträglichkeiten

Schon leicht erhöhte Dosen Jod können zu einer Reizung von Haut und Schleimhäuten führen. Es handelt sich dabei um eine Jodunverträglichkeit, die als Jodismus oder auch Jodallergie bezeichnet wird. Kopfschmerzen, Schnupfen (so genannter Jodschnupfen), Bindehautentzündung, akut auftretender Hautausschlag (z.B. durch jodhaltige Kontrastmittel), Gastroenteritis oder auch Bronchitis können typische Symptome einer Jodunverträglichkeit sein. Vor allem ältere Menschen, die bereits mit Jodmangel aufgewachsen sind, reagieren schon auf kleinste Überdosierungen sensibel.

Eine weitere Unverträglichkeitsreaktion ist außerdem die so genannte Jodakne, bei der Hautveränderungen immer dann auftreten, wenn es zu einem Verzehr von täglichen Jodmengen im Milligramm- und Grammbereich kommt.

Deutschland gilt als Jodmangelgebiet – eine Überdosierung durch die tägliche Ernährung gilt deshalb als sehr unwahrscheinlich. Grundsätzlich sollten täglich nicht mehr als 1.000 Mikrogramm Jod aufgenommen werden. Kommt es dennoch zu einer Überdosierung aufgrund der Einnahme von jodhaltigen Medikamenten oder einem häufigen und übermäßigen Verzehr von sehr jodreichen Meeresalgen, kann eine langfristige Überschreitung der Maximaldosis zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, Morbus Basedow, Hashimoto Thyreoiditis oder auch einer akuten Blockade der Jodaufnahme in der Schilddrüse führen. Da die Jodgabe also nicht nur einen Jodmangel ausgleichen, sondern auch Erkrankungen hervorrufen kann, sollte sie gründlich überdacht und ärztlich genau abgeklärt werden.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S.H.E., Schulz, Th.F. (Hrsg.) : Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
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