Zungenbrennen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Juni 2016
Gesundpedia.deSymptome Zungenbrennen

Eine brennende Zunge bzw. Zungenbrennen wird in der Fachsprache auch als Burning-Mouth-Syndrom (BMS), als chronisch orales Schmerzsyndrom oder Glossodynie bezeichnet. Zungenbrennen kann sehr unangenehm und belastend sein, vor allem, wenn es permanent auftritt. Aufgrund einer langen Liste möglicher Ursachen, gilt es, schnell die richtige Diagnose zu stellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zungenbrennen?

Wenn die Zunge scheinbar grundlos brennt, sticht, schmerzt, kribbelt und juckt spricht man von Zungenbrennen, Burning Mouth Syndrome (BMS), chronischem oralen Schmerzsyndrom oder Glossodynie. Es handelt sich um eine Empfindungsstörung der Zunge, die verschiedenste Ursachen haben kann. Bei einigen Betroffenen ist das Zungenbrennen chronisch, bei anderen tritt es phasenweise auf.

Etwa drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden unter den Beschwerden. Frauen sind weitaus häufiger betroffen als Männer. Meist tritt Zungenbrennen im Alter zwischen 55 und 75 Jahren auf. Nur selten handelt es sich um eine eigenständige Krankheit, meist ist das Zungenbrennen Symptom für andere Störungen.

Ursachen

Unterschiedliche Ursachen können ein Zungenbrennen auslösen. So kann es Symptom verschiedener allgemeiner Störungen wie Eisen- und Vitamin-B-Mangel, Refluxkrankheit, Diabetes, Blutarmut oder Infektionen sein.

Die Autoimmunerkrankung Sjögren-Syndrom, bei der zu wenig Speichel gebildet wird, um den Mund richtig zu befeuchten, kann ebenfalls ein Zungenbrennen auslösen. Die Empfindungstörung kann auch als Nebenwirkung von Medikamenten oder einer Strahlentherapie auftreten. Oft entsteht das Zungenbrennen während oder nach den Wechseljahren von Frauen, weshalb Zusammenhänge zwischen der hormonellen Umstellung und den Beschwerden vermutet werden.

Neben allgemeinen Störungen können spezifische mechanische Reize zu unangenehmen Empfindungen auf der Zunge führen. Scharfe Zahnkanten, schlecht sitzende Prothesen und Zahnspangen, Zahnstein und Karies zählen zu den häufigsten Ursachen für Zungenbrennen.

Scharfe, drückende Kanten reizen und verletzen Zunge und Mundschleimhaut oder lösen Allergien aus. Auch Gingivitiden, bestimmte Entzündungen der Munschleimhaut Stomatitis, können die Empfindungsstörung auslösen. Bestimmte Nahrungsmittel wie Zimt und Tabak gehören ebenfalls zu den möglichen Ursachen. Metalle wie Quecksilber und Nickel, wie sie in Zahnfüllungen und Zungenpiercings enthalten sein können, können weitere Auslöser sein.

Das Zungenbrennen kann auch Ausdruck psychosomatischer Beschwerden sein, zum Beispiel bei psychischen Leiden wie Depressionen, Angststörungen oder Dauerstress. Weitere seltene Ursachen sind neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Nervenschädigungen und Fibromyalgie.

Krankheiten mit Zungenbrennen

Mundtrockenheit, weißer Belag auf der Zunge und Zungenbrennen können auf verschiedene Grunderkrankungen hindeuten.

Diagnose und Verlauf

Die Symptome müssen sich nicht allein auf die Zunge beschränken. Oft sind auch Gaumen, Wangenschleimhaut und Lippen betroffen. Ein pelziges und trockenes Mundgefühl (Mundtrockenheit), Geschmacksstörungen und Mundgeruch können weitere Begleiterscheinungen sein.

Die Zunge selbst weist das brennende Gefühl zumeist an der Spitze und den Seiten auf. In der Regel nehmen die Beschwerden im Laufe des Tages zu und erreichen abends ihren Höhepunkt. Nachts sind viele Betroffene zumindest zu Beginn symptomfrei.

Verschiedene Begleitsymptome weisen auf bestimmte Ursachen hin: Schwellungen, Rötungen und blutende Stellen im Mund treten oft bei einer Entzündung auf.

Eine weißlich verfärbte Schleimhaut spricht für eine Leukoplakie, eine Verhornungsstörung, oder eine Pilzinfektion. Kommen unangenehme Empfindungen in den Gliedern hinzu, kann es sich um Diabetes handeln.

Fehlen äußerlich sichtbare Symptome völlig, sind psychosomatische Ursachen anzunehmen. Allgemeine Symptome geben weitere Hinweise, beispielsweise eine blasse Haut bei Blutarmut. Sind mechanische Reize der Auslöser, kann dies oft schnell erkannt werden. Allergietests und Blutuntersuchungen ergänzen die Anamnese. Allergien werden oft durch gerötete, geschwollene und unförmige Bereiche auf der Zunge gekennzeichnet.

Behandlung und Therapie

Zungenbrennen wird ursachenspezifisch behandelt. Mit einer Behandlung der Grunderkrankung lässt in der Regel auch das Zungenbrennen nach. Liegen die Ursachen in mechanischen Reizen der Zähne oder Zahnprothesen, werden diese Reizquellen vom Zahnarzt angepasst oder entfernt. Findet sich keine spezifische Ursache, werden Medikamente wie schmerzlindernde Präparate und Spüllösungen verabreicht.

Der Wirkstoff Alpha-Liponsäure hat sich in vielen Fällen als hilfreich erwiesen. Auch eine Schmerztherapie mit kurzzeitig wirkenden Betäubungsmitteln, die direkt in die Zunge gespritzt werden, kann diskutiert werden. Weiterhin ist es wichtig herauszufinden, in welchen Situationen das Brennen vermindert auftritt. Mit diesem Wissen wird es oft leichter, Linderungsstrategien in den Alltag einzubauen und die Beschwerden besser zu ertragen.

Liegen psychische Erkrankungen als Ursache vor, können angemessene psychologische Behandlungsverfahren und Entspannungstechniken helfen sowie Medikamente wie Antidepressiva. Werden hormonelle Veränderungen als Auslöser vermutet, können Hormonersatzpräparate zur Behandlung verschrieben werden. Mangelerscheinungen können durch entsprechende Ernährungsumstellungen und Nahrungsergänzungsmittel behoben werden.

Liegt die Ursache in Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, ist es sinnvoll ein Alternativpräparat in Erwägung zu ziehen. Aus der Heilpflanzenkunde sind beispielsweise Tees aus Lindenblüten oder Malvenblättern empfehlenswert, da sie reizlindernde Schleimstoffe enthalten.



Vorbeugung

Grundsätzlich zu empfehlen ist eine gründliche Mundhygiene. Am besten werden dabei sanfte Mittel gewählt, die den Mundraum reinigen, ohne ihn zu reizen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse beugt Mangelerscheinungen vor. Besonders scharfe und saure Lebensmittel sowie Alkohol und Nikotin sollten in Maßen genossen werden. Entspannungstechniken, erholsame Hobbies und genügend Pausen im Arbeitstag beugen chronischem Stress vor. Liegt Diabetes oder eine andere chronische Erkrankung vor, ist ein entsprechender Lebensstil und eine angemessene Medikation angezeigt.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Maria kommentierte am 28.10.2014 um 16:08 Uhr

Nach dem Einsetzen von zwei Zahnimplantaten im Oberkiefer vor ca. 3 Jahren, begann das Zungenbrennen und ist bis heute, trotz vieler ärztlicher Behandlungen, vorhanden. Ich bin für jede Hilfe dankbar.

Ellen kommentierte am 11.12.2014 um 17:57 Uhr

Vor 3 Jahren habe ich mir eine Teleskopprothese für den Oberkiefer fertigen lassen. Zu dieser Zeit befanden sich 6 Amalgam-Legierungen am Unterkiefer. Insgesamt befanden sich Titan, Gold, ein drittes Metal, sowie das Amalgam in meinem Mund. Sofort nach Einsetzen der Prothese empfand ich ein Brennen und Trockenheit im Mund und auf der Unterlippe, entstanden durch den starken Batterieeffekt. Zusätzlich litt ich ebenfalls unter einer Schwermetall-Belastung. Nach 4 Monaten musste ich alles wieder entfernen lassen. Das Zungenbrennen ist bis heute geblieben.

Frank kommentierte am 07.07.2015 um 21:28 Uhr

Seit Januar habe ich ganz plötzlich Zungenbrennen bekommen. Seitdem habe ich mehrere Ärzte besucht in der Hoffnung, das meine Beschwerden erkannt und behoben werden. Jetzt nach einem halben Jahr glaube ich, dass mir nicht geholfen werden kann. Die Ärzte sind der Meinung, dass ich wohl oder übel damit leben muss. Ich wäre wirklich sehr dankbar für eine angemessene Hilfe.

Sigrid Schwiertz kommentierte am 21.10.2015 um 11:20 Uhr

Seit dem ich vor 1 Jahr eine Parodontosebehandlung bekam, habe ich seit diesem Tag nachts noch kaum Speichelzufluss. Im Mai 15 wurde dann 1 Zahn-OP vorgenommen und es ist noch eine Wurzelkanalfüllung fällig. Vorige Woche wurde ein Brückenglied (Anhänger =toter Zahn) und seit diesem Tag habe ich die Missempfindungen wie Mund- und Zungenbrennen ab heute ständig und auch ein Brennen bis zum Magen runter und zusätzlich in Armen und Beinen.
Ich brauche bitte unbedingt ein rezeptfreies Hilfsmittel als Medikament, bevor ich terminmässig morgen früh erst zu meiner Ärztin kann. Danke !

MfG
S.Schwiertz