Zuckerkrankheit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. August 2015
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Unter der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) beschreibt der Mediziner eine chronische Stoffwechselkrankheit, für die ein erhöhter Blutzuckerspiegel charakteristisch ist. Es wird zwischen Diabetes mellitus Typ 1 und Diabetes mellitus Typ 2 unterschieden. Eine Sonderform ist die Schwangerschaftsdiabetes. Ein an Diabetes mellitus erkranktem Patienten stehen einige Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zuckerkrankheit?

Der menschliche Stoffwechsel ist auf Glukose als wichtigsten Energielieferanten angewiesen. Insbesondere das Gehirn, aber auch Muskeln und Organe beziehen die benötigte Energie aus der Glukose. Glukose gewinnt der Körper aus der Nahrung, Insulin, das durch die Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird, sorgt dafür, dass die Zellen die Glukose aufnehmen können.

Der Körper sorgt dafür, dass stets Glukose in ausreichender Form zur Verfügung steht und alle Organe optimal versorgt werden können. Bildet der Körper kein oder zu wenig Insulin, verbleibt die Glukose im Blut - ein erhöhter Blutzuckerspiegel ist die Folge.

Ursachen

Bei Diabetes mellitus Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Die Ursachen hierfür können sowohl in einer Veranlagung als auch in einer Viruserkrankung (z.B. Mumps- oder Rötelviren) liegen.

Da der Typ 1 meist bei Jugendlichen auftritt, spricht der Mediziner auch von juvenilem Diabetes. Etwa 5% aller an Diabetes Erkrankten leiden an Typ 1. Charakteristisch für Diabetes Typ 1 ist, dass kein körpereigenes Insulin mehr produziert werden kann.

Bei Diabetes Typ 2 liegt eine Störung der Insulinproduktion vor. Der Körper ist nicht in der Lage, die nahrungsbedingten Schwankungen im Zuckerhaushalt auszugleichen; die Folge ist eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels.

Diabetes Typ 2 wird volkstümlich auch als "Wohlstandssyndrom" bezeichnet, denn die Ursachen liegen ausschließlich in den heutigen Lebensgewohnheiten. Daraus resultierendes Übergewicht, Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels und gestörter Zuckerstoffwechsel führen in letzter Konsequenz zu Diabetes Typ 2.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Die Symptome sind bei beiden Formen der Zuckerkrankheit (Diabetes Typ I und II) gleich: Der Patient leidet und starkem Durst, er fühlt sich oft müde oder abgeschlagen und ist anfällig für Infekte. Im Anfangsstadium verlaufen beide Formen der Diabetes jedoch relativ symptomfrei und werden häufig erst bei einer ärztlichen Routineuntersuchung entdeckt. Wird Diabetes nicht erkannt und behandelt, sind die Symptome im spätern Verlauf verheerend. Aufgrund des dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels können die Nieren oder die Netzhaut geschädigt werden, vereinzelnd treten auch Erektions- oder Menstruationsbeschwerden und Infantilität auf.

Diabetes führt außerdem zu einer Schädigung der Blutgefäße, was zu Durchblutungsstörungen und in Extremfällen zu Amputationen führen kann. Auffallendes Symptom ist das diabetische Koma, welches durch einen extrem erhöhten Blutzuckerspiegel ausgelöst wird und nicht selten tödlich ist.

Diagnose

Ein Diabetes (Zuckerkrankheit) kann recht schnell und einfach diagnostiziert werden. Die erhöhten Blutzuckerwerte sind im Urin nachweisbar. Nüchtern - also vor der Nahrungsaufnahme - liegt die Konzentration des Blutzuckers bei 90 mg pro Deziliter (mg/dl) Blut. Nach dem Essen steigt der Wert auf etwa 140 mg/dl an. Liegt ein Diabetes vor, so liegt der Wert nüchtern bei ca. 110 mg/dl und nach dem Essen bei über 200 mg/dl. Da überschüssige Glukose über den Urin ausgeschieden wird, kann er über den Urin nach gewiesen werden. Hierzu gibt der Patient Urin ab, der Arzt ermittelt mit einem Teststreifen den Blutzuckergehaltes. Hat sich der Verdacht auf Diabetes bestätigt, wird der Arzt weitere diagnostische Schritte einleiten und z.B. die Nierentätigkeit oder den Zustand der Netzhaut überprüfen.

Behandlung und Therapie

Patienten mit einer Zuckerkrankheit (Diabetes) können trotz ihrer Erkrankung ein nahezu beschwerdefreies Leben führen. Voraussetzung dafür ist, dass sie ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren und fehlendes Insulin ausgleichen.

Patienten mit Diabetes Typ 1, die gar kein oder zu wenig Insulin produzieren, sind ihr Leben lang auf das Spritzen von Insulin angewiesen; oral eingenommene Antidiabetika helfen hier nicht. Konsequent angewendet, kann ein Patient mit Diabetes Typ 1 beschwerdefrei leben.

Bei Diabetes Typ 2 ist das Therapiespektrum größer. Oft verschwindet Diabetes vollständig, wenn die Ursachen beseitigt werden. Hierzu gehört abnehmen, bewegen und für eine gesunde Ernährung sorgen.

Reicht das allein nicht aus, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren, können Medikamente gegeben werden. Zunächst wird versucht, oral zugeführte Antidiabetika - etwa Metformin - zu geben. Reicht auch das nicht aus oder hat der Körper die Insulinproduktion gänzlich eingestellt, ist der Patient auf das Spritzen von Insulin angewiesen.

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Vorbeugung

Einer Diabetes Typ 1 kann nicht vorgebeugt werden, da ihre Ursachen in einer Veranlagung und/oder einer Viruserkrankung liegen. Diabetes vom Typ 2 ist jedoch vermeidbar. Eine gesunde Lebensweise, regelmäßige Bewegung und das Vermeiden von Übergewicht lassen Diabetes Typ 2 gar nicht erst entstehen. Der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum und auf Rauchen tun ein Übriges.

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