Eiweiß im Urin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Dezember 2014
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Eiweiß im Urin ist ein Phänomen, von dem die meisten Menschen schon mindestens einmal betroffen waren, jedoch nur die wenigsten etwas mitbekommen haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Eiweiß im Urin?

Eiweiß im Urin ist in geringen Mengen normal, jedoch ist ein Übermäßiges Ausscheiden von Protein über die Harnsäure, in der Fachsprache auch als Proteinurie bezeichnet, gefährlich und durchaus ernst zu nehmen. Von zuviel Eiweiß im Urin spricht man, wenn die als normal betrachtete Menge von 150 Milligramm Protein, welches über den Urin ausgeschieden wird, überschritten wird.

Eine zeitweilige oder gelegentlich auftretende zu hohe Ausscheidung von Eiweiß im Urin, auch als benigne reversible Proteinurie bezeichnet, ist dabei nicht ungewöhnlich und in den meisten Fällen harmlos. Sollte aber permanent zuviel Eiweiß im Urin sein, kann dies Anzeichen für eine schleichende Erkrankung der Nieren oder Symptom von verschiedenen anderen Krankheiten sein.

Ursachen

Die Ursachen für eine erhöhte Menge an Eiweiß im Urin reichen von zu hoher körperlicher Anstrengung über Infektionen der ableitenden Harnwege und fieberhaften Erkrankungen bis hin zu Bluthochdruck und Herzschwäche.

Häufig sind es aber die Nieren selbst, die das vermehrte Ausscheiden auslösen. So kann zuviel Eiweiß im Urin ein erstes Anzeichen für eine schleichende [[Nierenerkrankungen|Erkrankung der Nieren sein. Durch die Schädigung der Nierenkörperchen, die dafür Sorge tragen, dass Schadstoffe und Flüssigkeit aus dem Blut in den Urin abgefiltert werden, gelangt dann zuviel Eiweiß aus dem Blut in den Urin.

Warum dies genau passiert und die Nieren bei manchen Menschen einfach immer weiter kaputt gehen, ist aber immernoch nicht ganz geklärt. Dasselbe kann auch geschehen, wenn z.B. Blutgefäße beschädigt sind. Zuviel Eiweiß im Urin kann darüber hinaus auch von Diabetes ausgelöst werden, die wiederum auch die Nieren beschädigen kann.

Symptome und Verlauf

Das Heimtückische an zuviel Eiweiß im Urin ist die Tatsache, dass es eigentlich keinerlei auf Anhieb sichtbare Symptome verursacht und von den Betroffenen deshalb nur schwer zu bemerken ist. Ist das Eiweiß im Urin eine Folge von Erkrankungen des Herzens oder von Infektionen der Harnwege, wird es meist im Zuge der Behandlung dieser entdeckt und verschwindet nach der Genesung auch wieder.

Ist es jedoch Folge einer schleichenden Nierenerkrankung, äußert es sich erst in einem fortgeschrittenen Stadium, in dem die Nieren häufig schon schweren Schaden genommen haben, in ihrer Funktion stark eingeschränkt sind und eventuell sogar eine Dialyse notwendig ist. Unbehandelt führt die Proteinurie in den meisten Fällen zu einem völligen Nierenversagen, welches tödlich enden kann, auch das Herzinfarktrisiko steigt.

Der einzige, wenn auch nicht wirklich verlässliche Hinweis auf eine eventuelle Proteinurie ist ein stark schäumender Urin, doch dieser kann auch andere Gründe haben und muss keineswegs sicher bedeuten, dass sich zuviel Eiweiß im Urin befindet.

Diagnose

Die Diagnose einer erhöhten Ansammlung von Eiweiß im Urin ist relativ einfach und in den meisten Fällen eindeutig. Mit einem simplen Schnelltest, bei dem ein Teststreifen in eine Urinprobe getaucht wird, kann die Menge des sich im Urin befindlichen Eiweißes durch unterschiedliche Verfärbung sichtbar gemacht werden. Fällt ein solcher Test positiv aus, befindet sich also mehr als die normale Menge an Eiweiß im Urin, wird in der Regel noch eine Laboruntersuchung des Urins durchgeführt, um absolut sicher zu gehen.

Behandlung

Die Behandlung von zuviel Eiweiß im Urin richtet sich nach dem jeweiligen Auslöser für den erhöhten Wert. Sind diese besiegt, verschwindet auch die Proteinurie. Ist sie hingegen Anzeichen für eine langsam fortschreitende Schädigung der Nieren, kann sie nicht gänzlich geheilt, sondern lediglich in ihrem Verlauf verlangsamt und somit auch das Risiko für negative gesundheitliche Konsequenzen wie Herzinfarkte oder Nierenversagen auf ein Minimum gesenkt werden. Die Therapie der Wahl ist dabei eine Kombination aus einer eiweißarmen Ernährung sowie der Einnahme von Medikamenten, die das erhöhte Auftreten von Eiweiß im Urin vermindern.

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Vorbeugung

Durch einen gesunden Lebensstil mit einer gesunder Ernährung, viel Sport und wenig Alkohol und Nikotin kann einigen Faktoren, die zuviel Eiweiß im Urin verursachen wie etwa Bluthochdruck, durchaus vorgebeugt werden.

Ist hingegen ein zunehmender Verfall der Nierenkörperchen die Ursache für das Eiweiß im Urin, können leider keine Präventivmaßnahmen empfohlen werden, da nicht genau bekannt ist, welche Faktoren diesen begünstigen bzw. verhindern können.

Ein zu hoher Anteil von Eiweiß im Urin kommt bei vielen Menschen vor und ist in den meisten Fällen eine harmlose, vorübergehende Erscheinung. Tritt er jedoch dauerhaft auf, sollten unbedingt die Gründe geklärt werden. Da zuviel Eiweiß im Urin nahezu keine Symptome verursacht, sollte eine regelmäßige Kontrolle des Proteingehalts des Urins mittels eines Schnelltests in Erwägung gezogen werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

niki kommentierte am 22.02.2015 um 08:16 Uhr

Schäumender Urin trotz der Einnahme von Enalapril 5mg. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll!

Derbesitzer kommentierte am 08.04.2015 um 23:25 Uhr

@niki: Wenn es bei dir daran liegt, dass dein Blutdruck zu hoch ist, solltest du dich vielleicht mal mit den Lehren beschäftigen, die Mantak Chia in seinem Buch "Tao Yoga des Heilens" beschreibt. Die Handhabung ist ganz einfach. Verlieren kannst du dabei eh nichts.

niki kommentierte am 19.08.2015 um 13:46 Uhr

Bei mir besteht eine Proteinurie durch die Niereninsuffizienz. Bluthochdruck habe ich nicht, sondern Diabetes. Ich bezweifel, dass Yoga gegen diese Eiweißausscheidung Sinn macht. Heute war wieder sehr viel Schaum im Wasser.

ultrawoman kommentierte am 18.09.2015 um 17:16 Uhr

Ich habe bei einem Gesundheitscheck in der Urinprobe Blut gehabt. Bei erneutem Auftreten hat mich mein Arzt zum Urologen überwiesen. Dieser hat, nach Ultraschall und Urinprobe, Eiweiß im Urin festgestellt. Nun folgte eine Überweisung zum Nephrologen.
Hier meine Frage: Ich habe keinerlei Beschwerden bzw. Auffälligkeiten. Ich laufe seit einigen Jahren Marathon und besonders seit einem Jahr sind meine Laufumfänge weiter gestiegen, so dass ich bis zu 100 km in der Woche laufe. Ist dies evtl. dafür verantwortlich? Ich laufe in einer Woche einen langen Ultratrail, den Termin beim Nephrologen habe ich erst Anfang November.
Wer kann mir Erfahrungsberichte bzw. "Empfehlungen" zum Thema Niere und lange Läufe geben? Vielen Dank!

Sportler kommentierte am 05.07.2016 um 10:37 Uhr

Hallo ultrawoman, ich bin vorhin über einen interessanten Artikel gestolpert zum Thema Sport und Eiweiß im Urin. Google mal "athletic pseudonephritis", vielleicht hilft dir das.