Autoimmunerkrankung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. September 2015
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Autoimmunerkrankungen sind meistens erste Erkrankungszustände, die das Immunsystem des Betroffenen selbst ausgelöst hat. Dabei werden eigene Körperzellen genetisch bedingt als fremd erkannt und angegriffen; Autoimmunerkrankungen sind dadurch unheilbar.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Autoimmunerkrankungen?

Bei der Autoimmunerkrankung werden körpereigene Zellen und Gewebsstrukturen nicht mehr als zum Körper zugehörig erkannt, sondern als Krankheitskeime. Der Körper bildet Abwehrzellen gegen sich selbst und zerstört dadurch schlimmstenfalls wichtige Gewebsarten.

Leichte Autoimmunerkrankungen lassen sich oft symptomatisch so weit behandeln, dass sie die Lebensqualität des Betroffenen nur noch minimal einschränken. Schwerwiegende Autoimmunerkrankungen können das Leben dagegen schwer beeinträchtigen. Häufige Autoimmunerkrankungen sind Morbus Bechterew, Arteriosklerose, Morbus Crohn (chronische Darmentzündung) oder Arthritis.

Ursachen

Die genauen Ursachen einer Autoimmunerkrankung sind noch nicht abschließend geklärt. In den meisten Fällen liegt ein genetischer Defekt von Geburt an vor; im Raum stehen allerdings Auslöser von außen. Autoimmunerkrankungen könnten sich dann zwar im genetischen Code befinden, doch ob und wann sie jemals ausbrechen, bleibt eine Frage der Umwelteinflüsse. Worin diese bestehen und ob sie sich auf jeden poteziell Autoimmunkranken gleich auswirken, ist ebenfalls noch fraglich.

Eine von vielen möglichen Hypothesen besagt, dass jeder Mensch eine Zelle-Oberfläche ausbildet, die für ihn charakteristisch ist; ähnelt diese Struktur zu sehr der Oberfläche eines Krankheitserregers, kann es zur Autoimmunerkrankung kommen. Auch zu hohe Hygienemaßnahmen könnte eine Rolle spielen. In diesem Fall ist das Immunsystem durch die Hygiene unterfordert und richtet sich dann gegen den eigenen Körper.

Typische Autoimmunerkrankungen

Symptome und Verlauf

Die Anzeichen einer Autoimmunerkrankung sind von Krankheitsbild zu Krankheitsbild komplett unterschiedlich. Manchmal stellen sich die ersten körperlichen Veränderungen sehr schnell ein; andere entwickeln sich so schleichend und langsam, dass der Betroffene kaum bemerkt, dass er erkrankt.

Anfangs berichten Patienten von diversen Symptomen, die von Ärzten nicht richtig oder erst spät richtig eingeschätzt werden. Oftmals sind es harmlose Symptome wie Ausschlag, Juckreiz, Müdigkeit oder Kribbeln der Hände und Füße.

Die Bulbärneuritis ist beispielsweise eine von vielen Autoimmunerkrankungen. Dabei kommt es zu einer Sehstörung, wobei sich ein grauer Schleier vor die klare Sicht legt, was so langsam geschehen kann, dass der Betroffene die Autoimmunerkrankung nur wahrnimmt, wenn sie bereits dringend behandelt werden muss.

Diagnose

Bei der Diagnose einer Autoimmunerkrankung handelt es sich häufig um eine Differenzialdiagnose, was bedeutet, dass andere körperliche Ursachen oder Infektionskrankheiten zunächst ausgeschlossen wurden. Danach wird das Blut des Patienten auf den Verdacht auf Autoimmunerkrankung hin untersucht und die Anzahl der serologischen Autoantikörper gemessen.

Sie deuten darauf hin, dass der Körper einen Eindringling bekämpft; doch wenn keiner gefunden werden kann und auch die äußerlichen Symptome auf eine vermutete Autoimmunerkrankung passen, dann kann mit der Behandlung begonnen werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Autoimmunerkrankung gestaltet sich dahingehend als schwierig, da sowohl die Symptome als auch die Autoimmunerkrankung selbst bekämpft werden müssen. Heilbar sind Autoimmunerkrankungen bislang nicht, denn sie haben eine genetische Ursache und zur Heilung müsste am falsch kodierten Gen etwas verändert werden - so weit ist selbst die moderne Medizin nicht.

Allerdings lassen sich die Auswirkungen der meisten Autoimmunerkrankungen effektiv behandeln, sodass für den Betroffenen ein verhältnismäßig normaler Lebensstil möglich wird. Darüber hinaus werden Autoimmunerkrankungen mithilfe von Immunsuppressiva behandelt, die die Wirkung des Immunsystems hemmen - dadurch kann es weniger Autoantikörper produzieren und der Patient fühlt sich zumindest besser.

Das steigert allerdings auch das Risiko, an Infektionen zu erkranken, da sich das schwache Immunsystem auch gegen sie nicht mehr effektiv wehren könnte. Da Autoimmunerkrankungen fast immer in Schüben auftreten und dann besonders schlimm sind, werden die belastenden Immunsuppressiva nur dann verabreicht, wenn wieder ein Schub erkennbar wird, sich also die Symptome verschlimmern und mehr Autoantikörper als sonst im Blut nachgewiesen werden können. Je nach Gesundheitszustand des Patienten und Autoimmunerkrankung kann ein Krankenhausaufenthalt für die Dauer der Gabe der Immunsuppressiva notwendig werden, um Infektionen in dieser Zeit zu verhindern.

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Vorbeugung

Autoimmunerkrankungen kann man nicht vorbeugen. Sie entstehen vermutlich durch die genetische Disposition und einem Trigger von außen; eine Mischung, die als "bad luck and bad genes" bezeichnet wird. Bis diese Auslöser bekannt sind und eine genetische Disposition zur Autoimmunerkrankung erkannt werden kann, kann ihr Ausbruch auch nicht verhindert werden.

Manche Autoimmunerkrankung liegen in der Familie und auch andere Familienmitglieder litten bereits daran. In solchen Fällen können Angehörige nachvollziehen, ob sie ebenfalls betroffen sein könnten. Dann wäre es natürlich schon hilfreich, bekannte Trigger zu meiden.

Bei den meisten Autoimmunerkrankungen handelt es sich dabei um Stress, Genuss ungesunder Substanzen wie Alkohol und Tabak oder der Kontakt mit Stoffen, die allgemein als ungesund gelten.

Bis jedoch eine genetische Disposition zur Autoimmunerkrankung nachgewiesen werden kann, empfiehlt sich jedem Menschen ein möglichst gesunder Lebensstil, da dieser langfristig zu gesteigertem Wohlbefinden beiträgt und auch das Risiko einer Autoimmunerkrankung im Fall der Fälle senkt.

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