Stinkender Urin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
Gesundpedia.deSymptome Stinkender Urin

Oftmals deutet stinkender Urin auf eine Grunderkrankung wie eine Blasenentzündung oder Diabetes mellitus hin. Es gibt jedoch auch Nahrungsmittel, die schlecht riechenden Urin verursachen. Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und besteht häufig aus der Gabe von Antibiotika.

Inhaltsverzeichnis

Was ist stinkender Urin?

Der Geruch, die Farbe und die Menge von Urin sagen viel über den Gesundheitszustand eines Menschen aus. Bereits vor Jahrtausenden wurden diese Charakteristika von Urin herangezogen, um Krankheiten zu diagnostizieren. Stinkender Urin deutet in vielen Fällen auf ein gesundheitliches Problem hin.

Durch den Geruch des Urins kann bereits auf mögliche Krankheiten geschlossen werden. Der unangenehme Geruch wird häufig durch Bakterien hervorgerufen, welche sich in den ableitenden Harnwegen ausgebreitet haben. Meist bemerken Betroffene den abnormalen Geruch des Harns von selbst und suchen daraufhin einen Arzt auf.

Ursachen

Obwohl stinkender Urin häufig auf ein Krankheitsgeschehen im Körper hindeutet, ist dies nicht immer der Fall. Der Verzehr von Speisen wie Spargel oder Knoblauch verändert den Geruch von Urin vorübergehend. Dies ist ungefährlich und bedarf keiner ärztlichen Intervention. In den meisten Fällen von stinkendem Urin ist die Ursache ein Harnwegsinfekt. Dabei siedeln sich pathogene Bakterien in den ableitenden Harnwegen an und verursachen dort eine Entzündung. Der unangenehme Geruch des Harns wird dann von den Bakterien verursacht.

In seltenen Fällen ist die Ursache für übel riechenden Urin auch ein bösartiger Tumor der Blase. Weist der Urin einen Obstgeruch auf, deutet dies darauf hin, dass Aceton ausgeschieden wird. Dies deutet auf die Zuckerkrankheit hin. Weiters kann stinkender Urin Symptom einer Azidose sein. Dabei sinkt der pH-Wert des Blutes gefährlich ab. Sehr selten ist die Ahornsirupkrankheit die Ursache für stinkenden Urin. Es handelt sich dabei um eine erblich bedingte Stoffwechselerkrankung. Der Harn von Betroffenen riecht auffallend süßlich.

Krankheiten von

Diagnose und Verlauf

Da Harnwegsinfekte die häufigste Ursache für übel riechenden Urin darstellen, wird im Rahmen der Diagnosestellung zuerst ein Urintest durchgeführt. Dabei wird der Harn des Patienten mittels eines Teststreifens unter anderem auf Leukozyten, Nitrite und Eiweiße getestet. Ist der Test positiv auf eine dieser Substanzen, leidet der Patient an einer Blasenentzündung. Manchmal ist es notwendig, eine Urinkultur zu erstellen, um den genauen Krankheitserreger nachzuweisen. Darüber hinaus kann mittels eines Urintests der pH-Wert des Urins bestimmt werden.

Ein zu hoher pH-Wert zusammen mit einem hohen Glukosewert deutet auf Diabetes mellitus hin. Bei Verdacht auf die Zuckerkrankheit misst der behandelnde Arzt darüber hinaus den Blutzuckerspiegel. Ansonsten können auch Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen eingesetzt werden, um die Ursache von stinkendem Urin zu finden. Die Ahornsirupkrankheit wird meist beim Neugeborenenscreening diagnostiziert. Der Verlauf von stinkendem Urin richtet sich nach der Grunderkrankung. In vielen Fällen handelt es sich um eine Blasenentzündung, die gut behandelt werden kann.

Behandlung

Die Behandlung von stinkendem Urin richtet sich nach der Grunderkrankung. Ist die Ursache eine Infektion der ableitenden Harnwege, verschreibt der behandelnde Arzt ein Antibiotikum. In bestimmten Fällen kann eine leichte Blasenentzündung auch mit Hausmitteln behandelt werden und bedarf keiner antibiotischen Therapie.

Um die Bakterien aus der Harnblase auszuschwemmen, sollte viel Flüssigkeit aufgenommen werden. Darüber hinaus haben sich Präparate mit Preiselbeerextrakt als wirksam erwiesen. Preiselbeeren enthalten viel Säure, wodurch der Urin angesäuert wird. Da Bakterien in saurem Milieu nicht überleben können, sterben sie ab. Bei einer Blasenentzündung ist es weiters wichtig, die Nierengegend und die Füße warm zu halten. Kälte schwächt das Immunsystem, wodurch sich Bakterien leichter im Körper ansiedeln können.

Zeigen die Hausmittel jedoch nicht rasch Wirkung, müssen die Krankheitserreger mit Antibiotika behandelt werden. Nierenschmerzen, die zusammen mit einer Infektion der ableitenden Harnwege auftreten können, werden durch die Gabe von Schmerzmitteln behandelt. Um zu verhindern, dass die Bakterien von der Harnblase zu den Nieren aufsteigen, sollte die Behandlung möglichst zeitnah erfolgen.

Wird der übel riechende Urin durch die Ahornsirupkrankheit verursacht, gestaltet sich die Behandlung als schwierig. Betroffene müssen eine proteinarme Diät halten und lebensnotwendige Eiweiße substituieren. Bei Diabetes mellitus gibt es verschiedene Therapieoptionen. Leichte Formen können unter Umständen durch eine Ernährungsumstellung kontrolliert werden. Ansonsten müssen sich Patienten regelmäßig Insulin injizieren und ihre Blutzuckerwerte mehrmals täglich messen.

Rezeptfreie Medikamente gegen Harnwegsinfekte


Vorbeugung

Stinkender Urin kann nur schwer durch gezielte Maßnahmen vorgebeugt werden. Auf jeden Fall sollte auf Spargel, Knoblauch und scharfe Gewürze verzichtet werden. Diese Nahrungsmittel verursachen nämlich übel riechenden Urin. Blasenentzündungen können unter anderem durch ausreichendes Trinken und eine gute Intimhygiene vorgebeugt werden. Häufiges Urinieren hilft dabei, die Blase regelmäßig durchzuspülen, wodurch Infektionen vorgebeugt werden.

Auch kalte Füße sollten vermieden werden. Sexuell aktive Frauen, die häufig unter Blasenentzündungen leiden, sollten über einen Wechsel des Verhütungsmittels nachdenken. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung hilft bei der Vorbeugung von Diabetes mellitus. Da es sich bei der Ahornsirupkrankheit um einen genetischen Defekt handelt, kann diese Erkrankung nicht vorgebeugt werden.

Bücher zum Thema Harnwegsinfekt

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Stinkender Urin?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?