Zahnstein

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. Dezember 2014
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Als Zahnstein, in der medizinischen Fachsprache auch als Konkremente klassifiziert, wird eine gehärtete Ablagerung auf den Zähnen bezeichnet. Diese Kalk- und Mineralablagerungen lassen sich durch das Zähneputzen nicht entfernen und können unbehandelt zu Karies und Paradonditis führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zahnstein?

Zahnstein (Konkremente) besteht aus festen Kalk- oder Mineralstoffen. Bei seiner Bildung ist Zahnstein überwiegend weiß bis gelblich. Erst durch den Genuss von Kaffee, Tee, Zigaretten oder Rotwein verfärbt Zahnstein sich bräunlich und wird sichtbar. Alle Zähne im Mundraum können vom Zahnstein befallen werden.

Besonders betroffen sind jedoch die Innenseiten der Unterkieferschneidezähne, aber auch die äußeren Bereiche der Oberkieferzähne. Dort befinden sich die Ausgänge der Speicheldrüsen. Bestehender Zahnstein kann mit häuslichen Mitteln sowie durch Mundhygiene nicht entfernt werden. Lediglich Zahnärzte können Zahnstein sicher und schonend beseitigen.

Ursachen

Die Ursachen für die Bildung von Zahnstein sind vielfältig. Der Hauptauslöser für Zahnstein ist nachgewiesenermaßen eine fehlende oder mangelhafte Mundhygiene. Was anfänglich als dünner Film auf den Zähnen haftet, wird nach und nach durch Bakterienansammlungen, Speiseresten und Kohlenhydraten aus der Nahrung zu Plaque.

Als Plaque wird Zahnbelag von rauer bis klebriger Konsistenz bezeichnet. Sie besteht aus Eiweißen, Mikroorganismen, Phosphaten und Kohlenhydraten. Bleibt Plaque längere Zeit auf den Zähnen haften, verbindet sie sich mit den im Speichel vorkommenden Mineralsalzen und verhärtet. Zahnstein entsteht.

Als weitere Ursache für die Entstehung von Zahnstein gilt die Aufnahme sogenannter Genussgifte, wie beispielsweise Kaffee, eine krankhaft veränderte Speichelzusammensetzung oder Störungen in der Speichelproduktion. Jedoch können auch bestimmte Medikamente oder eine erbliche Veranlagung die Ursache für Zahnstein sein.

Symptome und Verlauf

Zahnstein und Zahnbelag vor und nach der professionellen Zahnreinigung.

Ebenso wie von Zahnbelag, ist auch nahezu jeder einmal von Zahnstein betroffen. Er entsteht, wenn sich der Zahnbelag durch die im Mund enthaltene Calciumsalze verhärtet und sich auf dem Zahnschmelz absetzt.

Zahnstein wird als gelblicher bis grauer Belag auf den Zähnen sichtbar. Er setzt sich vor allem in der Nähe des Zahnfleischs ab. Für einen Laien ist der Zahnstein kaum vom normalen Zahnbelag zu unterscheiden.

Die eindeutige Identifizierung kann nur ein Zahnarzt oder geschulter Zahnpfleger vornehmen. Allerdings ist er deutlich als harter Belag spürbar, wenn man die Zähne mit der Zunge oder dem Finger befühlt. Trotz seiner Härte und seiner Hartnäckigkeit gehen mit dem Zahnstein zunächst keine Beschwerden einher. Diese können jedoch auftreten, wenn duch Zahnstein begünstigte Folgeerkrankungen auftreten. Insgesamt ist Zahnstein eher lästig und ein kosmetisches Problem, als ein ernsthaftes medizinisches Problem.

Bei jeder Kontrolluntersuchung stellt der Zahnarzt etwaiges Auftreten von Zahnstein fest und entfernt diesen. Wird er jedoch nicht entfernt, können Erkrankungen wie Karies und Zahnfleischentzündungen begünstigt werden. Der Zahnstein breitet sich weiter im Mundraum aus und gefährdet auch die Beschaffenheit des Zahnschmelzes. Dies kann dazu führen, dass man im Alter einmal Zahnprothesen benötigt. Um diesen Verlauf zu vermeiden, sollte man Zahnstein immer fachgerecht und regelmäßig vom Zahnarzt entfernen lassen.

Diagnose

Zahnstein wird in vielen Fällen erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, da er lange Zeit keinerlei Symptome verursacht und aufgrund seiner Position oftmals auch nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Wird der Zahnarzt aufgesucht, fragt dieser den Patienten zunächst nach Auffälligkeiten wie Zahnfleischbluten, geschwollenem Zahnfleisch oder kürzlich aufgetretenem Mundgeruch fragen. Anschließend wird er eine Untersuchung der einzelnen Zähne und vor allem des Zahnfleischrandes beginnen.

Mit einem kleinen Spiegel oder einer Sonde versucht er dabei, den Zahnstein ausfindig zu machen. Ist das nicht ohne Weiteres möglich, kann er mithilfe einer speziellen Sonde die Tiefe der Zahntaschen messen. Dies gibt Auskunft darüber, ob bereits eine Parodontose, wie sie häufig durch Zahnstein entsteht, vorliegt. Ist dies der Fall oder besteht der Verdacht auf beginnende Schädigungen der Zähne, Knochen und Wurzeln, wird eine Röntgenaufnahme der betreffenden Region erstellt. Wurde eindeutig Zahnstein oder gar eine Parodontose diagnostiziert, kann der Zahnarzt eine angemessene Therapie einleiten.

Behandlung und Therapie

Zahnstein stellt nicht nur ein kosmetisches Problem dar. Denn unbehandelt bietet Zahnstein, durch seine raue Oberfläche, eine optimale Nährgrundlage für die Ansiedlung weiterer Bakterien. Entzündungen des Zahnfleisches, Karies mit nachfolgendem Zahnfleischschwund und schließlich der Verlust des Zahnes sind die Folgen.

Zahnstein sollte deshalb regelmäßig durch einen Zahnarzt behandelt werden. Dieser entfernt Zahnstein und Beläge sicher und zugleich zahnschmelzschonend. Zu Beginn der Behandlung werden Beläge sowie der Zahnstein, der sich unterhalb des Zahnfleischsaumes befindet, erkennbar gemacht. Dazu benutzt der Zahnarzt ein speziell für die Dentalmedizin entwickeltes Färbemittel. Die nun sichtbar gewordenen Zahnbeläge werden entweder mittels Ultraschall oder aber manuell entfernt. Medizinisch wird der Vorgang Scaling genannt.

Die manuelle Entfernung erfolgt mit speziellen Schabeinstrumenten, sogenannten Küretten oder Zahnarzthaken. Wird der Zahnstein mithilfe eines Ultraschallgerätes entfernt, verwendet der Zahnarzt eine feine vibrierende Metallspitze. Diese sprengt den Zahnstein vollständig ab. Die behandelten Zähne werden anschließend poliert, um eine glatte Zahnoberfläche zu erzielen. Diese Vorgehensweise soll einer neuerlichen Plaquebildung entgegenwirken. Gesetzliche Krankenkassen gewähren ihren Mitgliedern die Entfernung von Zahnstein einmal jährlich kostenfrei.

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Vorbeugung

Die Entstehung von Zahnstein lässt sich größtenteils vermeiden. Prophylaktisch, also vorbeugend, muss eine Plaquebildung verhindert werden. Denn Plaque ist die Hauptursache für die Entstehung von Zahnstein.

Eine sorgfältige Mundhygiene, mehrmals tägliches Zähneputzen und ein sicheres Entfernen des Karies verursachenden Zahnbelages können die Bildung von Zahnstein definitiv verringern, im Idealfall sogar verhüten.

Als Hilfsmittel wurden seitens der Zahnindustrie verschiedene Produkte entwickelt. Zahnpasta mit Anti-Zahnstein-Wirkstoffen sorgt für die Entfernung des Zahnbelages und verhindert somit die Plaquebildung.

Keimtötende Mundspüllösungen bieten sich für den kurzzeitigen Gebrauch an. Für die Reinigung der Zahnzwischenräume eignen sich Zahnseide und Interdentalzahnbürsten.

Diese speziellen Zahnbürsten, auch Zahnzwischenraumbürsten genannt, gelangen mit kleinen Bürstchen in die Leerräume zwischen den Zähnen und entfernen dort Zahnstein verursachende Bakterien und Ablagerungen.

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